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Chiemgauer Rumännien-Hilfe: Weihnachtsbrief

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Liebe Freundinnen und Freunde, wieder ist ein Jahr vergangen und unsere Rumänienhilfe hat nach 28 Jahren noch immer seine Daseins-berechtigung. Obwohl Rumänien seit 10 Jahren zur Europäischen Union gehört, ist Hilfe für Menschen in Not leider immer noch dringend notwendig. Das soziale Netz ist so großmaschig, dass insbesondere alte, kranke, hilfebedürftige Menschen einfach durchfallen und in einer unvorstellbaren Armut leben müssen. Ein sehr großes Problem ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit. So gehen viele junge Menschen ohne Zukunftsaussichten in das Ausland, wo sie als Ungelernte im Niedriglohnbereich arbeiten. Wie wir von unseren Partnern immer wieder zu hören bekommen, gibt es bei der Umsetzung von EU-Vorschriften sehr oft Probleme, mit denen die Arbeit der verschiedensten Projekte gebremst, ja manchmal gar unmöglich gemacht wird. Immer noch sitzen korrupte Leute aus dem alten Regime in wichtigen Positionen und behindern neue Ideen und Vorhaben. Doch wir wollen uns nicht beirren oder von unwilligen Behörden einbremsen lassen. Mit unseren Partnern und Freunden in Rumänien gehen wir in Gottes Namen weiter, zum Wohle der Armen und Bedürftigen.

Mit Euren Geld- und Sachspenden haben wir nicht nur soziale Einrichtungen für Arme und Bedürftige in den verschiedensten Landesteilen unterstützt. Wir konnten dazu noch Einrichtungen für Kinder finanziell unter die Arme greifen. Auch in Zukunft wollen wir unser Augenmerk besonders auf die Förderung der Kinder lenken. Dazu gehört auch Talentförderung wie hier in Zeichen-und Malkursen oder mit Theaterspielen als Training für mehr Selbstbewusstsein.

9 große LKW mit verschiedensten Hilfsgütern konnten wir in diesem Jahr wieder auf den Weg schicken. Dafür will ich mich bei den vielen Spendern und Helfern ganz herzlich bedanken. Doch damit diese Hilfstransporte auch an die vorgesehenen Orte kommen, benötigen wir nicht unerhebliche Geldspenden. Ohne diese könnten wir die Transporte niemals finanzieren. Bitte denkt auch daran.

Die Bankverbindung findet Ihr ganz unten.

In Piatra Neamt, einer Stadt weit im Osten des Landes halfen wir mit Sach- und Geldspenden, damit ein christliches Sozialzentrum für arme Menschen fertig gestellt werden konnte. In dieser Einrichtung bekommen bedürftige und alte Men-schen, die am Existenzminimum leben, eine warme Mahlzeit und einfache medizinische Betreuung, denn leider können sich viele keinen Arzt leisten. Ebenso werden Kinder aus armen Familien, meist Romafamilien, mit Essen versorgt und erhalten bei den Schularbeiten Hilfe. Sie werden den Tag über auch mit Spielen betreut, damit sie von der Straße weg sind.

Dem Diakonieverein der evang. Kirche in Alba Iulia helfen wir vor allem mit Kleidertransporten, die immer noch sehr begehrt sind. Durch die Verwertung kann diese Einrichtung Großartiges leisten. Es geht dabei um den Erhalt eines Behindertenzentrums, in welchem derzeit 50 behinderte Menschen leben und wohnen. Sie werden dort sehr gut versorgt, gepflegt und auch betreut. Soweit es möglich ist werden sie in der Förderstätte auch gefördert. Es ist dies eine vorbildliche Einrichtung, die jedoch ohne Spendenhilfe nicht existieren könnte.

In der Pflegestation der Diakonie werden alte und kranke Menschen aufgenommen und können dort einen menschenwürdigen Lebensabend verbringen. Dies alles wäre ohne Hilfe von außen einfach nicht möglich, denn aus dem Geld, das vom Staat kommt, kann nur ein kleiner Teil der Personalkosten bezahlt werden.

Ebenso ist es mit dem Alten- und Pflegeheim von Schwester Maria in Alba Iulia. Bei ihr werden alle Bedürftigen aufgenommen und gepflegt, meist bis zum Ende ihres Lebens. Es sind Leute die sonst total einsam und verlassen sind, keine Angehörigen haben und auch kein Geld, um sich von Nachbarn betreuen zu lassen.

Die meisten von Euch wissen es: Von Anfang an haben wir Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen im Sommer auf eine mehrtägige Kinderfreizeit geschickt damit sie aus ihrer tristen Umgebung herauskommen und mit anderen Kindern eine nette Gemeinschaft haben, in der ihnen auch von Gott etwas erzählt wird. In diesem Sommer schickten wir die Kinder aus dem von uns betreuten Kinderheim „Casa Ray“ in Dobreni, gemeinsam mit weiteren Kindern aus sehr armen Familien in eine wunderschöne Gebirgsgegend des Landes. Das Kinderheim Casa Ray, mehrfach habe ich darüber berichtet, braucht auch weiterhin finanzielle Unterstützung. Nachdem die Brandschäden aus dem Jahr 2016 zu einem guten Teil behoben und keine Geldreserven mehr da sind, hat sich ein privater Sponsor aus nicht ganz plausiblen Gründen zurückgezogen. Wir wollen versuchen, diese Lücke, soweit es uns möglich ist, auszufüllen. Monatliche Dauerspender würden uns helfen, der Heimleitung regelmäßig Geld für die laufenden Unterhaltskosten zu überweisen.

Wie des Öfteren berichtet unterstützen wir schon längere Zeit mit Euren Spenden begabte Kinder aus Bergbauernfamilien in der Bukowina. Derzeit sind es 7 Kinder die mit 50 € im Monat gefördert werden. Der Schulweg ist bei vielen lang und beschwerlich, insbesondere im Winter. Diese Kinder haben das Zeug um nach der Hauptschule noch das Gymnasium zu besuchen und zu studieren. Leider fehlt den Eltern das Geld, für den Bus in die nächste Stadt, die Schulbücher oder auch die Unterkunft am Studienort. Mit dieser Förderung in Bildung können sie im Berufsleben vorwärts kommen.

Zum Schluss dieses Briefes ist es Zeit um meinen treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank zu sagen für dieses erfolgreiche Jahr, für die unerschütterliche Treue und Wertschätzung. Für den Einsatz und die gute Zusammenarbeit insbesondere wenn ich Gesundheitsprobleme hatte. Es ist Zeit dieses Danke an den Himmel zu malen, weil ihr alle einmalig seid. Danke auch für ein gemeinsames Stück Lebensweg und die wunderbaren Augenblicke der Freundschaft.

Ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten, gesunden Start in das neue Jahr wünscht Euch allen Euer Hans Alt

Bankverbindung:

  • Raiffeisenbank Haag, Hilfsfond der Franziskanerinnen, Kennwort: Rumänienhilfe
  • BIC: GENODEF1HMA,    IBAN: DE 74 7016 9388 0000 4271 95

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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