Corona-Krise

Corona-Tagebuch: Versuch einer persönlichen Bilanz

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Aus dem Corona-Tagebuch von Karl Stankiewitz –  Den Versuch einer persönlichen Bilanz habe ich mir also, vielleicht abschließend vorgenommen. Was hat uns die so gut wie auslaufende Pandemie nach einem und einem halben Jahr letztliich „gebracht“? Beginnen möchte ich mit dem eigenen Gewerbe, dem Lesen und Schreiben von Zeitungstexten. Denn kein anderes Thema hat die Medien so anhaltend beherrscht wie das Thema „Corona“, das längst unter verschiedenen Schlüsselworten durch Zeitungsspalten und Glasfaserkabel geistert.

In unserem süddeutschen Leitmedium zum Beispiel ist das Thema, dem zeitweilig jeden Tag eine ganze Seite geopfert wurde, auf ein paar Spalten geschrumpft. Verschwunden sind die blutroten Felder auf der Deutschlandkarte; nur noch gelb und hellgrau ist diese jetzt eingefärbt. Alle Inzidenzen liegen unter dem Grenzwert, der unser aller Alltagsleben bestimmt hat. Das heißt: Der Alarm ist abgeblasen. Im Bombenkrieg hatten wir ein anderes Wort der Erlösung: „Entwarnung“ (manchmal schickte uns der Feind dann allerdings neue, tödliche Flieger).

Nahezu verschwunden sind auch die immer gleichen Namen von Gesundheitspolitikern und Virologen, die ständigen Erklärer, Warner, Kommentatoren in Funk, Fernsehen, Printpresse und Sozialen Medien.. Ganz verstummt sind sie aber keineswegs; noch ist ihr Rat gefragt. Zum Beispiel in Sachen Mutanten, Impfschutzdauer oder gar – Gott bewahre! – neuer, anderer Virusgefahr. Was uns die Experten bemüht verständlich mitzuteilen hatten, in Pressekonferenzen, per Podcast oder in Fernseh-Talkrunden, das hat ja oft geschreckt, aber fast immer gestimmt . .

Wie hat sich nun die Pandemie in München tatsächlich entwickelt. Ein sehr knapper Rückblick; Am 28. Januar 2020 wurden erstmals bei vier Deutschen, Mitarbeitern einer Firma bei München, das neuartige Virus SARS-CoV-2 festgestellt, sie genasen im Schwabinger Krankenhaus. Am 9. März waren es 60 Fäll,e, alle Massenveranstaltungen wurden untersagt. Am 12. März stieg die Zahl der Infizierten im Stadtgebiet auf 313, in der Bayernkaserne wurde eilig ein Corona-Testzentrum eingerichtet. Am 22. März, einem Sonntag, starb im Klinikum Großhadern der erste Covids-Kranke, ein 56-jährtiger mit Vorerkrankung. Und fortan erreichte die Zahl der positiv getestete Münchner jeden Tag dreistellige Größen.

Mit Stand vom 18. Juni 2021, meldete das Robert-Koch-Institut für die Stadt München noch 37 neue Infektionen, womit die Gesamtzahl der bestätigten Covid-Fälle auf 73 374 Fälle gestiegen ist. In Zusammenhang mit Covid-19 wurde auch noch ein Todesfall festgestellt, so dass bisher insgesamt 1253 Menschen in München der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist indes auf 12,6 pro 100 000 Einwohner gefallen. Zugleich macht das federführende Berliner Institut auf die neuem „besorgniserregenden Virusvarianten“ Kappa und Delta aufmerksan. Zweimal geimpft wurden bisher knapp 30 Prozent der Bevölkerung.

Bericht: Karl Stankiewitz

Foto: Thomas Stankiewiecz

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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