Kultur

BR-Heimat – Programm-Vorschau

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Grüß Gott aus München! Nachstehend erlauben wir uns, Ihnen/Euch Informationen über kommende Volksmusiksendungen auf BR Heimat (www.br-heimat.de) zukommen zu lassen (Programmänderungen vorbehalten).

 SERVUS mit StudiogästenJeden Freitag von 15-17 Uhr. Für die Sendungen besuchen wir immer wieder Musik- und Gesangsgruppen, Heimatpfleger und Kulturfreunde. Der Podcast erscheint gleich nach der Sendung und ist für 12 Monate verfügbar.

Freitag, 2. Juni 2023:

15-16 Uhr: Die legendären Sänger- und Musikantentreffen im Münchner Löwenbräukeller sind Thema in dieser Stunde. Wir wiederholen den zweiten Teil einer Veranstaltung vom 30. April 1965 mit Wastl Fanderl und danach noch einen Ausschnitt von 1972 mit dem „Ehestreit“, gesungen von Maria Fischhaber und dem Kraudn Sepp.

16-17 Uhr: Chöre singen Volkslieder – so hieß eine langjährige Sendereihe in verschiedenen Programmen des Bayerischen Rundfunks. Wir beginnen mit einer Sendung vom 10. Juli 1978, in der Autor und Sprecher Franz R. Miller kenntnisreich auf die Geschichte des Chorgesangs eingeht. Seine Sendung ist dem Komponisten Hans Lang gewidmet, der als Lehrer und Chorregent wirkte und sein Handwerk an der „Akademie der Tonkünste“ in München bei Josef Haas gelernt hat. Zuletzt hatte Lang die Leitung der Münchner Singschule und der Berufsschule der Musiker inne.

Die zweite Chöresendung stammt vom 24. November 2002 und wird moderiert von Fred Artmeier. Diesmal stehen bayerische Volkslieder im Mittelpunkt. Artmeier erinnert auch an die viel zu früh verstorbene Oberaudorferin Rosi Berger, die fürs BR-Archiv viele Chöre mit Volksliedern aufgenommen hat.

Freitag, 9. Juni 2023:

Im heutigen Servus gibt’s ein Andenken an eine wichtige Frau für die Schwäbisch/Allgäuer Volksmusikpflege: Jutta Kerber. Im Herbst 2022 ist sie 85jährig verstorben, in ihren letzten Lebensmonaten hat sie besonders gern noch die schönen Frühjahrslieder gesungen. Ihre hochmusikalischen Söhne Andreas, Markus und Martin trauern um sie.

Der Name Kerber ist nicht mehr wegzudenken in der Schwäbisch/Allgäuer Volksmusik, das lag vor allem an ihr: Jutta Kerber aus Oberstaufen. 80 Jahre jung ist sie 2017 geworden, und deshalb reiste sie mit Sohn Martin zu SERVUS nach München, um Evi Strehl auf BR Heimat von ihrem Leben zu erzählen. Durch die Musik hat sie ihren Mann Ferdl kennengelernt, drei Söhne entstammen der glücklichen Ehe, und Jutta wurde neben ihrer Musiklehrerin- und Volksmusikpflegetätigkeit auch noch zur Bäuerin. Dass die Stubenmusik im Allgäu inzwischen etabliert ist, liegt auch an den Musikschulen, die Ferdl und Jutta Kerber in Krumbach, Oberstdorf und Immenstadt aufbauten. Alle drei Kerber-Söhne sind mittlerweile studierte Musiker, die in der „Martin Kerber Big Band“ oder als „Kerberbrothers Alpenfusion“ neue (volks-) musikalische Wege gehen.

Freitag,  16. Juni 2023: 

15-16 Uhr: Heute besucht Evi Strehl Sulzbürg im Landkreis Neumarkt/Opf., das auf eine 5000jährige Geschichte zurückblicken kann. Bekannt wurde der Ort aber vor allem durch seine Religionsgeschichte, die im Landlmuseum gut aufbereitet gezeigt wird. Museumsleiter Ludwig Schiller führt durch die Ausstellung und erzählt u.a., wie 1658 evangelische Glaubensflüchtlinge (Exulanten) aus dem „Ländchen ob der Enns“ in Österreich Aufnahme und Gelegenheit fanden, auf den verödeten Hofstellen eine neue Existenz zu gründen. Sie nennen ihre neue Heimat „Landl“. Diese Bezeichnung wird bis in unsere Zeit immer noch für das Land um Sulzbürg, das ehemalige Territorium der Grafen von Wolfstein, verwendet. Aus dieser Bezeichnung leitet sich auch der Name des Sulzbürger Heimatmuseums her: Landlmuseum. Des weiteren siedelten sich hier auch viele Juden an, die Mitte des 19. Jahrhunderts neben evangelischen und katholischen Christen ein Drittel der Dorfbevölkerung ausmachten. Ein großer jüdischer Friedhof ist in Sulzbürg ebenso gut erhalten wie die Wolfsteiner-Gruft in der Schloßkirche.

16-17 Uhr: Im oberpfälzischen Sulzbürg mit seiner österreichischen Exulantengeschichte lebt jetzt auch Helmut Enzenberger, der aus ebendiesem „Landl ob der Enns“ stammt. Er ist katholischer Pastoralreferent, hat sich hier niedergelassen und ist befreundet mit dem evangelischen Pfarrer Konrad Schornbaum. Evi Strehl hat beide besucht und viel erfahren über lebendige Ökumene, evangelische Besonderheiten und bekannte MusikantInnen aus Sulzbürg. Der Abend klang aus im alten Gasthaus zur Linde, wo es unter alten Balken noch eine Stammtischtradition gibt.

Freitag, 23. Juni 2023:

Evi Strehl ist wieder einmal auf Reisen, diesmal besucht sie den heilklimatischen Kurort Bodenmais im Landkreis Regen im Bayerischen Wald. Dort gibt es nicht nur Sehenswürdigkeiten wie das historische Besucherbergwerk am Silberberg zu bestaunen, es herrscht auch reges musikalisches Leben. Eine wichtige Rolle nehmen hier Christine und Johann Kuchl ein.

Christine leitet den Frauenchor Rabensteiner Sängerinnen, Johann ist Dirigent und musikalischer Leiter der Knappschaftskapelle Bodenmais, die einen großen Teil des kulturellen Ortslebens trägt. Bei Chor und Kapelle schaut Evi Strehl mit ihrem Aufnahmegerät bei einer Probe vorbei, und natürlich gibt’s als Dreingabe noch einen Orts-Spaziergang mit den Kuchls. Diese musizieren als „Kuchlmusi“ natürlich auch mit ihren Kindern, die zusätzlich in weiteren Musikgruppen unterwegs sind. Es gibt noch weitere Musikguppen in Bodenmais, zum Beispiel die Rißbachtaler Blaskapelle, die Bodenmaiser Hofmarkmusikanten, STARTER, Flötenkinder, ein Klarinetten-Querflöten-Quartett, „The Saxophones“ und die „Biei Blech Blosa“ – eine Auswahl der jetzigen und früheren Musik- und Gesangsgruppen in und um Bodenmais werden in diesen Servus-Stunden zu hören sein.

Freitag, 30. Juni 2023:

15-16 Uhr: Ingrid und Erich Sepp aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn sind die heutigen Servus-Gäste bei Evi Strehl. Sie erzählen, wie die unglaubliche Ausstrahlung von Walter Hensels Singwochen-Idee vor nunmehr 100 Jahren auf viele andere Veranstalter übergegangen ist. Der unvergessene Fanderl Wastl hat mit seinen Volksmusikwochen ganze Generationen von Volksmusikanten herangezogen. Seine erste war 1936 in Bergen in unmittelbarer Nachfolge von Finkenstein. Und genau dort fand die 1. Singwoche von Walter Hensel im Juli 1923 statt. Sie war die Urmutter aller Sing- und Volksmusikwochen. Nicht zuletzt basiert auch die Breitenarbeit des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege in Sachen Volksmusik auf den Volksmusikwochen, die Kurt Becher eingeführt und Erich Sepp erweitert hat. Zum 100-jährigen Jubiläum veranstaltet die Henselgesellschaft vom 30. Juli bis zum 6. August am Heiligenhof eine Jubiläums-Singwoche „100 Jahre Finkenstein“.

16-17 Uhr: Bei einem Ostermarkt 2022 im Sudetendeutschen Haus in München lernte Evi Strehl den damals achtunddreißigjährigen Lorenz Justin Loserth kennen. Er hatte dafür Weidenruten geflochten, ein alter Brauch aus der Heimat seiner schlesischen Großmutter. Diese hat er so gut in Erinnerung, dass er sogar schlesisch sprechen kann. Nur Bairisch kann er noch besser, und als geborener Mühldorfer kennt er sich natürlich auch mit bayerischen Gebräuchen aus. Mit Evi Strehl taucht er in die Tiefen des BR-Schallarchivs ein und sucht für diese Servus-Stunde nach schlesischem Lied- und Musikgut.

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Stofferls Wellmusik: Jeden ersten Sonntag im Monat von 14-15 Uhr, Wdh. 22-23 Uhr, nachzuhören / Podcast unter www.br-heimat.de

Als besonderes Schmankerl präsentiert Christoph Well (Ex-Biermösl Blosn) seine persönlichen Lieblingstitel und lädt sich einen Studiogast ein, mit dem er spontan musiziert. Mit dabei waren schon Ringsgwandl, Franz Wittenbrink, Maximilian Brückner, Stefan Dettl, Bob Ross, Alt-Intendant Thomas Gruber, Campino von den Toten Hosen, die Schauspielerin Brigitte Hobmeier und der Südtiroler Ausnahmemusiker Herbert Pixner. Die jeweils letzten zwölf Sendungen von „Stofferls Wellmusik“ gibt’s als Podcast unter www.br-heimat.de

Stofferls Studiogastin am 4. Juni ist diesmal die junge Schauspielerin Maren Solty. Sie stammt aus Geilenkirchen in der Nähe von Aachen und steht derzeit mit Stofferl Well in den Kammerspielen auf der Bühne für die „Scheene Leich“, die im Januar Premiere hatte. Stofferl schaffte es tatsächlich, Maren zum Andachtsjodler zu überreden, obwohl sie bayerische Volksmusik bisher nicht kannte.

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Schätze aus dem Schallarchiv: Jeden Sonntag und Feiertag von 16-17 Uhr:

  1. Juni 2023:                                                  Raritäteneckerl – Schrammelmusik mit Hans Kornbiegler – Erstsendung 01.06.2003

Feiertag Fronleichnam 8. Juni 2023:             Alois Gillitzer: Fronleichnam – Prangertag – Erstsendung 19.06.2003

  1. Juni 2023:                                                Hans Weigert: Volksheilige aus Bayern – Erstsendung 11.06.2002
  2. Juni 2023:                                                Alois Sailer: Singet Leut – Erstsendung 30.05.1982
  3. Juni 2023:                                                Margit Hierlmeier: Eine Wallfahrt zum Bogenberg – Erstsendung 15.06.1997

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BR Heimat – jetzt bis zu 5 Stunden zum Nachhören

Wussten Sie, dass Sie mit der BR Radio-App jederzeit bei allen BR Radiosendern ganz einfach entlang des laufenden Programms bis zu fünf Stunden zurückspulen und so das Medium Radio im Nachhören-Modus neu erleben können? Auch der Sleeptimer wurde sowohl in der iOS- als auch in der Android-Version installiert. Alle acht BR-Sender sehen Sie sofort auf der Einstiegsseite – mit dem Namen der laufenden Sendung und dem Titel, der gerade gespielt wird. Jeder Sender kann dort gestartet und weitergehört werden, während Sie sich anderen Dingen zuwenden.

Natürlich gibt es aber weiterhin bestimmte BR-Heimat Sendungen auch als Podcast zum Nachhören und Herunterladen.

Bericht: BR Heimat  – Evi.Strehl@br.de   –  Foto: Rainer Nitzsche (Volksmusikwoche Samerberg 2019)

 

 

 

 

 

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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