Brauchtum

Bernauer Maibaum-Geschichten

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Chiemsee-Ort Bernau findet heuer das Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte statt. Der gastgebende Trachtenverein „D´Staffestoana“ ist bereits mitten drinnen bei den Vorbereitungen und hat damit alle Hände voll zu tun, wenn für die Festzeit vom Donnerstag, 25. Juli bis Montag, 5. August neben den weiteren 22 Trachtenvereinen des Gauverbandes noch viele weitere Gäste aus nah und fern im großen Festzelt erwartet werden. In der Ortsmitte von Bernau vor dem Gasthof „Zum Alten Wirt“ und nahe der Pfarrkirche „St. Laurentius“ prägt traditionell ein stattlicher Maibaum die Bernauer Ortsmitte. Doch heuer gab es Komplikationen. Aufgrund von Sicherheits-Überlegungen wollte der Trachtenverein die arbeitsintensiven Vorbereitungen für einen neuen Maibaum auf das kommende Jahr verschieben. Die Gemeinde Bernau und in dieser voran Erster Bürgermeister Philipp Bernhofer legten allerdings großen Wert darauf, dass zum Gaufest der Ort von einem Maibaum verschönert wird. Nach gemeinsamen Gesprächen zwischen Gemeinde und Trachtenverein und auch innerhalb des Gemeinderates mit Vertretern aus Gewerbeverein und Trachtenverein kam es zu keiner kurzfristigen „traditionellen“ Lösung. Aus diesem Grund entschieden Gemeinde und Trachtenverein, einen von Trachtenvorstand Franz Praßberger gestifteten Baum mit dem gemeindlichen Bauhof herzurichten und diesen mit technischer Hilfe vor dem 1. Mai aufzustellen. Dass dieser im Bauhof gelagerte Baum zwischenzeitlich von Überseer Trachtlern gestohlen wurde, machte die Situation nicht einfacher. Mit einer Bierspenden-Zusage für die Überseer, die es beim Gaufest einzulösen gilt, konnte die Gemeinde Bernau ihren Maibaum wieder auslösen. Um das Aufstellen ungestört an der viel befahrenden Staatsstraße zwischen Rottau und Prien zu erleichtern, wurde der Aufstellbeginn für den frühen morgen um 5.30 Uhr ausgewählt. Dank technischer Hilfeleistungen wurde dann der Maibaum schnell aufgestellt und so steht dieser mit einer Länge von 30 Metern wieder an seinem angestammten Platz.

Fotos: Samerberger Nachrichten – Eindrücke vom morgendlichen Aufstellen des Bernauer Maibaums durch den Bauhof der Gemeinde Bernau mit technischer Unterstützung.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

1 Kommentar

  • Des gibts bloß bei uns in Bernau, erst s Jahr lang koan Maibaum, weil sich bgm und trachtenverein ned abgesprochen ham und dann stellt ma in dem Jahr in dem ma’s gaufest hat, einen Maibaum bei Nacht und Nebel auf – das ist gelebte Tradition in bernau

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