Kultur

Brand-Schaden im Freilichtmuseum Glentleiten

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern kam es am gestrigen Sonntag, 15.8., durch Blitzeinschlag zum Brand eines historischen Stadels. Personen wurden nicht verletzt. Die über 100 Jahre alte Streuhütte gehörte zu einem Kleinanwesen aus Kerschlach (Gemeinde Pähl, Landkreis Weilheim-Schongau) und bildete mit diesem zusammen ein Gebäudeensemble. Der Stadel, in dem – wie ehemals üblich – Heu untergebracht war, brannte komplett nieder. Durch den schnellen und tatkräftigen Einsatz der Feuerwehren der Gemeinden Großweil, Schlehdorf, Sindelsdorf, Kochel und Murnau, die von der Glentleitner Betriebsfeuerwehr informiert wurden, konnte der Brand eingedämmt werden, sodass das angrenzende Kleinanwesen nur im Bereich des Wirtschaftsteils leicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Trotz des Brandes ist das Freilichtmuseum geöffnet – derzeit täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Kurz vor 17:00 Uhr ging über der Glentleiten ein starkes Gewitter nieder. In dessen Verlauf kam es zu mehreren Blitzeinschlägen auf dem Gelände des größten Freilichtmuseums Südbayerns. Einer davon traf den Stadel aus Kerschlach. Das Gebäude brannte schnell lichterloh. Die kurze Zeit später eintreffenden Freiwilligen Feuerwehren konnten nur noch dafür sorgen, dass das Feuer gelöscht wurde und nicht auf andere Häuser übergriff. Zum Zeitpunkt des Feuers waren nur noch wenige Besucherinnen und Besucher im Museum; die meisten hatten sich mit dem Aufziehen des Gewitters bereits zum Ausgang begeben.

Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz dankt den Einsatzkräften: „Ich bin vor allem froh, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Den Feuerwehrleuten danke ich von ganzem Herzen für ihren Einsatz. Aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen gilt mein ganzer Dank. Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben höchst besonnen genauso reagiert, wie es die Situation erforderte.“ Der Wert des niedergebrannten Stadels habe vor allem in seiner Zugehörigkeit zu dem Ensemble rund um das komplett mit Originalmöbeln ausgestatteten Kleinanwesens gelegen. „Wir sind natürlich sehr traurig, dass das historische Gebäude unwiederbringlich zerstört ist, aber vor allem froh, dass das Feuer durch die erfolgreiche Brandbekämpfung der Feuerwehren nicht auf weitere Häuser übergreifen konnte.“

Das Freilichtmuseum Glentleiten ist gegen solche Elementarschäden versichert. Wie hoch der finanzielle Sachschaden ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffert werden; der immaterielle Schaden ist jedoch beträchtlich, da die Streuhütte ein Teil eines historischen Ensembles war. Ob das Gebäude rekonstruiert wird, ist noch nicht klar.

Bericht und Bilder: Freilichtmuseum Glentleien 

– Die Streuhütte ist komplett niedergebrannt. Die Feuerwehren verhinderten, dass das Kleinanwesen aus Kerschlach ebenfalls ein Raub der Flammen wurde.
Bildquelle: Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten.

– Die Hofanlage aus Kerschlach bestand aus dem komplett möblierten Wohnhaus und einer Streuhütte.
Bildquelle: Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Nixdorf.

Weitere Informationen: www.glentleiten.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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