Brauchtum

Chiemgauer Trachtler durch Corona ausgebremst – Teil 2

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nach zwei Jahren war es für die 23 Trachtenvereine des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte wieder möglich, eine Versammlung in Präsenz durchzuführen. Hierzu konnten Zweite Vorsitzende Maria Höhne vom gastgebenden Trachtenverein „Chiemgauviertler“, Erster Bürgermeister Konrad Linner von der Gemeinde Amerang und Erster Gauvorstand Miche Huber in der Mehrzweckhalle von Amerang die Delegierten willkommen heißen, die gut 8.000 Trachtlerinnen und Trachtler des Verbandes vertraten.

Eingangs erinnerte Gauvorstand Huber an die seit der Herbstversammlung am 6. Oktober 2019 in München verstorbenen Trachtenkameraden und ganz aktuell an den   Trachtler Bartholomäus Hollinger vom GTEV Söllhuben, der als Gebietsvertreter vom Gauverband I viel für den Bayerischen Trachtenverband und für die gute Nachbarschaft mit dem Chiemgau-Alpenverband geleistet hat. Gauschriftführer Jürgen Wiegmann erinnerte an die wegen Corona veränderten Gaufest-Vergaben, so wird im kommenden Jahr das Gaufest in Schleching sein und ein Jahr später sind die Reit im Winkler Trachtler Gastgeber. Das Gaufest 2024 wird am 22. April nächsten Jahres bei der Frühjahrsversammlung in Hohenaschau vergeben werden. Gauvorplatter Thomas Stoib lud zu einer Vorplattler-Versammlung im Freien in Prien ein. Die dabei von Martina Huber und Michael Memminger vorgestellte Umfrage mit dem Titel „Trachtenverein im Wandel“ fand auch bei den Delegierten großes Interesse. „Von unseren rund 400 aktiven Dirndl und Buam nahmen 170 an der anonymen Online-Umfrage teil, die Ergebnisse zeigten, dass den Aktiven das Zusammenkommen bei Proben, Veranstaltungen und ganz besonders beim Gaufest und bei der Wallfahrt wichtig sind“ – so das Umfrage-Duo. Gaujugendleiter Christoph Bauer informierte, dass wegen Corona keine Preisplatteln möglich waren und dass deshalb die Zusammenstellung der nächsten Gaujugendgruppe bei vier Gebietsproben erfolgen wird. Gaumusikwart Andreas Hilger gab bekannt, dass parallel zum Gesangsbuch für Feldmessen ein Blasmusiksatz für 20 Stimmen erstellt wurde. Der Alpenländische Satz ab vier Bläser ist bei ihm erhältlich. Gautrachtenwartin Elisabeth Tengler plant – sobald es die Zeit zulässt – zu einem Kaffeekranzl der Trachtenfrauen nach Staudach einzuladen und auch wieder einen Adventskalender herauszugeben. Anita Moka vom Sachgebiet  Öffentlichkeitsarbeit stellte erste  Entwürfe für die Neugestaltung des Heimat- und Trachtenboten vor. Klaus Weisser, seit 40 Jahren Gaukassier bei den Chiemgauer Trachtlern, konnte von Revisor Jakob Riedlsperger eine einwandfreie Buchführung bescheinigt werden.

„Es war nicht einfach, aber die Freude lassen wir uns nicht nehmen!“

Reichlich Dank sprach Gauvorstand Michael Huber den Jugendleitern, Vorplattlern, Dirndlvertreterinnen und Musikanten für den stets gegenseitig gesuchten Kontakt aus und er sagte: „Es war nicht einfach durch Corona, denn Brauchtum braucht wiederkehrende Anlässe mit Sinn!“. Die vielen abgesagten Termine, unter anderem wurden der für die nächste Zeit geplante   Gauball und das Aktivenfest wieder abgesagt, da mit den 3-G-Plus-Regeln eine freie und frohe Durchführung nicht gewährleistet ist. Dazu kommentierte der Gauvorstand: „Einfach wird es uns nicht gemacht, mit den unsicheren Planungen entstehen eine ungute Stimmung und die Gefahr der Spaltungen. Die Pandemie wird uns noch länger begleiten, sie wird uns verändern und so wünsche ich mir, dass mit gescheiteren Vorgaben und mit positiver Einstellung die Zukunft wieder besser wird. Wir lassen uns jedenfalls die Freude nicht nehmen, Jung und Alt werden im Chiemgau-Alpenverband auch zukünftig miteinander feiern“.

Gauversammlung mit Neuwahlen im Herbst 2022 in Rottau

Einstimmig vergeben wurde die Gauherbstversammlung 2022 mit Neuwahlen der Gauvorstandschaft nach Rottau für den 14. Oktober. Am 4. und 5. Februar nächsten Jahres wird es eine Vorstände-Klausur im Trachtenkulturzentrum Holzhausen geben. Erich Hagner, mit 89 Jahren der älteste Versammlungsteilnehmer, vom Trachtenverein Chiemgau-München dankte Gauvorstand Miche Huber für dessen Ansprache bei der heurigen und coronabedingt eingeschränkten Wallfahrt nach Raiten mit den Worten: „Du hast mit Deinem Blick auf die Kirche von heute aus der Sicht eines Gauvorstandes große Aufmerksamkeit erreicht“.  Die musikalische Gestaltung übernahm die Troadkasten-Musi aus Obing (über Ehrungen und Gratulationen berichten wir noch gesondert).

Am Rande:

Scherzhaft erklärte Gauvorstand Michael Huber, was Corona schon angerichtet hat, als er sagte: „Bereits jetzt gibt es wegen Corona zwei aussterbende Arten, es sind dies der Schluckspecht und der Biertimpfl, denn ihnen wurde durch die Sperrung der Biergärten die natürliche Lebensgrundlage entzogen“.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Gauversammlung in Amerang 1.  Bgm. Linner mit den Gauvorständen Michael Huber und Georg Westner  2. Blick in die Versammlung, 3. Troadkastenmusi 4. Abstimmungen  5. Erich Hagner  6. Klaus Weisser, seit 40 Jahren Gaukassier.

Weitere Informationen: www.chiemgau-alpenverband.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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