Kultur

Bad Endorfer proben für Hedwig von Andechs

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Fast schon wie ein Profi bewegt sich die 12-jährige Greta Hofmann zwischen mittelalterlich gekleideten Erwachsenen und spricht ihren Text. Sie darf im Stück “Hedwig von Andechs – Herzogin von Schlesien”, das am Pfingstmontag in Bad Endorf Premiere feiern wird, die bayerische Prinzessin von Andechs spielen, die in sehr jungen Jahren mit Herzog Heinrich I. von Schlesien zwangsverheiratet wird.

Im weiteren Verlauf des aufwändig inszenierten Dramas übernimmt Emilia Giannetta die Hauptrolle. Sie verkörpert eine Frau, die ein Doppelleben als weltliche Herrscherin und geistliche Reformerin führt und zahlreiche schwere Schicksalsschläge ertragen muss. Sie gebärt ihrem Mann sieben Kinder und erlebt den Tod aller. Im Jahr 1238 stirbt auch ihr Gatte.

Als alte und vom Leben gezeichnete Frau, gespielt von Christine Roßmy, verbringt Hedwig ihre letzten Jahre im Kloster Trebnitz. 20 Jahre nach ihrem Tod wird sie von Papst Clemens IV. heilig gesprochen und als “Mulier fortis” (starkes Weib) bezeichnet.

Wie bringt man so eine Geschichte auf die Bühne? Mehr als ein Jahr zuvor begann Paula Aiblinger, die damals noch nicht wusste, dass sie auch die Regie übernehmen wird, über die heilige Hedwig zu recherchieren und ihre Geschichte niederzuschreiben.

Seit Aschermittwoch üben fast 60 Darsteller, darunter viele Kinder, Texte, Bewegungen und Mimik. Derzeit noch in Straßenkleidung, aber das wird sich bald ändern. Denn hinter der Bühne nähen die emsigen Kostümschneiderinnen zahlreiche für das Hochmittelalter typische Kostüme. Dabei orientieren sie sich an historischen Aufzeichnungen.

Auf der Bühne, wenn gerade nicht geprobt wird, malt Barbara Bichler mit ihren Helfern eine sonnige Lichtung im Wald oder historische Orte wie den großen Saal in der Burg Liegnitz. Die Requisiteure liefern dazu passende Möbelstücke, Burgwappen und andere Accessoires.

Peter Bichler und Vinzenz Rossmy kümmern sich um Licht und Ton. Für den Gesang ist Konrad Hamberger zuständig, der als Walther von der Vogelweide auf der Bühne stehen wird.

Um sich noch besser auf das Spiel vorzubereiten, machten die Mitwirkenden einen Ausflug nach Breslau und besuchten die Wirkungsstätten der heiligen Hedwig, darunter das Kloster Trebnitz.

Mit jeder Woche, die vergeht, wächst all das zu einem stimmigen Theaterstück zusammen, das die Zuschauer bei der Premiere am Pfingstmontag garantiert begeistern wird. Davon ist auch die kleine Greta überzeugt, die sich pudelwohl in der großen Gruppe fühlt.

Karten für das Stück „Hedwig von Andechs, Herzogin von Schlesien“ gibt es über die Webseite des Theatervereins, www.theater-endorf.de oder ab 29. April an der Theaterkasse, Tel.: 08053-3743.

Text und Foto: Markus Hermannsdorfer, Pressesprecher Theatergesellschaft Bad Endorf e.V., www.theater-endorf.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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