Kultur

Ausstellung „WAHRHAFT“ in Priener Galerie

Die Galerie im Alten Rathaus Prien zeigt von Samstag, 4. April bis Sonntag, 17. Mai 2020 die Ausstellung WAHRHAFT von W.G. Maxon als Künstler, Lehrer und Schriftsteller.

Eine Ausstellung, die neue Perspektiven und Schaffensräume dieses Künstlers auftun und die Vielfälligkeit im Wirken und im Werk von W.G. Maxon exemplarisch darstellen will. Vor 125 Jahre in Bayreuth geboren, gründete er 1919 zusammen mit seiner Frau Clara Maxon, geborene Bender, in München seine private Kunstschule, die bis 1971 in Weisham, Gemeinde Bernau, bestand.

Die Ausstellung in der Galerie im Alten Rathaus in Prien am Chiemsee thematisiert zum ersten Mal seinen familiären Hintergrund. Dazu Arbeiten und Editionen aus den 1920er Jahren. In dieser Zeit wiegte er sich in dem Glauben, eine hoffnungsvolle Künstlerkarriere vor sich zu haben, vor allem da seine Werke in den renommierten Münchner Galerien Thannhauser und Gurlitt ausgestellt wurden. Aus dieser Zeit stammen auch Mappen mit graphischen Blättern zu denen Oskar Maria Graf Vorworte verfasste. Er schloss sich in den 1930erJahren der Künstlergruppe „7 Münchner Maler“ an und war in der Münchener Kunst- und Literaturszene gut vertreten. Er nahm regelmäßig an den großen Kunstausstellungen der Städtischen Galerie im Lenbachhaus teil. Aus dieser Schaffenszeit sind Ölgemälde Zeichnungen, Grafiken und Gebrauchsgraphiken zu sehen.

Seit Gründung der privaten Kunstschule verbrachte Familie Maxon zusammen mit den Studentinnen und Studenten das Sommersemester in Weisham. Gemeinsames Leben und Arbeiten prägte den Alltag. Zeugnis davon ist die 1933 gebaute und durch die Kunstschule Maxon ausgestattete Maxonkapelle in Weisham. In der Ausstellung werden die Bezüge zum Dorf und zur Familie Maxon durch weitere Portraits und Skizzen dargestellt. In einem Raum der Ausstellung werden alle Schülerinnen und Schüler nach Aufzeichnungen von W.G. Maxon genannt. Mit der Zerstörung der Wohnung und des Ateliers in München wurden viele Arbeiten vernichtet und die Familie Maxon gezwungen, aus der Stadt aufs Land, nach Weisham zu fliehen. In dieser Periode der Depression entstanden kleinformatige Werke, die auch den Alltag abbilden.

Eine Herausragende Leistung W.G. Maxons war es, im August des Jahres 1945 in Prien, mit Zustimmung der amerikanischen Besatzung und der provisorischen Regierung in München und sowie mit vielen Helfern vor Ort eine Kunstwoche zu initiieren. In den 1950er und 1960er Jahren experimentiert er viel und arbeitet in verschiedenen künstlerischen Richtungen, auch mit neuesten Drucktechniken wie dem Lichtdruck.  Aus dieser Zeit sind Bilder und Graphiken von Studienreisen nach Italien und Frankreich, sowie Aktdarstellungen zu sehen. Einen eigenen Raum nehmen die von W.G. Maxon in dieser Zeit neu entworfenen Gemeindewappen ein. Neben seinen künstlerischen und pädagogischen Ambitionen war er auch politisch und kulturpolitisch in der Region um den Chiemsee tätig, wobei ihm der Schutz der Chiemsee Landschaft vor Überbeanspruchung sehr am Herzen lag und dabei grundlegende Entscheidungen beeinflusste.

Während der Ausstellung „WAHRHAFT“ hat die Galerie im Alten Rathaus dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eingang befindet sich in der Alten Rathausstraße 22. Weitere Informationen unter www.galerie-prien.de und unter Telefon +49 8051 69050.

Pressetext: Christine Wallner, Jakob Thalmayr – Bildrechte: Nachlass Maxon

Bildunterschrift: Graphik Maxon

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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