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Bezirk Oberbayern: Ehrung für ABM-Orchester aus Wasserburg am Inn

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.

„Wir als Bezirk Oberbayern wollen ein Zeichen in der Gesellschaft dafür setzen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement jeder einzelnen Person ist“, betonte Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Verleihung der Bezirksmedaille in Kloster Seeon, dem Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern. Mederer bezeichnete ehrenamtlich tätige Menschen als unverzichtbaren Teil der Gesellschaft und nannte das Engagement der ausgezeichneten Personen „ein Geschenk für unser Land“. Er zitierte die Lebensweisheit, dass man entweder von einer besseren Welt träumen könne oder aufwachen und anpacken, um etwas zu bewegen und zu verändern. Mederer führte aus, dass die Menschen, die der Bezirk mit der Bezirksmedaille ehrt, zu denen gehören, die aufgewacht sind und anpacken. „Das ist vorbildlich. Dafür wollen wir Sie als Vorbilder ehren“.

Zu den Geehrten zählt das ABM-Orchester.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte in seiner Laudatio:

Wir wollen Vorbilder ehren und hier auszeichnen. Manchmal ist es schwierig, eine einzelne Person zu benennen, weil viele Menschen gemeinsam etwas Großartiges leisten. Bei unserer ersten Ehrung ist dies der Fall: Statt einen einzigen Menschen ehren wir ein ganzes Team, das für einzigartige, gelebte und umgesetzte Inklusion steht: Wir möchten das ABM-Orchester mit der Bezirksmedaille auszeichnen.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es das „ABM-Orchester“ der Stiftung Attl. „ABM“, diese Ab-kürzung steht für „Attler Bunte Mischung“.

Die Stiftung Attl bietet seit mehr als 140 Jahren Menschen mit Behinderungen ein Zu-hause: 1873 war das Gründungsjahr. Seit 1994 wird Attl von einem Stiftungsrat und -vorstand selbst verwaltet.

Doch zurück zum ABM-Orchester: Es entstand aus der damaligen Hausband der Stiftung Attl und spielt seit dem Jahr 2002. Heute sind acht Personen mit einer Beeinträch-tigung Teil des Orchesters und drei Mitarbeitende der Stiftung Attl, ein Mensch, der in der Lebensgemeinschaft Höhenberg lebt, sowie drei ehrenamtliche Musikschaffende. Mit von der Partie sind auch vier Personen aus Attl, die bei den Aufbauarbeiten helfen.

Sie sehen, es ist eine wahrlich „Bunte Mischung“, die bei diesem Orchester zusammen-kommt. In den etwa zwei Jahrzehnten ihres Bestehens hat sich ein wenig die musikalische Ausrichtung geändert: Anfangs war das ABM-Orchester eine reine „Coverband“, sie spielte also bekannte und beliebte Lieder anderer Musikmachenden.

Mittlerweile werden auch eigene Songs komponiert, oft auf Bayrisch.

Der „Bunte Haufen“ hat rund 15 Mitglieder – etwa die Hälfte von ihnen ist von Anfang an dabei.

Sie alle verbindet die Begeisterung für das gemeinsam Musik machen; Über die Jahre unverändert ist vor allem der inklusive Ansatz: Es ist völlig unerheblich, wer von den Teilnehmenden betreuende oder betreute Personen sind, alle sind gleichwertige Musikschaffende, die am gemeinsamen Musizieren, am gemeinsamen Auftreten Freude ha-ben. Da steht nicht ein „ja aber“ oder „ja vielleicht“, sondern das „gemeinsam machen“ im Vordergrund. Jede der teilnehmenden Personen bringt ihre individuellen Stärken mit ein zu einem gelingenden Ganzen. – Das ist schön, bereichernd und vorbildlich!

Wir brauchen mehr von diesen Vorbildern, die Inklusion einfach machen und leben und nicht nur darüber reden. Wir möchten, dass diesem Ziel mehr Menschen nacheifern. Deshalb zeichnen wir das „ABM-Orchester“ mit der Bezirksmedaille aus und empfehlen es zur Nachahmung!

Bericht und Fotos: Bezirk Oberbayern

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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