Leitartikel

Chiemgauer Helferkreis für die Ukraine informiert im Jubiläumsjahr

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 20 Jahren gibt es einen regen Chiemgauer Helferkreis für die Diözese Ternopil in der Ukraine mit Sitz auf Frauenchiemsee. Dieses Jubiläum war vom Helferkreisverein mit der Ersten Vorsitzenden Katharina Schmid aus Rohrdorf-Höhenmoos wohl vorbereitet worden – fiel allerdings gleich zu Beginn der Corona-Pandemie den damit verbundenen Reise-Beschränkungen zum Opfer. Nun muss auch die vorgesehene Jahresversammlung abgesagt werden, so dass sich Katharina Schmid auf anderen Wegen an ihre Mitglieder und an die Öffentlichkeit wendet.

„Im Frühjahr waren zum Jubiläum und zum von langer Hand vorbereiteten Konzertreise-Besuch des Seminaristen-Chores alle Vorbereitungen getroffen. Höhepunkt wäre in der Greimhartinger Kirche eine Bischofsmesse mit drei Bischöfen aus der Ukraine gewesen, für eine ganze Woche waren alle Unterkünfte, Freizeitpläne, Gottesdienste und Gastgeschenke vorbereitet. Gott sei Dank wurde die Reise noch einen Tag  bevor die Grenzen dicht waren, abgesagt“ – so Kathi Schmid im Rückblick. Vorausschauend will sie berichten, dass der Verein auch und gerade in Corona-Zeiten aktiv war und bleiben will.

Als im Frühjahr aus den Reihen des Priesterseminares Yuriy Lopatinsky im Chiemgau zu Besuch war, konnte ihm für die Renovierung des Frauenhauses in Lemberg eine Spende von 1.000 Euro aus den Einnahmen des Priener Mittfastenmarktes sowie eine weitere Spende von 400 Euro von der Frauengemeinschaft von Greimharting übergeben werden. Im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe soll von den Kleinbauern in der Ukraine ein Milchtank angeschafft werden, die Kosten in Höhe von 2.000 Euro will ebenfalls der Chiemgauer Helferkreis übernehmen. Wie Katharina Schmid weiter informiert, waren Mitglieder vom Helferkreis ehrenamtlich im Einsatz beim Handwerkermarkt des Musikfördervereins von Wildenwart (Gewinn aus dem Verkauf betrug 800 Euro) und beim letztjährigen Kathreinmarkt in Prien brachte ein Stand mit Suppentopf und Zwetschgenbavesen 870 Euro. Heuer sind diese Märkte und auch der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel, der in den letzten Jahren auch einen lukrativen Verkaufsstand ermöglichte, bereits abgesagt. Ein kleiner Ersatz ist der Hofladen vom Wastlhof in Prien-Elperting (Priener Freilandeier), dort gibt es ständig Marmeladen und zu bestimmten Zeiten auch weitere Artikel, deren Erlöse dem Helferkreis zugutekommen.

„Die von den Priestern geleisteten Dienste in der Diözese sind zum größten Teil ehrenamtlich – all das wollen wir mit unserer Unterstützung würdigen und so können wir dazu beitragen, dass das Leben in der Diözese mit nur mäßigen Einnahmen finanziell gemeistert werden kann“ – so Vorsitzende Katharina Schmid und sie nennt auch gleich wieder konkrete Maßnahmen: „Ein neu gebauter Schweinestall, eine Schweinepest im letzten Jahr und eine heuer mäßig ausgefallene Weizenernte – das wäre ein neues Hilfs-Objekt. Gerne nehmen wir auch wieder ukrainische Studenten von Eichstätt zu einem Besuch und Kennenlernen unserer Region auf. Und Pfarrer Shafran, der schon oft im Chiemgau war, hat ein Projekt angefangen mit schnell wachsenden Bäumen zugunsten von Brennholz und zur Reduzierung von Erdgas und Strom – auch da könnten wir unmittelbar der Bevölkerung helfen“.

Schade war es für den Helferkreis, dass die beim Jubiläum vorgesehenen Geschenke nicht übergeben werden konnte. So war unter anderem vorgesehen, Bischof Vasyl Semenyuk, der seit Anfang an mit dem Chiemgau eng verbunden ist, zu dessen 70. Geburtstag mit einem Präsent zu überraschen. „Das und manch Anderes müssen und wollen auf wieder bessere Zeiten zurückstellen, derweil bleiben wir mit Briefen, Telefonaten und Gebeten in Verbindung“ – so Katharina Schmid, die sich über Anregungen und Unterstützungen jederzeit freut und telefonisch unter 08032-5578 oder per mail schmid-rohrdorf@t-online.de erreichbar ist.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke und Erinnerungen an die Aktivitäten des Helferkreises für die Diözese Ternopil-Ukraine e.V.

  1. Erzbischof Vasyl Semenjuk
  2. Kirche Ternopil
  3. Priesterchor in der Kirche St. Florian bei Frasdorf
  4. 2004 Besuch des Priesterchors auf dem Samerberg an der Hochriesbahn (stehend Mitte Kathi Schmid)
  5. Priesterseminaristen zu Gast bei Chiemgauer Freunden
  6. Eine der Spendenübergaben mit 1. Vorsitzenden Kathi Schmid und Zweitem Vorsitzenden Fritz Tischner (re.).

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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