Kirche

Christopherus – Schutzpatron der Reisenden

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am 24. Juli feiern wir den Gedenktag des Heiligen Christophorus. Vielen ist der Heilige Christophorus vermutlich als Plakette bekannt, die man ins Auto kleben oder sich am Fahrrad befestigen kann. Er gilt unter anderem als Schutzpatron der Autofahrer, Radfahrer und Reisenden.

In einigen Kirchen ist eine überlebensgroße Darstellung des Heiligen zu finden, unter anderem in der Greimhartinger Kirche. Christophorus trägt bei diesen Darstellungen Christus auf seinen Schultern. Die Bedeutung seines Namens ist „Christusträger“. Gemeint war ursprünglich, dass Christophorus Christus in seinem Herzen trägt. Die bildliche Darstellung geht zurück auf eine Legende: Ein riesenhafter Mensch namens Ophorus wollte nur dem mächtigsten aller Könige dienen. Seine Suche war zuerst erfolglos, so übernahm er, aufgrund seiner Größe, die Aufgabe Menschen auf seinen Schultern durch einen reißenden Fluss zu tragen. Eines Nachts hörte er ein Kind rufen, das über den Fluss getragen werden wollte. Ophorus nahm das Kind auf seine Schultern, mit jedem Schritt durch den Fluss wurde das Kind schwerer und die Flut stieg ihm bis an den Hals. Auf der anderen Seite angekommen, wurde Ophorus klar, dass er Christus auf seinen Schultern getragen hatte und mit ihm die ganze Welt. Er ließ sich daraufhin taufen.

Die Darstellungen des Heiligen in und an den Kirchen und Häusern wurden dort angebracht, weil der Blick auf Christophorus (und damit auch auf das Christuskind) vor einem plötzlichen Tod bewahren sollte. So gab es damals die Überzeugung, dass man möglichst jeden Tag eine Christophorus-Figur oder Darstellung sehen sollte. Die Darstellung in Greimharting ist aus dieser alten Tradition übriggeblieben. Mit den Lockerungen nach dem Lockdown zieht es die Menschen hinaus. Sie wollen wieder unterwegs sein. Vielleicht entdecken Sie ja auf ihren Wegen auch irgendwo eine Christophorusfigur oder –darstellung.

Bericht und Fotos: Gemeindereferentin Cornelia Gaiser (entnommen dem Pfarrbrief für den Pfarrverband Westliches Chiemseeufer)

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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