Landwirtschaft

Bauerndog im Aschauer Festzelt mit Michaela Kaniber

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Mich freut es ganz narrisch, hier in Aschau sein zu dürfen und so viele Besucher trotz Rosenheimer Herbstfest begrüßen zu dürfen. Als Wirtstochter bin ich gerne unter den Menschen und sehe die Festzelte als große Stammtische, die ein gutes weiß-blaues Lebensgefühl bieten“ – mit diesen Worten begann Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ihre Rede beim Bauerndog im Festzelt zum Aschauer Markt.

Am Zelt-Eingang wurde die Ministerin, die sich schon den ganzen Tag im Landkreis Rosenheim zu landwirtschaftlichen Themen umschaute, von der Aschauer Dorfmusi, von Festwirt Werner Heinrichsberger, von den Aschauer CSU-Ortsvorsitzenden Georg Westenthanner und Jakob Hündl sowie von Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Landtagskandidaten Daniel Artmann freundlich empfangen. Diese freundliche Stimmung währte den ganzen Abend, den Klaus Stöttner als erster Redner begann. „Bayern braucht eine vernünftige Landwirtschaft, dem Herrgott dürfen wir für die schöne Landschaft danken, aber Politik und Gesellschaft müssen dieses Land mit Kopf, Herz und Hand verwalten und gestalten“ – so Klaus Stöttner. Daniel Artmann machte zu verstehen, dass er einer Generation mit hohem Wohlstandsniveau und mit vielen Bildungsmöglichkeiten angehört und der junge Familienvater sagte dazu: „In 60 Jahren hat die CSU beste Rahmenbedingungen geschaffen, engagieren wir uns weiter für dieses Land, aber auch gegen Populisten, die die Stimmung in der Gesellschaft madig machen“.

Die Landwirtschaftsministerin, die als charmante, hübsche, gescheite und durchsetzungsstarke Frau angekündigt wurde,  ging in ihrem Vortrag auf die jüngsten Kabinettsbeschlüsse, auf den Eigentums-Pakt, auf die Schwierigkeit der Düngeverordnung, auf das bayerische Kulturlandschaftsprogramm („Landwirte leben Naturschutz“), auf Hochwasserschutzflächen sowie auf das Bauen in Stadträndern und in den Dörfern ein. Emotional bezeichnete sie das Thema Wolf. „Der Wolf ist auf dem Vormarsch, das zeigen die stark gestiegenen Risse in Europa und Deutschland. Die Almbauern wollen keine Entschädigungen, sondern den Schutz für ihre Tiere“. Und weiter sagte sie: „Ist ein Wolf mehr wert als eine Herde Kälber und Rinder?“. An verschiedenen Beispielen zeigte Ministerin Kaniber auf, wie schwer in Berlin und in Brüssel die Kleinstruktur in der bayerischen Land- und Almwirtschaft verstanden und anerkannt wird. „Weniger finanzielle Leistungen und immer mehr Bürokratie, das dürfen wir uns von Brüssel nicht länger gefallen lassen“, so Michaela Kaniber, die auch auf den Klimawandel mit heurigem Dürrejahr einging und sich noch stark machte, dass für landwirtschaftliche Produkte ein angemessener Preis bezahlt wird. „Mit Lebensmitteln spielt man nicht, Lebensmittel schmeißt man nicht weg und Lebensmittel dürfen nicht verramscht werden“ – damit sprach die Ministerin sowohl die Verbraucher als auch die Discounter im reichen Industrieland mit billigsten Lebensmitteln an. „Wenn ein Liter Mineralwasser teurer ist als ein Liter Milch und wenn ein Kilogramm Tierfutter teurer ist als ein Kilogramm Schnitzel – dann stimmt was nicht“, sagte die Ministerin, die dies ergänzte mit der Aussage, dass es Tierwohl und Naturschutz nicht zum Nulltarif gibt. Die Landwirte und Almbauern lobte die Ministerin auch dafür, dass sie sich mit ihren Familien für die heimatliche Kultur und für verschiedene Ehrenämter zur Verfügung stellen. Ein weiterer Dank galt den Jungbauernschaften, den Landfrauen und den Schulen, die allesamt mit vielfältigen Aktionen (z. B. „Tag des offenen Hofes“) zur stärkeren Bewusstseinsbildung für den Wert von Lebensmitteln beitragen. Um Toleranz gegenüber Schutzsuchenden bat die dreifache Mutter, die als Kind mit ihrer Familie von Kroatien nach Bayern kam und dort eine neue Heimat fand. „Hass darf nicht in ein Land transportiert werden, das ein Zuhause geben soll, Hass sorgt für Spaltung, Toleranz ist keine Einbahnstraße“, so die frühere Dolmetscherin in einem leidenschaftlichen Schluss-Appell und sie fügte mit Blick auf die Wahlen am 14. Oktober hinzu: „Bayern als stärkstes Bundesland dürfen wir nicht aus Wut und Protest verspielen. Gott, mit Dir Du Land der Bayern“.

Der CSU-Ortsverband Aschau bedankte sich durch die Vorsitzenden Georg Westenthanner und Jakob Hündl bei der Landwirtschaftsministerin mit einem Aschauer Schirm, damit sie nicht im Regen stehen muss und zusätzlich ein Aschauer Badetuch, damit sie sich im Falle, dass sie doch einmal nass wird, wieder abtrocknen kann. Bei der Übergabe der Präsente waren auch die Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Klaus Stöttner sowie Landtagskandidat Daniel Artmann zugegen.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke vom Bauerndog beim Aschauer Markt-Festzelt mit Ministerin Michaela Kaniber

Von links beim Empfang: Jakob Hündl, Klaus Stöttner, Ministerin Michaela Kaniber, Daniel Artmann, Festwirt Werner Heinrichsberger und Georg Westenthanner

Von links mit Aschauer Badetuch: Georg Westenthanner, Otto Lederer, Klaus Stöttner, Ministerin Michaela Kaniber, Jakob Hündl und Daniel Artmann

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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