Das Müllner Peter Museum in Sachrang ist nach seinem zweijährigen Dornröschenschlaf wieder zum Leben erwacht. Die Vorsitzende des Müllner Peter Museumsvereins Cäcilie von Feilitzsch-Rauch, die Kulturreferentin der Gemeinde Aschau Corinna Spieth-Hölzl und die Kräuterkundige Martina Glatt eröffneten die Sonderausstellung „Salbei & Holler & Kranawittn“ in den Räumen des Museums in der Alten Schule. Gemeinsam stellten sie den Besuchern auf mehreren Tafeln eine Sammlung von Heilkräutern vor und führten mit diesen heimischen Heil- und Schutzkräutern durch alle Krisenzeiten. Mit der kleinen Sonderausstellung will der Museumsverein zeigen, welche Kräuter schon in früheren Zeiten wesentlich intensiver zur Vermeidung von Krankheiten und zur Heilung verwendet wurden. „Es gab nichts anderes als selbst gesuchte Kräuter und daraus selbst gemachte Heilmittel. Medizin aus der Apotheke konnte sich früher auf dem Dorf keiner leisten. Also griff man auf uraltes und überkommenes Wissen zurück. Es ist medizinisch erwiesen, dass ein Ausräuchern mit Salbei einen Raum zu 90 Prozent von Viren und Bakterien reinigt“, erklärt Martina Glatt den Besuchern, „Dies und vieles andere alte Wissen kann uns auch in heutigen Krisenzeiten äußerst behilflich sein“.

Gleich am ersten Tag der Ausstellung fanden sich zahlreiche interessierte Besucher ein, um sich über „Salbei & Holler & Kranawittn“ zu informieren. Der Müllner Peter Museumsverein hat die lange Zwangspause genutzt, um die vorhandene Sammlung zum Sachranger Dorfgenie Peter Huber, dem Müllner Peter von Sachrang wieder ein wenig aufzuhübschen und sie den Besuchern zeitgemäß zu präsentieren. Die ersten Exponate von 2001 wurden wieder hergerichtet und durch neue Gegenstände ergänzt. So steht den Besuchern jetzt im oberen Stockwerk alles rund um den Sachranger Notenschatz, das Leben und Wirken des Müllner Peters und vor allem die Sammlung zur Medizin und Heilkunst im 19. Jahrhundert auf dem Dorf zur Verfügung. Aus dem Besitz der Ehefrau Maria Hell werden die originalen Möbel gezeigt, die sie bei ihrer Heirat als Mitgift mit auf den Hof brachte. Im ersten Stock vermittelt das Lehrer Hickl Zimmer mit den Originalmöbeln des Sachranger Lehrers Max Hickl einen Einblick in die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Der Heilkräutergarten im Schulhof umfasst, neben den gebräuchlichen Küchenkräutern, auch viele weitere, die Peter Huber in seinen Schriften erwähnt hat und die ihm als Heilkräuter für den täglichen Gebrauch dienten.

Das Museum ist mit corona-bedingten Öffnungszeiten an jedem Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Für den Besuch gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Alle Veranstaltungen und Führungen sind bis auf weiteres abgesagt.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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