Leitartikel

Außergewöhnlicher Arzt-Einsatz vor 115 Jahren bildhaft festgehalten

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Alte Bilder und Gemälde können zuweilen   faszinierend schweigen, sie können aber auch Interessantes erzählen – wenn es Jemand gibt, der die Geschichte hinter dem Kunstwerk kennt. Ein schönes Beispiel ist ein Motiv, das Helga Bauer aus Hartbichl auf dem Samerberg ihr eigen nennen darf und das an ihren Großvater und Landarzt Dr. Ludwig Adam erinnert.

Das Bild wurde gemalt um das Jahr 1906, also vor inzwischen 115 Jahren. Dazu kann die 80jährige Keramik-Künstlerin, ehemalige Lehrerin und Musikantin erzählen: „Mein Opa, übrigens wie Ludwig Thoma Jahrgang 1867, war damals praktischer Arzt in Wasserburg am Inn, später war er Bezirksarzt. Als Pensionist zog er nach Aschau i. Chiemgau, von ihm habe ich noch seine Führerscheine für das Motorrad und für das Auto“. Damit spricht die Arzt-Enkelin und Witwe von Inntaler-Sänger Konrad Bauer genau das Gemälde-Motiv an und sie sagte weiter: „Als es noch keine Autos gab, mußte er einen Kutscher einstellen, Pferde und/oder ein Ochse mussten eingespannt werden, das war vor allem nachts ein Riesen-Aufwand. Später mit dem Auto holte er für dieses das Benzin noch aus der Apotheke. Einmal hatte er eine Auto-Panne und da mußtee wieder die Tiere zum Abschleppen herhalten – und genau das wurde im Bild festgehalten“.  Dr. Ludwig Adam zog später mit seiner Familie nach Aschau i. Chiemgau. Er starb dort 1953.

Repro: Hötzelsperger – Gemälde aus dem Jahr 1906, es zeigt den Einsatz des Arztes, der nach einer Auto-Panne mit zwei Ochsen zum Patienten gebracht wurde – es wurde mit „Eine sonderbare Automobilfahrt“ betitelt.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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