Kultur

Ausstellung Frasdorf: Tod und Leichenzug von König Ludwig III

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Dorf- und Höhlenmuseum Frasdorf  bietet eine Sonderausstellung „Tod und Leichenzug von Königin Marie Therese und König Ludwig III.“ – Die Eröffnung  ist am Sonntag, den 1. August um 16.00 Uhr im Schulhof in Frasdorf.

Nachdem am Sonntag nach dem Namenstag von König Ludwig III. (25. August 2021) in Wildenwart noch groß gefeiert worden war, verstarb der fast 78-jährige Monarch wenige Wochen später (am 18. Oktober) auf seinem Gut Sarvar in Ungarn. (Das Gut Sarvar gehörte zum Heiratsgut von Marie-Therese, befand sich somit im Privatbesitz der Familie). 12 Tage später traf der Sarg mit dem Leichnam in Wildenwart ein und wurde mit dem der Königin (sie war schon im Februar 1919 gestorben und provisorisch in einer Gruft unter der Hauskapelle des Wildenwarter Schlosses bestattet worden) fünf Tage lang aufgebahrt, wo die Bevölkerung Abschied vom Königspaar nehmen konnte.

Baron von Laßberg, ein Bediensteter des Königs, schreibt in seinen Erinnerungen: „Ich kann nicht unterlassen, anzufügen, dass das eigene Personal, viele Leute aus der Gemeinde, vor allem auch der Gemeinderat von Wildenwart mit seinem Bürgermeister Wallner an der Spitze, aus freiem Antrieb die Nächte, während welcher die hohen Leichen in Wildenwart in der Schlosskapelle ruhten, eigene Betstunden eingerichtet hatten. Außerdem wurde jeden Morgen in der Schlosskapelle ein Hl. Messe gelesen und nachmittags eine Rosenkranzandacht gehalten, welche stets von vielen Andächtigen, groß und klein, besucht wurden.“

Am 4. November  erfolgte dann die Überführung der Leichname in einem großen feierlichen Trauerzug zunächst nach Prien zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach München, wo sie von Kardinal Michael von Faulhaber in der Frauenkirche beigesetzt wurden.

Mit Bildern und Zeitungsberichten wird in den Räumen des Frasdorfer Dorfmuseums an diese Ereignisse vor 100 Jahren erinnert. Die Ausstellung erfolgt im Rahmen der Aktion „Goldene Jahre?!“ der Museumsnetzwerke Chiemgau und Rosenheim.

Öffnungszeiten: im August und September 2021 an jedem Sonntag, jeweils 16.00 – 18.00 Uhr

Bericht und Bilder: Heimat- und Kulturverein Frasdorf / Rupert Wörndl

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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