Leitartikel

Bayer. Hochzeitsladertreffen in Haslach und Waging

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Adventszeit ist nach gutem altem Brauch frei von großen kirchlichen und weltlichen Hochzeiten. Damit ist es den Hochzeitsladern, den Organisatoren und Gestaltern dieser Feierlichkeiten möglich, sich um ihre eigene Zunft zu kümmern. Bereits zum 59. Male trafen sich bereits die oberbayerischen Progoder, diesmal waren die Kirche in Haslach bei Traunstein und das Strandkurhaus in Waging die auserwählten Örtlichkeiten. Gastgebender Ausrichter war Alois Rieß aus Traunstein.

Wie es bei einer gescheiten Ganztages-Hochzeit üblich ist, begann auch dieses Treffen am vormittag mit einem Weißwurstessen im Pfarrheim von Haslach, mit einem musikalisch angeführten Kirchenzug und mit einer Heiligen Messe, die von Kaplan Martin Gehringer und Diakon Gregor Herth gefeiert sowie von Teresa Zenz an der Orgel, vom Alztaler Dreigesang sowie vom Ziach- und Baß-Duo „Oiwei-Schneller“ musikalisch gestaltet wurde. Diakon Herth ging in seiner Predigt auf Sinn und Aufgaben der Hochzeitslader ein als er sagte: „Hochzeitslader sind keine Party-Gestalter, sondern sie geben dem Festtag eine gute Struktur, damit das Fest nicht aus dem Ruder laufen kann“. Weiters würdigte der Diakon die Hochzeitslader, weil sie nicht nur Ordnung und Zeitrahmen schaffen, sondern auch, weil sie schon bei der Planung des Festes mithelfen und weil sie Würde schaffen und bewahren. „Wir Seelsorger sind Hochzeitslader Gottes, die wir uns um die Menschen sorgen!“. Zum Thema Zölibat sagte Gregor Herth zu der versammelten Hochzeitslader-Gemeinschaft: „Das Zölibat allein löst nicht alle Probleme und schon gar nicht den Klimawandel, was wir brauchen ist ein starker Kern und eine starke Struktur in der Gesellschaft, dabei spielt die lebenslange Ehe eine wichtige Rolle“, so der Seelsorger zu den Progodern, die aus einem Umkreis von 400 Kilometern zusammenkamen und die in ihren Fürbitten um Vertrauen im Miteinander, um eine intakte Umwelt und um den Segen für das Bayernland baten.

Versammlung und Feier im Strandkurhaus Waging

Struktur hatte auch das gesellige Treffen im Anschluss an den Gottesdienst in Haslach im Strandkurhaus in Waging mit Gruppenaufnahme und festlichem Einzug in den Festsaal. Progoder-Chronist Christian Glas aus Eggstätt erinnerte in seinem Bericht daran, dass die Idee, alljährlich eine Zusammenkunft der Hochzeitslader vom Inn- und Chiemgau zu organisieren  von Hans Fenzl aus Seebruck, Wast Voggenauer aus Prien und Sepp Peteratzinger aus Berg bei Wasserburg stammte. Das erste Treffen war 1961 in Amerang. Bertl Heigl aus Bad Aibling war damals schon und auch heuer beim 59. Treffen wieder dabei. Gründungsmitglied Heigl gehört mit 92 Jahren zusammen mit dem ebenfalls anwesenden und gleichaltrigen Rupert Wolfswinkler aus Asten zu den Senioren der Hochzeitslader-Zunft. Erinnert wurde von Christian Glas auch daran, dass die Gemeinschaft im zurückliegenden Jahr mit Hans Schönauer aus Irschenberg, mit Michael Reiser aus Obertaufkirchen und mit Walter Vasold aus Erlau-Freising drei aktive Hochzeitslader durch Tod verloren hat. Ein besonderer Dank galt der Kollegin Christa Riel, die im Vorjahr erstmals das Treffen in Neumarkt in der Oberpfalz durchgeführt hatte. Mit einem Bilderbogen erinnerte die Oberpfälzerin an dieses Ereignis. Zum heurigen Treffen kamen mit Oberbürgermeister Christian Kegel von der Stadt Traunstein am vormittag und mit der stellvertretenden Traunsteiner Landrätin Resi Schmidhuber und mit Wagings Bürgermeister Hias Baderhuber auch politische sowie spendable Ehrengäste. Im Strandkurhaus von Waging würdigten Schmidhuber und Baderhuber die Hochzeitslader als wichtige Garanten für gelingende Hochzeiten. Resi Schmidhuber ergänzte in ihrem Grußwort noch diese Aussagen indem sie darauf hinwies, dass im Landkreis Traunstein pro Jahr 1.100 Paare getraut werden und dass dabei das Zitat von emer. Papst Benedikt XVI „Wer die Liebe abschafft, schafft die Menschen ab“ von dauerhafter Gültigkeit ist. Die musikalische Gestaltung in Waging übernahmen die Gruppe „Die G´vierigen und der Baß“ und der Altzaler Dreigesang. Für weitere heitere Unterhaltung sorgten die Hochzeitslader selbst mit ihren Gstanzln, mit denen sie sich selbst und gegenseitig aussangen. Alois Rieß als Gastgeber und Christian Glas als Chronist freuten sich dabei, dass sie auch einige neue Nachwuchskräfte in ihrer Runde aufnehmen konnten. Gemeinsam luden sie noch zum 60. Hochzeitsladertreffen ein, das bei Kollegen Bernhard Sedlmaier aus Baiern im Bairer Winkl am zweiten Advent-Sonntag 2020 in Antholling stattfinden wird.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke   vom 59. Hochzeitsladertreffen in Haslach bei Traunstein und Waging

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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