Brauchtum

Bataillonsfest der Gebirgsschützen in Bernau – Bericht und Teil 2

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Früher haben wir aufeinander geschossen, heute bekommen wir auf bayerischem Boden einen Ehrensalut von Tiroler Freunden“ – mit diesen Worten dankte als Vertreter vom Bund der Bayerischen Gebirgsschützen dessen Schatzmeister Günter Reichelt aus Rosenheim der heurigen Ehrenkompanie, der Standschützenkompanie Wörgl mit ihrem Hauptmann Manfred Mohn für ihr Erscheinen und Wirken anlässlich des 35. Bataillonsfest des Gebirgsschützenbataillons Inn-Chiemgau bei den Gastgebern der GSK Bernau.

 Wie sehr und stark das Treffen der Gebirgsschützenabordnungen aus Bayern, Tirol und auch aus Sexten in Südtirol die gewachsene Freundschaft zwischen den verschiedenen Alpenländern zukunftsorientiert gefördert hat, zeigte sich schon bei der traditionellen Totenehrung, zu der die versammelte Gebirgsschützen-Familie vom Festzelt über den Kurpark zum Kriegerdenkmal zur  Pfarrkirche „St. Laurentius“ voraus mit der Stadtkapelle der Stadt Wörgl unter der Leitung ihres Kapellmeisters Thomas Peotter marschierte. Dort erinnerte Bernaus gastgebender Hauptmann Matthhias Wicha an den Sinn des Zusammenkommens mit den Worten: „Wir gedenken heute all derjenigen, die in Zeiten der Gefahr ihre Heimat mit Dorf, Haus und Hof verteidigt haben. Wir gedenken all derjenigen, die in den beiden Weltkriegen gefallen sind und all derjenigen Gebirgsschützen die seit der Wiedergründung der Kompanie verstorben sind. Beispielhaft für alle möchten wir Bernhard Schulz gedenken, der als Schriftführer und Offizier der ersten Stunde unserer Kompanie im Juli allzu früh verstorben ist.“ Aktuell gab es leider ein weiteres Gedenken, denn am Tag des Bataillonsfestes verstarb mit Max Birl, Ehren-Hauptmann der GKS Flintsbach ein weiteres hochverdientes Mitglied des Bataillons. Die kirchliche Gestaltung der Totenehrung übernahm Pfarrer Klaus Hofstetter vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer. Der Pfarrer sagte: „Gedenken wir derer, die vor uns gelebt, für den Erhalt der Heimat sogar ihr Leben eingesetzt haben und die uns selbst geprägt haben. Doch schauen wir nicht nur zurück, wenn wir bedenken, dass nicht das Anhäufen von Reichtum, sondern die Liebe die beste Vorbereitung auf den Tod ist“. Bernaus Gebirgsschützen-Hauptmann Matthias Wicha und Gauhauptmann Hans Rucker würdigten in ihren Beiträgen das freundschaftliche, fröhliche und doch auch erinnernde Zusammentreffen der Gebirgsschützen über vormalige Grenzen hinweg und sie danken den vielen ehrenamtlichen Kräften, die ein so großes Fest erst ermöglichen.

So nachdenklich und innwendig die Heldenehrung war, so lebfrisch und lebendig waren der anschließende Festzug über die Chiemseestraße, der Empfang mit Salut-Ehren vor dem Festzelt und der Festabend mit den Wörgler Stadtmusikanten. Der bayerisch-tirolerische Dialog übertrug sich auch auf den Festzelt-Abend als die Wörgler nicht nur das allseits mitgesungene Stück „Mein Tiroler Land“, sondern auch den eigens einstudierten Bayerischen Defiliermarsch aufspielten. Sowohl Hedi Wechner als Bürgermeisterin der Stadt Wörgl als auch Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer machten als Dirigenten eine gute Figur, sie trugen zudem zur wechselseitig-freundschaftlichen Beziehung der Gebirgsschützen und damit zur guten Nachbarschaft bei.

Über den Bataillons-Sonntag berichten wir noch gesondert.

 Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Festabend mit Festzug, Empfang und Festzelt

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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