Brauchtum

Bayerns Trachtler sorgen sich um die Zukunft

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Raubling – In 786 Heimat- und Volkstrachtenvereinen innerhalb der 22 Gauverbände vom Bayerischen Trachtenverband sind derzeit 161.365 Mitglieder registriert, dazu kommen noch über 100.000 jugendliche Dirndl und Buam. Wenngleich bei der Jugend steigende Zahlen zu vermelden sind, hat in den letzten zehn Jahren der Dachverband einen Rückgang von 41 Vereinen und 3.957 Mitgliedern verzeichnen müssen. Wie Landesvorsitzender Max Bertl bei der zweitägigen Frühjahrstagung des Landesausschusses (Gauvorstände und Sachgebietsvertreter) im WWK-Schulungszentrum in Raubling (Landkreis Rosenheim) informierte, sind gesellschaftliche Veränderungen und der Rückgang der Bereitschaft, verantwortungsvolle Ehren- und Führungsämter zu übernehmen, die Hauptgründe für den Mitgliederrückgang und für die Vereineauflösung. „Hier wollen wir gegensteuern und den Vereinen mit Rat und Tat zur Seite stehen, individuelle Lösungsmöglichkeiten können wir in persönlichen Beratungsgesprächen finden“, so Max Bertl, der sich ansonsten einer hohen Akzeptanz der Trachtenbewegung durch den Freitstaat und in der Öffentlichkeit erfreuen kann. Dies ist auch die Basis dafür, dass der Bayerische Trachtenverband in seinem für sieben Millionen Euro in zehn Jahren Planungs- und Bauzeit erstellten Trachtenkulturzentrum im niederbayerischen Holzhausen demnächst den Ausbau des Museumsbereiches für neuerdings gut eine Million Euro anpacken kann. Armin Schmid als Vertreter der Bayerischen Trachtenjugend konnte hierzu berichten, dass im Vorjahr sowohl im Jugend-Bildungshaus als auch bei den Seminaren steigende Besucher- und Teilnehmerzahlen erreicht werden konnten. „Damit einhergehend ist auch die Anzahl der Fortbildungen gestiegen, derzeit haben wir 1.332 qualifizierte Jugendleiterinnen und Jugendleiter mit steigender Tendenz“, so Armin Schmid, dessen Vorstandschaft zusammen mit dem Bayernbund auch das Projekt Heimatkunde-Unterricht vorantreibt, nächste Pilotaktionen hierzu finden im Ostallgäu, in Kelheim, in der Oberpfalz und in Traunstein statt. In ihren Grußworten würdigten stellvertretender Landrat Josef Huber vom Landkreis Rosenheim („Ihr feiert nicht nur großartige Feste, Ihr mischt Euch auch positiv ein, wenn es darum geht, die Kirche im Dorf zu lassen“) und Bürgermeister Olaf Kalsperger von der Gemeinde Raubling („Hut ab vor Eurer ganzjährigen, ehrenamtlichen und wichtigen Arbeit zum Wohl der Heimatpflege“). Landrat Huber sagte zudem zu, die Jahrestagung 2020 des Bayerischen Trachtenverbandes mit dem Bayerischen Inngau als Gastgeber in der Gemeinde Oberaudorf zu unterstützen. Rainer Gebhardt als Vertreter des Vorstands der  WWK Versicherungen, bei denen die Trachtler nicht nur in guter Tradition zu Gast sind, sondern mit ihr auch eine aktive Versicherungs-Partnerschaft pflegen, erläuterte in seinem Grußwort die Bedeutung gemeinsamer Werte und Ziele. „Die Partnerschaft mit den Trachtlern ist uns wichtig, da freut es uns, dass wir vermelden dürfen, dass wir als WWK jüngst Deutscher Champion der Lebensversicherer geworden sind“, so Rainer Gebhardt.

 

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trachtlertagung im WWK-Schulungszentrum in Raubling

Nr….291: Stv. Landrat Josef Huber (re.) bei seinem Grußwort

Nr. ….299: Rainer Gebhardt von der WWK bei seinem Grußwort

Von links: Stv. Landesvorsitzender Peter Eicher, Rainer Gebhardt und Landesvorsitzender Max Bertl

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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