Land- & Forstwirtschaft

Baumspenden der Hasselbacher Jagdgenossen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein Gast-Beitrag von Sabine Neugebauer aus der mit dem Chiemgau befreundeten Hochtaunus-Gemeinde Weilrod

Das ist der größte Betrag, den die Jagdgenossenschaft Hasselbach für eine Einzelmaßnahme je zur Verfügung stellte. 10 000 Euro aus ihrer Kasse werden für die Anpflanzung von Bäumen bereitgestellt. Dies erklärte Andreas Gerlach, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Hasselbach.

Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Jagdgenossenschaft, Stephan Bargon, Gerhard Gattinger, Jörg Erwe, Karl Bös und Martin Bargon, mit den Jagdpächtern Wolfgang Schmidt, Stefan Schmidt und Jodokus Niermann pflanzten Revierleiter Felix Meyer und Anneli Beilstein von Hessenforst schon einmal sechs Bäume, bevor im Herbst die etwa 140 Bäume geliefert werden. Gerlach erläuterte, dass die Jagdgenossenschaft Hasselbach etwa 200 Mitglieder habe. Das Jagdrevier Ost umfasse 441 Hektar, das Revier West 384 Hektar. Alle Mitglieder der Jagdgenossenschaft seien entsetzt gewesen über das Waldsterben, das hier bei Hasselbach 66 Hektar Fichtenbestand betraf. Darum habe man einstimmig beschlossen, diesen Betrag für das Anpflanzen von Bäumen zu verwenden. Dabei zogen die Mitglieder im Alter von 25 bis 98 Jahren an einem Strang. Mit Meyer wurde die Artenauswahl festgelegt. Dabei wurden 15 Baumarten ausgewählt, die klimaresistent sind, dem Naturschutz dienen, CO2 binden und auch das Jagdrevier aufwerten, wie beispielsweise Eiben, Elsbeeren, Obstbaumarten und Esskastanien. Die Beeren von Eiben werden gerne von Vögeln gefressen, die Pflanzen selbst stehen mittlerweile auf der Roten Liste, als gefährdet eingestuft. Obstbäume dienen mit ihrer Blüte Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle, die Früchte als Nahrung für zahlreiche Wildarten. Gerlach wies darauf hin, dass der Konsum der Klimakiller Nr. 1 sei. Bei der Produktion eines Fernsehers würden etwa 1000 Kilogramm CO2 frei, eine Jeans lege über 50 000 Kilometer zurück, bis sie beim Endverbraucher angelangt sei. „Seit über 30 Jahren wird auf den Klimawandel hingewiesen, aber erst seit etwa fünf Jahren werden Maßnahmen ergriffen“, mahnte er. Er als Landwirt mit Viehhaltung habe schon Heu aus Bayern zukaufen müssen, sagte Gerlach kopfschüttelnd. Aber auch in einem Industriestaat wie Deutschland müssten noch Lebensmittel produziert werden: „Essen und trinken müssen alle“. So will die Jagdgenossenschaft Hasselbach durch ihre Spende helfen, den Auswirkungen des Klimawandels etwas entgegen zu setzen. Bei der Pflanzung der Bäume, am Freitag waren es zwei Esskastanien, zwei Eiben und zwei Elsbeeren, wird auch der Schutz vor Wildverbiss, dem Fegen und Schlagen des Wildes berücksichtigt. Dieser ist teurer als das Pflanzenmaterial selbst. Dabei wird auf Plastik verzichtet, es wird aus Holzpfosten und Schwartenbrettern ein Schutz gebaut. Die Jagdpächter übernehmen dabei die Aufgabe in den ersten beiden Jahren in Trockenzeiten die Pflanzen zu wässern.

Bericht und Bilder: Sabine Neugebauer – 1. Die Hasselbacher Jagdgenossenschaft, die Jagdpächter und Hessenforst ziehen gemeinsam an einem Strang und pflanzen Bäume.   2. Bei Hasselbach werden am Freitag die ersten von etwa 140 Bäumen aus der Spende der Jagdgenossenschaft gepflanzt.

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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