Corona-Krise

Caritas international durch Pandemie weltweit gefordert

Caritas international hat 2020 Spenden in Höhe von 36,7 Millionen Euro eingenommen. Damit konnte das Hilfswerk der Deutschen Caritas seine Hilfsleistungen 2020 auf 82,7 Millionen Euro steigern und in 74 Ländern 683 Hilfsprojekte finanzieren. „Die Spenderinnen und Spender von Caritas international haben den Blick für die Notlage der Menschen weltweit auch unter Corona-Einschränkungen im eigenen Land bewahrt“, sagte Prälat Peter Neher, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes bei der Vorstellung des Jahresberichtes von Caritas international vor Journalist_innen in Freiburg. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Caritas international ist 2020 mit ihrer Arbeit besonders durch die Pandemie gefordert worden. „Nie zuvor hat eine einzelne Krise so viele Todesopfer verursacht und so viele Menschen in existenzielle Not gestürzt“, sagte Oliver Müller, der Leiter von Caritas international. Das Hilfswerk konnte durch seine Corona-Projekte mehr als eine Million Menschen weltweit unterstützen. Um die Pandemie zu beenden, sei jedoch mehr weltweite Solidarität gefordert, mahnte Müller. „Gerade in der Impfstoffverteilung müssen die Staaten bereit sein, Egoismen hinter sich zu lassen.“

Eine weitere große Aufgabe für Caritas international war auch 2020 die Unterstützung für Flüchtlinge und Migrat_innen weltweit. Oliver Müller ist erst vor einigen Tagen von einem Besuch der Insel Lesbos zurückgekehrt. „Die Zustände im Übergangslager Kara Tepe sind aus humanitärer Sicht unzureichend und müssen schnellstens verbessert werden“, forderte Müller. „Viele Menschen sind schon lange dort. Ihnen geht es psychisch sehr schlecht, sie sind perspektivlos“, beschreibt er deren Lage. Auch ein dreiviertel Jahr nach dem Brand des Camps Moria lebt die Mehrzahl der 4.330 Geflüchteten und Migrant_innen in Zelten, die sie nur unzureichend vor dem Wetter schützen und kaum Privatsphäre bieten. „Die humanitäre Situation erfordert, unsere Hilfe weiter auszubauen“, sagte Müller. Es dränge sich der Eindruck auf, dass das Lager Kara Tepe ein sichtbares Zeichen der Abschreckung sein und bleiben solle. „Im Sinne aller verbliebenen Menschen im Camp müssen EU und Griechenland dringend handeln.“

Peter Neher spricht sich in diesem Zusammenhang deutlich gegen die durch die EU geplanten Asylverfahren an den Außengrenzen aus. Diese sollen bis März 2022 auf der Insel Lesbos starten. „Diese Verfahren können weder fair noch rechtstaatlich sein. Vielmehr drohen Verhältnisse wie im Camp Moria, wenn die Menschen nach negativen Bescheiden noch monatelang dort festsitzen“, sagte Neher. Die EU müsse Verfahren etablieren, die die Rechte der Geflüchteten und Migrant_innen wahren und europäische Werte und Standards einhalten.

Spendemöglichkeiten:

Bericht und Fotos: Caritas International

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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