Kirche

Befragung: Kirchliche Angebote sind wichtig für die Gesellschaft

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Menschen im Erzbistum München und Freising halten kirchliche Angebote für wichtig, sowohl für das eigene Leben als auch für die Gesellschaft. Gleichzeitig schätzen sie die Kompetenz der katholischen Kirche als Anbieterin überwiegend als hoch ein. Das hat eine Befragung der Erzdiözese im Rahmen ihres Gesamtstrategieprozesses ergeben, bei der insgesamt rund 10.000 Fragebögen beantwortet wurden. Die Auswertung der Ergebnisse kann unter www.erzbistum-muenchen.de/strategieprozess/befragung abgerufen werden.

Die Teilnehmenden wurden nach ihrer Einschätzung zu 24 Angeboten in Seelsorge, Bildung und Beratung, im caritativen Handeln, im gemeinschafts- und sinnstiftenden sowie spirituellen und kulturellen Bereich gefragt. Im repräsentativen Teil der Befragung wurden 20 der 24 abgefragten Angebote als wichtig für die Gesellschaft benannt, im Befragungsteil für Gläubige und Interessierte waren es alle 24. Im repräsentativen Teil war es den Befragten bei neun von 24 Angeboten wichtig, dass sie von der katholischen Kirche und nicht von einer anderen Institution durchgeführt werden, den Gläubigen und Interessierten war es bei 19 von 24 Angeboten wichtig. Beide Gruppen von Befragten bewerten die Kirche als kompetent, die repräsentative Gruppe bei 19 von 24 Angeboten, den Gläubigen und Interessierten bei 21 von 24. Als Hauptkriterium für die Auswahl eines Angebots wird eine hohe Qualität genannt. In Fragen der sozialen Gerechtigkeit wird die Kirche als wichtiger gesellschaftlicher Akteur anerkannt, während ihre Relevanz für das Thema Bildungsgerechtigkeit, in wichtigen Lebensfragen und in „drängenden Fragen unserer Zeit“ als geringer angesehen wird.

Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, wertet die Ergebnisse der Befragung als Bestätigung und als Auftrag: „Die Menschen schätzen unsere Angebote und schreiben uns eine hohe Kompetenz bei ihrer Durchführung zu. Das zeigt, dass die Erzdiözese auf einem guten Fundament aufbauen kann.“ Gleichzeitig enthielten die Ergebnisse wichtige Impulse für den weiteren Gesamtstrategieprozess. „Wir werden diskutieren, wie wir am besten für die Menschen da sein können, auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen“, sagt Klingan: „Dazu gehört auch die Frage: Wen möchten wir erreichen? Richten wir den Blick vor allem auf unsere Mitglieder oder alle Menschen?“ Auch die Tatsache, dass nur eine Minderheit die Kirche als wichtigen Akteur zu „drängenden Fragen unserer Zeit“ sieht und nur etwa die Hälfte der Befragten von ihr Antworten auf wichtige Lebensfragen erwartet, solle ein Denkanstoß sein: „Es gilt zu überlegen, wie wir die Botschaft des Evangeliums so bezeugen können, dass sie in unserer Gesellschaft wahrgenommen wird und die Menschen sich davon angesprochen fühlen, auch ganz persönlich, in ihrer individuellen Lebenssituation.“

Die Befragung wurde in drei Teilen durchgeführt: Rund 4.500 Gläubige und Interessierte nahmen online oder per Papierfragebogen teil, vor allem Menschen, die die Angebote der Kirche selbst nutzen. Zusätzlich wurde eine repräsentative Befragung mit rund 1.000 Teilnehmenden durchgeführt. Im dritten Teil beantworteten etwa 4.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem kirchlichen Bereich die Befragung. Sie schätzen die Relevanz der Angebote und die Kompetenz der Erzdiözese ähnlich ein wie die Befragten, die die Angebote selbst nutzen. Die Auswertung der Befragung ergab auch, dass die Befragten keine Lücken bei den Angebotsbereichen der Kirche sehen, die geschlossen werden müssten.

Die Ergebnisse der Befragung stellen eine von mehreren Grundlagen für die sechs Arbeitsgruppen dar, die sich im Gesamtstrategieprozess der Erzdiözese mit den kirchlichen Angeboten befassen. Sie sollen den Austausch durch Zahlen unterfüttern und der Diskussion Impulse geben. In den Arbeitsgruppen wird diskutiert werden, in welchen Bereichen die Erzdiözese künftig Schwerpunkte in ihrem Handeln setzt und wie es gelingen kann, sich angesichts der aktuellen Herausforderungen gut aufzustellen und wirkungsvoll zu agieren. Am Ende soll ein gemeinsames strategisches Zielbild für das zukünftige Handeln der Erzdiözese stehen. (gob)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger – Blick in Klosterkirche Reisach

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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