Brauchtum

Chiemgau-Alpenverband: 219 Delegierte in Bernau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein ereignisreiches Trachtenjahr steht den insgesamt 7.995 Mitgliedern in den 23 Trachtenvereinen des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht uns Sitte bevor. Höhepunkt wird dabei das 81. Gautrachtenfest am 30. Juli in Prien-Atzing beim GTEV „Daxenwinkler“ sein. Dies und viele weitere Termine gab die Vorstandschaft des Verbandes bei der Frühjahrsversammlung im Saal des Gasthauses „Kampenwand“ in Bernau vor 219 Delegierten bekannt.

Eingangs hießen nach einem Gruß von jungen Bernauer Musikanten Gauvorstand Miche Huber und Bernaus Erster Bürgermeister Philipp Bernhofer die Delegierten und Ehrenmitglieder willkommen. Bürgermeister Bernhofer dankte für die Versammlungs-Abhaltung in Bernau (und damit auf historischem Boden) und er lobte die Trachtler mit den Worten: „Eure Bemühungen, Tracht und Sitte zu erhalten und zu pflegen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“. Besonders lobte er die Chiemgauer Trachtler wegen ihrer sauberen Auftritte bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin, im kommenden Jahr werden sich daran auch wieder die Bernauer Trachtler und Blasmusikanten beteiligen. Als neue Vereinsvorstände stellten sich Otto Dufter junior aus Unterwössen, Andreas Greimel aus Oberwössen und Herbert Strauch aus Übersee vor. Gauschriftführer Jürgen Wiegmann aus Rottau gab viele Termine bekannt, unter anderem die traditionelle Wallfahrt am Donnerstag, 25. Mai nach Raiten. Von einem gut angenommenen Ranzenstickkurs, vom Trachtenmarkt-Besuch in Holzhausen, von neu überarbeiteten Bewertungs-Richtlinien für den Festzug beim Gaufest und von weiteren Aktivitäten wusste Trachtenwartin Elisabeth Dengler aus Übersee zu berichten. Musikalisch viel los war im Winter bei den Musikanten. Wie Volksmusikwart Thomas Hiendl aus der Feldwies informierte, waren mehrere  Singstunden gut besucht, für die Veranstaltungsform „Frisch aufg´spuit und g´sunga“ sollen neue Wege beschritten werden und zusammen mit dem Bayerischen Trachtenverband und mit der Erzdiözese München-Freising wird es noch heuer ein gemeinsames Gottesdienst-Liederheft geben. Von der Rundfunkreform beim Bayerischen Rundfunk sprach Blasmusikwart Andreas Hilger aus Rottau und er erläuterte hierzu: „BR Heimat als digital zu empfangender Sender ist nicht nur eine Insel-Lösung für alle Volks- und Blasmusikfreunde, mit derzeit täglich 300.000 ist die Anzahl der Hörer rapid steigend, in einigen Jahren wird es zudem die Umstellung von UKW- auf DAB-Empfang geben“. Hilger lud noch zur Mitfahrt mit der Gaugruppe und mit dem Bus zur Veranstaltung am Freitag, 28. April zur Veranstaltung „Boarischer Lenz“ im Münchner Löwenbräukeller ein, Interessierte können um 17 Uhr in Frasdorf zusteigen. Ein großes Ereignis wird das Jubiläum „100 Jahre Patrona Bavaria“ am Samstag, 13. Mai in München sein, hierzu werden rund 25-30 Tausend Teilnehmer aus den Reihen der sieben Diözesen Bayerns und aus den Gauen des Bayerischen Trachtenverbandes erwartet. Für das Jahr 2018 kündigte Hilger wieder eine Passions-Musik-Veranstaltung des Gauverbandes an.

Gauvorplattler Thomas Stoib aus Wildenwart informierte, dass sich die Vorplattler der Vereine entschieden haben, ab heuer beim Gaudirndldrahn (am Freitag, 28. Juli in Atzing) alle Teilnehmerinnen wieder in einer einzigen Altersklasse starten zu lassen, die besten Vierzehn werden dann der neuen Gaugruppe angehören. Geplant ist, dass alle in den Vereinen bekannten Plattler und Tänze in einer Sammlung erfasst werden. Am Sonntag, 13. August beteiligen sich die besten Schuhplattler des Chiemgau-Alpenverbandes am Gauoffenen Preisplatteln des Gauverbandes I in Traunstein, die Teilnehmer vom Chiemgau werden beim Gaupreisplatteln eine Woche zuvor in Atzing ermittelt. Jugendwart Christoph Bauer junior aus Sachrang wird sich mit der Gaujugendgruppe am 30. April in München beim dortigen Frühlingsfest sowie an Pfingsten bei den Feierlichkeiten des Trachtenvereins Ratzingerhöhe in Greimharting beteiligen. Über den Winter trafen sich viele Dirndl und Buam, um sich zu alten Begriffen mit Malen zu beschäftigten, die Ergebnisse sollen wieder in einem Kalender, voraussichtlich im Jahr 2019 sichtbar werden. Für den Herbst 2018 soll noch ein Verein gefunden werden, der sich -eventuell zusammen mit einem weiteren Verein- zur Ausrichtung des Gau-Jugendtages bereit erklärt.

„Was weg ist, ist weg – da gibt es keine Returntaste“ – Appell zur Mundartpflege

Anja Voit, Brauchtumswartin aus Oberwössen appellierte eindringlich, für den Erhalt der Sprache etwas zu tun. „Die Eltern, aber auch die Vereine sind gefordert, es schleichen sich immer mehr ungute Veränderungen ein“, so Anja Voit, die weiters sagte: „Was weg ist, das ist weg, da gibt es keine Returntaste. Wenn wir unsere Sprache und unseren Dialekt verlieren, dann verlieren wird einen Teil unserer Identität, einen Teil unserer Wurzeln und damit einen Teil unserer Heimat“. Letztlich forderte sie, die Sprache wieder zum Thema zu machen, ob daheim, im Verein, im Kindergarten oder in der Schule. Desweiteren gab Anja Voit noch bekannt, dass am 30. April in Marquartstein mit dem „Tanz in den Mai“ ein Abschlussball für verschiedene erfolgreich abgeschlossene Tanzkurse mit Gauvolkstanzwart Otto Zaiser stattfindet und dass am 7./8. Oktober zum Thema „Hochzeit“ eine ausführliche Beratung im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen vorgesehen ist. Preisrichterobmann Sepp Spiegelberger aus Wildenwart erläuterte neue Preisrichter-Einteilungen für das Gaudirndldrahn und für das Gaupreisplatteln und er bat um weitere Nachwuchsförderung auf diesem Gebiet.

„Geschlossenheit und Sauberkeit wollen wir weiter in unseren Reihen bewahren“ – mit diesen Worten erklärte Gauvorstand Miche Huber die neuen und zuletzt vor 13 Jahren überarbeiteten Richtlinien zur Bewertung der Tracht. Dies soll – so Huber weiter – ungewollten Einflüssen gegensteuern. „In einer Zeit des rasanten Wandels wollen wir nicht Jammern, sondern uns auf Neues einstellen und damit neue Chancen wahrnehmen“, so der Gauvorstand, der sich noch für den Zusammenschluss der drei Gaufeste im Landkreis Rosenheim unter dem Motto „Trachtensommer“ bedankte und ein Lob den Trachtenvereinen von Höhenmoos (110 Jahre, www.trachtenverein-hoehenmoos.de) und von Greimharting (60 Jahre, www.trachtenverein-greimharting.de) für deren heurige Jubiläumsfeierlichkeiten vom 18. bis 28. Mai bzw. vom 2. bis 5. Juni (Pfingsten) zollte. In der freien Aussprache lud Festleiter Michael Schlosser junior vom Trachtenverein „Daxenwinkler“ zum heurigen Gaufest vom 27. Juli bis 7. August nach Atzing, Teil der Vorbereitungen sind zwei öffentliche und eintrittsfreie Volkstanzkursabende mit Tanzwart Otto Zaiser am Dienstag, 25. April und am Dienstag, 2. Mai jeweils ab 20 Uhr im Vereinshaus in Atzing.

(Weitere Berichte zu Nachwahlen, Ehrungen und Veranstaltungsvergaben folgen noch).

Fotos: Hötzelsperger  – Eindrücke von der Gauversammlung des Chiemgau-Alpenverbandes in Bernau – u.a. mit der Vorstellung der neuen Vereinsvorstände Otto Dufter junior aus Unterwössen, Andreas Greimel aus Oberwössen und Herbert Strauch aus Übersee.

Nähere Informationen:  www.chiemgau-alpenverband.dewww.gaufest.bayern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist und Leiter der Gäste-Information Samerberg bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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