Gastronomie & Wirtschaft

Besuch der Integrationsbeauftragten Wittmann in Wasserburg

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die neue Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung hat am Montag, 09. April 2018, ihren ersten öffentlichen Einsatz absolviert. Mechthilde Wittmann kam auf Einladung des Rosenheimer Landtagsabgeordneten Otto Lederer nach Wasserburg am Inn, um sich über die aktuelle Lage der Asyl- und Integrationssituation in der Region zu informieren. Dies nahm die Regierung von Oberbayern gerne zum Anlass, um Wittmann zu einem Besuch in die Gemeinschaftsunterkunft in die ehemalige Käserei in der Burgau einzuladen. An diesem nahm Regierungsvizepräsidentin Andrea Degl persönlich teil. Im Anschluss bestand für die Asylhelferinnen und Asylhelfer aus dem Stimmkreis von Herrn Lederer die Möglichkeit, sich mit Ihren Fragen, Anregungen und Sorgen an die Integrationsbeauftragte zu wenden. Rahmen hier war ein Asyldialog, der bereits zum dritten Mal gemeinsam mit der Caritas Rosenheim stattfinden konnte.

Unterkunftsbesuch verdeutlicht den Alltag:

In der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber hatten die Integrationsbeauftragte Wittmann und Regierungsvizepräsidentin Degl die Möglichkeit, sich einen kleinen Eindruck von deren Wohn- und Lebenssituation zu verschaffen. Wittmann, die an diesem Tag einen ihrer ersten Termine als neue Beauftragte wahrnahm, äußerte bei dem Besuch der Unterkunft, in der auch viele Kinder leben, klar: „Kinder und Jugendliche sind das schwächste Glied einer Familie. Sie brauchen unseren besonderen Schutz und sie sind auch der Schlüssel zur Integration. Vor diesem Hintergrund ist es mir sehr wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen an Veranstaltungen in den Städten und Gemeinden teilnehmen und dort mit einheimischen Kindern in Kontakt kommen!“

Asyldialog – „Noch viele Herausforderungen!“

Dies bekräftigte Wittmann auch im Anschluss beim Asyldialog vor den rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Gasthof „Paulanerstuben“. Von den ehrenamtlichen Asylhelferinnen und Asylhelfern sei bereits viel geleistet worden: „Der Freistaat ist sehr dankbar für das großartige Engagement vieler Ehrenamtlicher und Helferkreise, die unentgeltlich und in ihrer Freizeit viel zur Integration beitragen.“ Es gebe jedoch auch noch viele weitere Herausforderungen: „Die Attraktivität unseres Landes hat sich herumgesprochen und weit über die Hälfte der Asylbewerber in der ganzen EU kam 2016 zu uns nach Deutschland. Allerdings kann Deutschland nicht alle Probleme dieser Welt lösen, und es kann nicht angehen, dass sich die übrigen EU-Staaten so unsolidarisch verhalten“, erläutert Wittmann.

Wittmann und der Landtagsabgeordnete Lederer und warben hingegen hierfür, legale Einwanderungsmöglichkeiten zu nutzen, zum Beispiel über die Liste für Mangelberufe. Davon würden nicht nur die Asylbewerber, sondern auch die Betriebe in der Region profitieren.

Weitere Anregungen, Wünsche und Forderungen der Dialogteilnehmer, unter anderem zu den Themen Arbeitserlaubnis für abgelehnte Asylbewerber sowie Ausbildung und Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, nahmen Mechthilde Wittmann und Otto Lederer entgegen. Besonders betonten sowohl die anwesenden Asylhelfer als auch die Vertreter der Caritas Rosenheim die Notwendigkeit, für Asylbewerber, die sich bereits seit vielen Jahren in Deutschland befinden, über eine „Altfallregelung“ die Möglichkeit zu schaffen, Arbeitserlaubnisse wieder zu erlangen. Wie die Integrationsbeauftragte und der Abgeordnete erklärten, werden sie die verschiedenen Anliegen an die entsprechenden Stellen weitergeben.

Bericht und Bilder: Abgeordneten-Büro Otto Lederer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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