Brauchtum

Bad Endorfer Gebirgsschützen in Bad Ischl

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Habt acht, rechts schaut – Salut dem Kaiser!“ lautete das Kommando von Oberleutnant Peter Freund an seine Kompanie, bevor Hauptmann Josef Entfellner sich an General Major Helmut Eberl wandte, der schließlich den Befehl gab: „Ehrensalve feuern.“ 36 Gebirgsschützen der Kompanie Endorf waren eigens mit einer Marketenderin im österreichischen Bad Ischl angetreten, um dem einstigen österreichischen Kaiser Franz I. zur Ehre einen zweifachen Salut zu schießen.

Wie alles begann?

Die freundschaftliche Beziehung zwischen Österreich und Bayern ist historisch belegt – auch durch die Ehe des österreichischen Kaisers Franz I. mit der bayerischen Herzogin Elisabeth aus dem Hause Wittelsbach, besser bekannt als Sisi. Was läge da näher, als dass eine Delegation aus Bayern die Salutschüsse zu Ehren des Kaiserpaares abfeuern würde! Und so kam der Gebirgsschützenkompanie Endorf die ehrenvolle Aufgabe zu, auf Einladung des Nostalgievereins Bad Ischl gemeinsam mit der Traditionskapelle des K.-u.-K-Infanterie-Regiments „Erzherzog Rainer“ sowie einiger Fahnenabordnungen das Eröffnungskonzert der Kaisertage am 13. August im Kurpark von Bad Ischl zu begehen.
Der festlich geschmückte Kurpark der ehemaligen Habsburger Monarchie wurde dazu für über 600 Ehrengäste und Besucher bestuhlt. Auch zahlreiche Touristen versammelten sich interessiert in den umliegenden Parkwegen. Nach dem einführenden Promenadenkonzert stand der große K.-u.K.-Zapfenstreich der Rainermusik aus Salzburg auf dem Programm. Dieser setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Den Endorfer Schützen kam die große Aufgabe zu, während des christlichen Abschnitts vor dem Musikstück „Gebet vor der Schlacht“ drei Salutschüsse in kürzester Zeit abzuschießen. Eine wahrliche Herausforderung für die Endorfer, die unter der Regie von Salutzugführer Georg Murner meisterlich bewältigt wurde und – ob der exakten Schüsse – zu tosendem Applaus und damit zu einer nicht geplanten Unterbrechung der feierlichen Zeremonie führte. Die Zuschauer zollten dem ehrenvollen Auftritt, der dargebotenen Disziplin sowie des bestens präsentierten Könnens höchsten Respekt mittels langanhaltender Ovationen. Sehr zur Freude der Gebirgsschützen, die sich nach getaner Arbeit und mit nachlassender Anspannung mit einem Stamperl aus dem Schnapsfässchen der adretten Marketenderin Alexandra Entfellner stärkten, das schnell geleert war. Diese wurde indes zum überaus gefragten Fotomotiv der heraneilenden Zuschauer, die sich an dem feschen Anblick der jungen Frau nicht sattsehen konnten. Nach der offiziellen Feier richtete sich Hauptmann Josef Entfellner an seine Kameraden mit der Bemerkung, welch gute Botschafter sie doch mit solchen Aktionen für den Chiemgau und im Besonderen für Bad Endorf seien. Sein ausdrücklicher Dank gelte allen teilnehmenden Schützen.

Text und Foto: Petra Wagner – Die Gebirgsschützenkompanie Endorf mit Hauptmann Josef Entfellner an der Spitze zeigten ihr Können auch beim disziplinierten Einmarsch in den Kurpark von Bad Ischl.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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