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Brannenburger Erinnerungen an die Baumeisterfamilie Dientzenhofer

St. Margarethen in der Gemeinde Brannenburg ist die Wiege der berühmten Baumeisterfamilie Dientzenhofer.  Von der Großfamilie Dientzenhofer wollen wir uns in diesem Beitrag besonders dem zweitjüngsten der fünf Söhne widmen: Leonhard Dientzenhohfer. Sein Vater und seine Brüder prägten mit ihrem Planen, Bauen, Wirken und Schaffen die barocke Bauwelt ihrer Zeit im Süden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

In der Taufurkunde war der Name Leonhard allein verzeichnet, später legte sich Leonhard noch den weiteren Vornamen Johann zu. Das führte natürlich zu Verwechslungen mit seinem jüngeren Bruder Johann, was sich auch bei der Zuordnung von Bauwerken auswirkte. Geboren wurde Leonhard Dientzenhofer am 20. Februar 1660 in St. Margarethen bei Brannenburg, im damaligen Kurfürstentum Bayern, als siebtes Kind der Eheleute Georg und Anna (geb. Thanner). Ebenso wie seine vier Brüder Georg, Wolfgang, Christoph und Johann war auch er ein bekannter und erfolgreicher Baumeister. Im Jahr 1685 heiratete er in Waldsassen mit Maria Anna Hager eine Schwester seiner Schwägerin Maria Elisabeth Hager, die mit seinem Bruder Georg verheiratet war. Sieben Kinder – drei Söhne und vier Töchter – gingen aus der Ehe hervor. Nach dem frühen Tod seiner Frau vermählte sich Leonhard 1699 in Bamberg mit Anna Margaretha Sünder aus Staffelstein, dieser Ehe entstammen zwei weitere Töchter. Für seine Familie errichtete er in Bamberg ein Wohnhaus, wo Leonhard Dientzenhofer am 26. November 1707 im Alter von nur 47 Jahren verstarb.

Hof- und Landbaumeister in Bamberg und Bayreuth

Im Jahr 1687 wurde er in Bamberg unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn Hofbaumeister. Zuvor half er als Polier beim Klosterbau in Waldsassen seinem Bruder Georg und seinen Bruder Johann unterstützte er als Maurermeister in Amberg bei der neuen Anlage des Prämonstratenerstiftes Speinshart in der Oberpfalz. Seine ersten bekannten eigenen Pläne galten der Wallfahrtskirche Trautmannshofen, die Kurfürst Ferdinand Maria aus Dankbarkeit für die Wiederherstellung des katholischen Glaubens in der Oberpfalz und für die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges errichten ließ. Neben der Tätigkeit als Hofbaumeister von Fürstbischof von Schönborn ernannte der Bayreuther Markgraf Christian Ernst den Baumeister und Architekten Leonhard Dientzenhofer zu seinem Hof- und Landbaumeister. Zu seinen eigenen und bedeutenden Bauten gehören unter anderem St. Martin, die ehemalige Jesuitenkirche zum Namen Jesu, das Kloster Michaelsberg bei Bamberg, der Umbau des Karmeliterklosters und die Neue Residenz in Bamberg, sowie Kloster Banz nördlich von Bamberg bei Bad Staffelstein und Schloss Tambach im Landkreis Coburg.

In St. Margarethen bei Brannenburg erinnert der zweigeschossige Einfirsthof „Beim Gugg“ aus dem Jahr 1542 an die oberbayerische Baumeisterdynastie Dientzenhofer. Im 17. Jahrhundert wurde das „Guggen-Gütl“ von Vater Georg bewohnt. In diesem Hof wurden alle Baumeister-Söhne geboren, Vater Georg Dientzenhofer verstarb im Jahr 1673, er fand auf dem Friedhof von St. Margarethen seine letzte Ruhestätte.

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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