Kirche

Aschauer suchen für Heiliges Grab 2019

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Aschau ist auf der Suche nach Jesus. Für die beiden Spiele rund um das Heilige Grab in Aschau im kommenden Jahr wird noch der Hauptdarsteller gesucht, der die Person Jesu Christi in den beiden Teilen des Auferstehungsspieles „Vom Leben Jesu“ und „Die Auferstehung Jesu“ glaubhaft verkörpern kann. Der Verfasser und Regisseur der beiden zweistündigen Dramen Werner Hofmann und Co-Regisseurin Marianne Neumüller haben bereits einen Teil des künftigen Ensembles mit Mitgliedern der Aschauer Theatergruppen und mit Veteranen des Auferstehungsspieles von 2005 besetzt, doch für die Verkörperung der Hauptrolle konnten sie noch keinen geeigneten Nachwuchsschauspieler finden. Am Donnerstag, 15. März findet um 19 Uhr im Aschauer Pfarrheim eine Versammlung aller Aschauer Frauen und Männer statt, die mit ihrer Arbeit zum Gelingen des Auferstehungsspieles rund um das Heilige Grab beitragen wollen. Bei einer Besprechung im Aschauer Rathaus erläuterte Werner Hofmann, dass noch viele Leute auf und hinter der Bühne für die Verwirklichung des großen Vorhabens gebraucht werden. „Es beginnt beim Hauptdarsteller, darüber hinaus fehlen uns noch einige Sprechrollen, Statisten für das Volk von Jerusalem und ein ganzer Stab für die Arbeiten rund um die Bühnengestaltung, die Masken und die Kostüme. Jeder, der in irgendeiner Form mithelfen will, ist uns willkommen“.  Bernadette Osterhammer, die mit dem Chor für die musikalische Gestaltung verantwortlich ist, ergänzte dazu, dass der Chor erst im Herbst in seiner endgültigen Zusammensetzung vorgestellt werde. Auch hier könne man zum Teil auf bewährte Strukturen zurückgreifen, aber der endgültige Auferstehungschor werde vollkommen neu zusammengesetzt. Dazu werden noch Sängerinnen und Sänger gesucht, die in dem Ensemble mitmachen wollen. Erfahrungsgemäß mangle es stets an Männerstimmen, Bernadette Osterhammer bat alle Interessierten, vor allem aber Tenöre und Bässe, sich für den Chor zur Verfügung zu stellen. Das Auferstehungsspiel ist mit seinen beiden Teilen im kommenden Jahr der Höhepunkt der erstmaligen Präsentation des Heiligen Grabes in Aschau nach über 60 Jahren. So lange lagerte das barocke Aschauer Grab auf dem Dachboden der Kirche und wurde erst vor wenigen Jahren wieder aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. In den vergangenen Jahren wurde es in Bad Tölz aufwendig restauriert und soll zu den Ostertagen 2019 erstmalig wieder in der Aschauer Pfarrkirche aufgebaut werden.

Nur die älteren Aschauer erinnern sich heute noch an die großartige Kulisse, die das ganze Presbyterium der Pfarrkirche „Zur Darstellung des Herrn“ ausfüllte. Das unglaubliche Schauspiel bei der Auferstehungsfeier und die Fertigkeit, dieses kunstvolle Bauwerk innerhalb eines Gotteshauses auf- und wieder abzubauen, wirkt auch heute noch nach. Bis in die 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts besuchten Gläubige und Kunstinteressierte aus der ganzen Region das wegen seiner Größe und Schönheit berühmte Heilige Grab in Aschau.

Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau hat nun zusammen mit der politischen Gemeinde und der Pfarrgemeinde ein Konzept entwickelt, wie das neu restaurierte Grab der Öffentlichkeit am Besten vorgestellt werden kann. Dazu besann man sich auf das Auferstehungsspiel von 2005 und erweiterte es mit dem Fastenspiel „Vom Leben Jesu“ und dem Auferstehungsspiel „Die Auferstehung Jesu“ auf zwei Teile, von denen der erste Teil in der Karwoche und der zweite nach Ostern gezeigt werden soll. Das Grab soll unmittelbar nach dem Ende des Faschings aufgebaut werden und bis zwei Wochen nach Ostern acht Wochen lang in der Pfarrkirche stehen. Mit einem umfassenden Rahmenprogramm sollen zusätzliche Besucher zur Besichtigung des Heiligen Grabes angezogen werden, so sollen entsprechende Gottesdienste, Andachten, Fastenpredigten und geistliche Konzerte das Erlebnis vertiefen. Mit einem klassischen Haydnkonzert unter der Leitung von Bernadette Osterhammer, einem volksmusikalischen Konzert unter der Leitung von Gabi Reiserer und einem Barockkonzert mit Johannes Berger und dem Concerto München stehen bereits drei Konzertabende fest. Man war sich einig, dass vor allem einheimische Künstler zu den entsprechenden Konzerten gebeten werden, „von horrenden Künstlerhonoraren wolle man tunlichst Abstand halten“. Mit zahlreichen Führungen soll das neu renovierte Ensemble in der Kirche „Darstellung des Herrn“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, besonders am klassischen Besuchstag, dem Karsamstag soll der Besucherstrom mit einem weiten Angebot an Führungen und langen Besuchszeiten auseinandergezogen werden.

Pfarrer Paul Janßen wies darauf hin, dass die regulären Messfeiern durch das Heilige Grab und seine Besucher wohl nicht beeinträchtigt würden, eine langfristige Planung sei hier ein Segen und schaffe Klarheit für die jeweilige Nutzung des Kirchenraums, für Gottesdienste, für Chor-, Orchester- und Schauspielproben und die jeweiligen Aufführungen. Dabei müsse für unvorhersehbare Ereignisse, wie Beerdigungen, während der gesamten Zeit ein ausreichendes Zeitfenster zur Verfügung stehen. Das historische Aschauer Heilige Grab ist Eigentum der katholischen Pfarrkirchenstiftung Aschau. Diese stellt 2019 erstmals und dann in einem regelmäßigen Turnus den Kirchenraum der Pfarrkirche für den Auf- und Abbau sowie die Durchführung der Schauspiele und damit verbundene Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Heiligen Grab zur Verfügung.

Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau veranlasst den Auf- und Abbau des Heiligen Grabes und zeichnet verantwortlich für die Durchführung des Aschauer Fasten- und Auferstehungsspiels. Er schließt die Werkverträge mit den Beteiligten und haftet für die finanzielle Abwicklung. Für die Organisation eines Rahmenprogramms und dessen Abwicklung sowie die Vermarktung des Projektes „Aschauer Hl. Grab“ arbeitet der Verein eng mit der Tourismusabteilung der Gemeinde Aschau zusammen. Die Gemeinde Aschau berücksichtigt die finanziellen Aufwendungen für das Projekt „Aschauer Hl. Grab“ in ihrem Haushalt. Für 2019 sind zunächst 90000 Euro vorgesehen. Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau erhält zur Vorfinanzierung und Durchführung des Projektes die erforderlichen Mittel aus dem Gemeindehaushalt und ist für eine ordnungsgemäße finanzielle Abwicklung verantwortlich.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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