Land- & Forstwirtschaft

Appell: Almabtriebszeit ist noch nicht vorbei

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit Ende September, traditionell am Michaelitag 29. September ist allgemein das Ende der Alm-Saison verbunden. Gemeinhin wird gedacht, dass mit dem zum Teil begonnen Viehabtrieb in den Bergen auch Ruhe in den Bergen ist. Aber dem ist ganz und gar nicht, wie ein aktueller Appell der Tourismusvereinsvorsitzenden Roswitha Estermann vom Samerberg zeigt – denn auf vielen Privatalmen ist das Vieh über den September hinaus zugegen.

Bäuerin Estermann, im Vorjahr Initiatorin der Samerberger Landwirtschaftswege „Almen“ und „Tal“ mit dem Ziel, Verständnis zwischen Bauern und Besuchern zu fördern, klingt verzweifelt, wenn sie sagt: „Die Leute wissen einfach nicht, dass auch nach dem allgemeinen Viehabtrieb auf den privaten Almen noch Almtiere vorhanden sind. Das Offenlasen von Gattern ist ein Teil der Probleme, zuweilen sorgt auch der Nebel dafür, dass wir wegen offengelassener Tore unsere Tiere nur mühevoll und nach Stunden finden“. Die weitere Erfahrung und Einschätzung der Grainbacher Almbäuerin ist, dass gerade die immer mehr werdenden Radler und Mountainbiker immer mehr querfeldein-rennen und sich um nichts herum kümmern. „Was soll ein Bienen-Begehren, wenn deren Befürworter dann so egoistisch unterwegs sind und die heimische Natur ad absurdum führen…“ – so Roswitha Estermann, die fortan auf mehr Vernunft und Verständnis seitens der Leute hofft, die eine intakte Landschaft für ihre Freizeitgestaltung genießen wollen ohne einen almbäuerlichen Schaden anzurichten.

Foto/s: Hötzelsperger – Almvieh auf dem Samerberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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