Natur & Umwelt

Bonsais: Kleine Bäumchen ganz groß

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bonsais haben vor allem in China und Japan eine lange Tradition. Dort sind sie ein Symbol für Besonnenheit, Achtsamkeit und Frieden. Doch auch hierzulande hat die fernöstliche Gartenkunst viele Anhänger. Die Corona-Zeit hat das Interesse an den Miniatur-Bäumen sogar noch weiter verstärkt.  Ein Besuch beim Bonsai Arbeitskreis Inntal.

Gegründet wurde der Bonsai-Arbeitskreis-Inntal 1984 von ein paar begeisterten Fans. Seitdem finden regelmäßig Treffen und Workshops statt, bei dem sich die aktuell rund 40 Mitglieder weiterbilden, Erfahrungen austauschen und miteinander an den Bäumchen arbeiten. Initiator und Leiter des Arbeitskreises ist Alois Hemberger.

Nach Hembergs Erfahrung sind Bonsais bei Alt und Jung, Mann und Frau gleichermaßen beliebt. Oft beginnt die Leidenschaft für die Mini-Bäume mit einem Geschenk. So war es auch bei Werner Martlbauer.  Für Japan und die fernöstliche Kultur hat er sich immer interessiert. Vor gut 40 Jahren bekam er dann zum Geburtstag einen Bonsai. Mittlerweile hat der Raublinger in seinem Garten gut 65 Bonsais in seinen Garten stehen, teils sogar in einem liebevoll gestalteten Zen-Gärtchen arrangiert. Die kleinsten Exemplare sind gerade einmal 15 Zentimeter groß. Der größte Bonsai misst knapp eineinhalb Meter. Nicht jeder Bonsai muss nämlich winzig sein.  Was sie auszeichnet, verrät schon der Begriff „Bonsai“ – die Übersetzung für das japanische Wort lautet „Baum in der Schale“. Ihr charakteristisches Aussehen ist das Resultat jahrzehntelanger künstlerischer Gestaltung. Durch Schnitt und geschicktes Biegen und Formen der Äste werden sie in Form gebracht.

Dafür braucht es aber großes Fingerspitzengefühl und viel Geduld.

„Ein Baum wächst eben sehr langsam“ weiß auch Werner Porath, der wie Alois Hemberger und Werner Martlbauer seit vielen Jahrzehnten Bonsais züchtet, hegt und pflegt. Bis sich sichtbare Ergebnisse des Schneidens und Formens einstellen, dauert es Jahre. Letztendlich kommt es aber dann auch noch auf den Baum selbst an, wie er sich entwickelt. Es sei wichtig, die Natur und ihre Gesetze zu kennen. Auf alles habe man aber nie einen Einfluss.  „Manchmal wächst so ein Bäumchen einfach anderes, als man es sich wünscht. “, erklärt Alois Hemberger. Leidenschaft und Fachwissen zahlen sich aus. Bereits ein Jahr nach seiner Gründung wurde der Bonsai-Arbeitskreis Inntal vom „BCD-Bonsai Club Deutschland“ zu bis dahin größten Bonsai-Ausstellung Deutschlands nach Heidelberg eingeladen. Für ihre gekonnte und stimmige Inszenierung wurde der Inntaler Arbeitskreis mit dem 1. Preis und einer Goldmedaille ausgezeichnet. Darauf sind die Mitglieder auch heute noch sehr stolz. Der Bonsai Arbeitskreis Inntal organisiert regelmäßig Ausstellungen für die Öffentlichkeit. Auf Wettbewerbe wird aber bewusst verzichtet. „Natürlich gibt es für die Gestaltung von Bonsais Vorgaben. Aber letztendlich liegt es im Auge des Betrachters, was schön ist“, sind sich Hemberger, Martlbauer und Porath einig.

Nachwuchsförderung liegt dem Bonsai-Arbeitskreis Inntal besonders am Herzen. Darum werden beim Ferienprogramm Raubling Workshops für Schulkinder angeboten. Das Interesse ist groß. „Es gibt Kinder, die kommen jedes Jahr wieder und nehmen ihr Bäumchen mit, damit sie weiter daran arbeiten können“, freut sich Alois Hemberger.  Bonsai-Schnupperer sind immer willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.bonsai-inntal.de.

Bericht und Fotos: Karin Wunsam  – Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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