Land- & Forstwirtschaft

Bauerntag in Cottbus mit Wahlen und Kritik

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger
Der Deutsche Bauerntag in Cottbus am 26. und 27. Juni 2024 steht im Zeichen der Wahlen des Präsidenten und der Vizepräsidenten des Deutschen Bauerntages und der Kritik am derzeitigen Agrarpaket der Bundesregierung.

Die Mitgliederversammlung hat mit 87,6 Prozent Joachim Rukwied in seinem Amt als DBV-Präsident bestätigt. BBV-Präsident Günther Felßner, der seit 2022 als Vizepräsident der DBV-Spitze angehört, wurde von den Delegierten mit 75,8 Prozent wiedergewählt. Zu den weiteren Vizepräsidenten wurden Dr. Holger Hennies, Präsident Landvolk Niedersachsen, Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbands und Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Bauernverbands gewählt. Susanne Schulze-Bockeloh ist als Vorsitzende der Unternehmerinnen in den Vorstand kooptiert. Von den gut 500 Delegierten aus den 18 Landesbauernverbänden nahmen vom Bayerischen Bauernverband 64 Delegierte aus allen Regionen Bayerns am Deutschen Bauerntag teil. Mit seiner Arbeit als DBV-Vizepräsident möchte Felßner einen Beitrag leisten, um den Bauernverband attraktiver für die Jugend zu machen. „Dazu gehört für mich, das Ohr an der Basis zu haben. Zukunftschancen gilt es zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und diese für die unterschiedlichen Arten von Bauernhöfen und Betrieben nutzbar zu machen. Der Bauernverband kann so bei wichtigen Zukunftsfragen als Ideen- und Impulsgeber für Politik und Gesellschaft auftreten und zur Denkfabrik für die gesamte Gesellschaft werden. Denn unsere bäuerlichen Werte sind Vorbild und gleichzeitig Zukunftsvision für eine moderne nachhaltige Gesellschaft.“

Am 27. Juni 2024 wird Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir beim Deutschen Bauerntag erwartet. BBV-Präsident Felßner mahnt bereits im Vorfeld: „Die gesamte Bundesregierung steht in der Verantwortung, den Bauernfamilien durch Vereinfachungen und Entlastungen Perspektiven zu geben. Der Bauernverband habe bereits konkrete Maßnahmen geliefert. Das nun am 25. Juni von den Regierungsfraktionen der Ampel angekündigte Agrarpaket ist angesichts der zurückliegenden Aussagen von Bundesagrarminister Özdemir und Bundesfinanzminister Lindner für spürbare Entlastungen und Vereinfachungen äußerst dünn. Das darf’s seitens der Bundesregierung nicht gewesen sein“, sagte Felßner. Die geplanten Punkte enttäuschen die Landwirte, gerade im Vergleich zur von den Ampelparteien beschlossenen Streichung der bisherigen Entlastung beim Agrardiesel, was die deutschen Bauern im Wettbewerb zu Landwirten in Nachbarstaaten wie Österreich, Frankreich usw. massiv benachteiligen wird.

Bericht und Foto: BBV – Der DBV-Vorstand (v.l.): Torsten Krawczyk, Karsten Schmal, Joachim Rukwied, Susanne Schulze-Bockeloh, Dr. Holger Hennies und Günter Felßner. 

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Bayerns Agrarministerin Kaniber gratuliert Bauernpräsident Rukwied und Vize Felßner zur Wiederwahl – Scharfe Kritik am sogenannten „Entlastungspaket“ der Ampel

Derzeit findet in Cottbus der zweitägige Deutschen Bauerntag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) statt, bei dem die Teilnehmer auch den Vorstand neu wählen. Der Präsident des DBV, Joachim Rukwied, und einer seiner Stellvertreter, Günther Felßner, der auch Präsident des Bayerischen Bauernverbandes ist, wurden mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. „Ich gratuliere den Herren Rukwied und Felßner sowie dem gesamten neuen Vorstand von ganzem Herzen zur erfolgreichen Wiederwahl. Deutschlands Landwirte haben mit den Präsidenten wahre Kämpfer, die tagtäglich und leidenschaftlich für den Berufsstand einstehen. Vor allem kennen beide aus der Praxis heraus die Sorgen und Nöte auch unserer süddeutschen Betriebe“, sagte Agrarministerin Michaela Kaniber anlässlich des eindeutigen Votums.

Scharfe Kritik übt Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber an dem gestern von den Berliner Koalitionären verkündeten sogenannten Entlastungspaket für die Landwirtschaft. „Es macht mich traurig und ich bin zutiefst verärgert, wie wenig Wertschätzung die Ampel der Landwirtschaft entgegenbringt. Präsident Rukwied hat recht, wenn er die unzureichenden Vorschläge als ‚Päckchen‘ bezeichnet. Denn das sogenannte ‚Entlastungs-Paket‘ entlastet nicht und hat deshalb den Namen nicht verdient Es ist wie das von einem schlechten Lieferdienst zugestellte Paket: Das Paket kommt unansehnlich und zerfleddert daher, große Teile des Inhalts fehlen. Aber während man beim Lieferdienst die Sendung reklamieren kann, stellt sich die Bundesregierung bei Mängelanzeigen taub. Hat die Ampel von den Bauernprotesten im Winterhalbjahr nichts gelernt? Erst den Landwirten in Millionenhöhe in die Tasche zu greifen, dann große Wiedergutmachung zu versprechen, um schließlich mit dem Ampel-Minimalkonsens daherzukommen, entbehrt jeglichem Gespür für die Praxis. Die Ampel muss endlich ihre Hausaufgaben machen, gemachte Zusagen vollumfänglich einhalten und keine Mogelpackung liefern“, so die Ministerin mit Blick auf das Agrarpaket.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium

 

Redaktion

Toni Hötzelsperger

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