Sport & Freizeit

Aschau: Integrationsdisco im Eiskeller

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Die Disco ist super“ – schwärmte die gehbehinderte Nathalie, die extra mit ihrer Freundin aus Bruckmühl zur Integrativen Disco im Eiskeller nach Aschau gekommen war. Sie war begeistert, vom alten Gemäuer des Eiskellers, von der Musik und nicht zuletzt von Markus, dem gutaussehenden Burschen, der immer wieder mit ihr tanzte. Nathalie liebt Musik, je lauter und wilder, umso besser, die Charts kennt sie rauf und runter. Doch Nathalie ist seit Geburt stark gehbehindert und so ist Tanzen gehen und Tanzen für sie nicht so einfach, wie für andere Mädchen ihres Alters. So war es schon etwas ganz besonderes für die Jugendlichen, ein Großteil von ihnen sind körperlich eingeschränkt, als die Räume der Diskothek „Eiskeller“ für eine integrative Party extra für sie eröffnet wurden. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Jugendfeuerwehr und Rotkreuz konnten auch Rollstuhlfahrer sicher in die Räumlichkeiten des „Eiskellers“ gelangen. Ob behindert oder nicht behindert, ob mit Rollstuhl, Krücken oder Gehhilfe ausgestattet oder ohne alles, spielte bei der Musik bald keine Rolle mehr. Schon bald war eine ausgelassene Stimmung im voll besetzten Eiskeller, es wurde getanzt, gelacht oder einfach nur gestaunt, was auch im Rollstuhl oder mit Orthesen und Stützen so alles möglich ist, wenn einen die Musik mitreißt.

Dies Integrationsveranstaltung für behinderte Jugendliche – Nathalie brachte das schwierige behördliche Wort gar nicht heraus – entstand durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Aschau, der Diakonie und dem Eiskellerteam, der Jugendfeuerwehr und dem Jugendrotkreuz aus Aschau. „Solche Veranstaltungen der Integration, des Miteinanders von Nichtbehinderten und Behinderten und schließlich dieser Freude beim Umgang miteinander sollen in der Gemeinde Aschau mit ihrer großen Orthopädischen Kinderklinik immer wieder stattfinden“, erklärte Afra Krom vom BRK Aschau, „Anfragen nach einer ständigen Einrichtung waren seit der allerersten Veranstaltung vor 15 Jahren vorhanden. Ich denke, von diesem Discoabend wird bei den nicht behinderten jungen Leuten noch ebenso lang gesprochen, wie bei den behinderten“.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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