Landwirtschaft

Bulldogtreffen am Sonntag, 28. Mai in Aschau i. Chiemgau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Wir machen in diesem Jahr wieder eine Lanz-Sonderschau und erwarten dazu ein Dutzend alter Lanz Bulldogs aus den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts“, so Sebastian Bichler von den Aschauer Bulldogfreunden. „Dazu stellen wir drei alte Dampfmaschinen vor und die „Selbstfahrende Dampfzugmaschine Typ D“ gebaut 1912 von Heinrich Lanz in Mannheim. Sie ist 15 Tonnen schwer und leistet 80 PS. Sie hat einen ungeheuren Appetit, braucht 3000 Liter Wasser für den Betrieb und verschlingt täglich einen Festmeter Holz. Nach über 100 Jahren und unzähligen Arbeitsstunden wurde sie wieder zum Leben erweckt“.
Am Sonntag, 28. Mai ab 9 Uhr beim zwölften Bulldogtreffen der Aschauer Bulldogfreunde am Freibad in Aschau können die Besucher einer der ältesten erhaltenen Dampfmaschinen im Original bei der Arbeit zuschauen: es gibt weltweit nur noch zwei Stück von ihnen.
Sebastian Bichler aus Umrathshausen zeigt für die Liebhaber der alten Maschinen am Aschauer Freibad seine restaurierte Dampfzugmaschine Typ D Baujahr 1912, einen Rumely-Dampfbulldog aus den USA von 1911 und einen Kaelble-Steinbrecher aus dem Jahr 1933, der nach langen Jahren Stillstand zu neuem Leben erwacht ist. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn so eine alte mechanische Maschine nach 80 oder 100 Jahren läuft, als hätte sie keinen Tag still gestanden “. Man merkt es schon, dass Sebastian Bichler ein bissel stolz ist auf die originalgetreue Restaurierung dieser Maschinen. „Viele Teile mussten wir selber neu fertigen, originale Ersatzteile für eine Dampfzugmaschine Typ D, Baujahr 1912 oder einen Kaelble-Steinbrecher Modell 1933 gibt es beim Hersteller und im Handel schon lange nicht mehr“.
Über 250 alte Bulldog, Traktoren, Zugmaschinen, stationäre Motoren, landwirtschaftliche Geräte und Maschinen und ihre stolzen Besitzer aus der ganzen Region treffen sich in Aschau. Alle bekannten Landmaschinenmarken der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, wie Lanz, Deutz, Kramer, Hanomag, Fendt oder Eicher erwarten die Aschauer Bulldogfreunde. „Wir haben schon ein paar Monate auf dieses Bulldogtreffen hingearbeitet und freuen uns über jeden der mit seiner Maschine zu uns kommt“, so Sebastian Bichler. Schon damals beim Kauf waren sie der Stolz ihres Besitzers, die Traktoren, Schlepper und Bulldogs aller Fabrikate, die kleinen wendigen Traktoren aus dem Bergland ebenso, wie die PS-starken Gefährte aus dem Unterland; heute nach über 70 Jahren sind sie liebevoll restauriert und natürlich voll funktionsfähig. Manche sorgsam gepflegten Glanzstücke dürften bei ihrer Neuanschaffung in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schlechter ausgesehen haben, als heute nach der gründlichen Überholung und der abschließenden Verschönerung mit Farbe und Pinsel. „Es ist Ehrensache, dass jeder Teilnehmer den Festplatz auf vier Rädern erreicht, nur bei den Uralt-Veteranen, die noch auf Eisenreifen fahren oder mit Hartgummibandagen auf den Rädern machen wir eine Ausnahme“, so die beiden Vorsitzenden des Aschauer Bulldogvereins Robert Stuffer und Sebastian Aringer. Mindestens 50 Jahre haben sie schon alle auf dem Buckel die landwirtschaftlichen Veteranen, die in Aschau erwartet werden; die Bulldogvereine aus der Region werden vollzählig mit ihren Prachtstücken erschienen. Der Verein mit den meisten Fahrzeugen erhält einen Ehrenpreis des Vereins der älteste vorgestellte Bulldog erhält den Ehrenpreis des Vereins, jeder Teilnehmer erhält eine Ehrengabe. Die Interessenten alter Maschinen können sich in Aschau ein Bild von den Neuigkeiten auf den Landmaschinenmessen der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts machen, können ihre Erfahrungen beim Betrieb alter Maschinen austauschen und nebenbei auch noch ein paar Ersatzteile und Reserven für den eigenen Bulldog daheim mitnehmen.
Für die Kinder dreht eine Miniatureisenbahn ihre Runden, für die notwendigen Brotzeiten und Getränke sorgt der Verein.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

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Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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