Corona-Krise

Corona-Tagebuch Karl Stankiewitz – selbst positiv?

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Jetzt bin ich selbst in die Corona-Mühle geraten. Im Familienkreis wollte ich wieder mal auf dem schönen Höhenweg von Bayrischzell nach Osterhofen wandern. Schon bei der ersten geringen Steigung blieb mir, obwohl maskenlos, buchstäblich die Luft weg. Dem Schock folgte die Angst: Ist nicht Atemnot eines der typischen Symptome und der bleibenden Folgen einer Covid-19-Infektion? Laut NetDoktor deutet Atemnot sogar auf einen schweren Verlauf der Krankheit hin.

Daheim, in der freiwilligen Quarantäne, wurde es rasch schlimmer. Ich musste den Ärztlichen Notdienst rufen. Zur quälenden Atemlosigkeit kamen eine gewisse Appetitlosigkeit und schnelle Erschöpfung, nicht aber Fieber oder Husten. Höchste Zeit für einen Coronavirus-Test. Meine Hausärztin nahm den Abstrich, vom Fenster aus vor, um keine Patienten in in der Praxis zu gefährden, ich stehe dabei draußen auf der Liebigstraße. Der Befund heute am 19.11.. NEGATIV!

Jedenfalls habe mir eine massive Dispnoe zugezogen: eine Anhaltende Atemnot vermutlich in Verbindung mit altersbedingter, noch abzuklärender Herzschwäche. Und jedenfalls erfahre ich aus dem Netz: Panikstimmung und Stress könnten durchaus zu Sauerstoffabfall mit plötzlicher Atemschwäche beitragen, also nicht nur umgekehrt. Ich bin in der Mühle, ich ziehe die Konsequenz: Künftig werde ich die Mahnungen von Wissenschaftlern und kompetenten Politikern sowie die daraus abgeleiteten, noch so harten Maßnahmen noch penibler als bisher beachten, auch wenn sie uns allen vorübergehend ein Stück Lebensqualität nehmen.

Eine Frage drängt sich mir noch auf: Wie viel Dummheit und Rücksichtslosigkeit zum Schaden der Gesellschaft wollen sich einzelne Mitbürger, junge wie alte, denn noch leisten? Was für eine Art Virus spukt in den Köpfen sogenannter „Querdenker“ und anderer, die Verzicht und Disziplin anscheinend nie gelernt haben? Leute, werdet vernünftig, bevor in den Intensivstationen die Beatmungsmaschinen knapp werden! Erkennt wenigstens diese rechten Rattenfänger, denen die gesteuerte Verblödung ihren Zielen näher bringt.

Apropos „Querdenker“: das Wort stammt von Kurt Tucholsky. Er hat es unserem Karl Valentin zugedacht. Der Berliner Satiriker hat sich auch viele Gedanken über Seuchen gemacht. Zum Beispiel über die Spanische Grippe von 1919 mit 50 Millionen Toten; „Was schleicht durch die kriegführenden Länder…?“ Lustiger ist die lange Abhandlung über die gemeine Grippe, die Tucho als Peter Panter 1931 so enden ließ: „Die Grippe ist keine Krankheit – sie ist ein Zustand.“ Dieser handschriftliche Text hängt als Kopie im Wartezimmer meiner Hausärztin. Angebracht hat es ihr Vorgänger. Der leitet heute zusammen mit seinem Zwillingsbruder jenes Biopharma-Unternehmen, das den ersten verheißungsvollen Impfstoff gegen die derzeitige Pandemie entwickelt hat. Seltsame Zusammenhänge, nicht wahr?

Aktuelle Zusatz-Information: In  Bayern werden jetzt  jeden Tag etwa 47 000 Coronatests vorgenommen, die amtlich oder privat organisierten Test-Stationen und die niedergelassenen Ärzte könnten maximal 78 000 Abstrichuntersuchungen täglich übernehmen. Engpässe gibt es aber in den Untersuchungslabors.

Foto: Thomas Stankiewitz beim Corona-Test von Karl Stankiewitz

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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