Landwirtschaft

Blumen- und Gartenfreuden in Rimsting-Hochstätt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Sommerlicher Höhepunkt für den Obst- und Gartenbauverein Prien-Rimsting ist die traditionelle Ortsteilbegehung  mit anschließendem Gartenfest. Rund 100 Mitglieder nahmen daran teil und erfreuten sich an der Führung durch den Garten  der Familie Stöffl vom Mojer-Anwesen in Hochstätt. Diese nahm nach der Begrüßung durch Vorstand Felix Perl der Baumwart des Vereins, Christian Steinbichler vor. Seine Themen und Tipps waren unter anderem: die Bekämpfung der Schneckenplage:   die Tigerschnecken grau und  erkennbar am Leopardenmuster  und Weinbergschnecken sind natürliche Feinde. Einheimische Vögel, wie Spatzen, Meisen fressen zunehmend die Raupen des Buchsbaumzünslers. Weiters erläuterte er Wachstum/Krankheiten bei Spalierbäumen (Kräuselkrankheit) und gab Tipps zum Schnitt, auch bei dem üppig an der Hauswand wachsenden Weinstock. Im nächsten Garten (Fam.Bichler) gab es im Besonderen den Reichtum an Tomaten, Paprikas und weiteren Gemüsepflanzen in Kästen zu betrachten.

Auf dem Rundgang durften die Gartenfreunde die ansonsten nicht öffentlich zugängige St. Koloman-Kapelle (15. Jahrhundert) besichtigen;  Johann Nußbaum, Rimstinger Ortsführer und Buchautor, erzählte die Geschichte des irischen Pilgers und Königssohns Koloman, der durch den Chiemsee geschwommen sein soll und in Höchstätt an Land gegangen ist. Als angeblicher Spion hingerichtet, verweste sein Körper nicht und er wird seitdem als Märtyrer verehrt. Er ist der Heilige für alle Leiden in Zusammenhang mit den Gliedmaßen (Brüche, Verstauchungen u.a. Krankheiten), wovon auch die in der Kapelle vorhandenen Votivgaben (Beine, Hände) zeugen. Die Kapelle war lange ein Wallfahrtsort, auch heute findet noch jedes Jahr hier eine Gedenkmesse statt.

Die letzte Station bei Frau Klinger  zeugte von der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeit – neben einem kleinem Gemüse-/Kräutergarten, finden sich hinter Hecken und Büschen, diverse Sitzgruppen, Brunnen und Blumenbeete, erreichbar durch kleine Treppen.

Nach rund eineinhalb Stunden Rundgang folgte im Hof des Mojer-Anwesens das Gartenfest; dabei bedankte sich der Verein bei den Hausherren, die  diesen schönen Platz zur Verfügung stellten. Die passende Bewirtung erfolgte durch den Gartenbauverein;  ein schöner Sommerabend mit einem herrlichen Blick über den Chiemsee in die heimische Bergwelt vollendete die gelungene Veranstaltung.

Fotos: Burgi Wlach – Eindrücke von der Gartenbegehung in Hochstätt

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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