Land- & Forstwirtschaft

Anbindehaltung: Bayern will keinen Betrieb alleine lassen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Herbst letzten Jahres startete Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eine erneute Beratungsinitiative für Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung. Mit dem Beratungsangebot soll eine auf den Einzelbetrieb und die jeweilige Betriebsleiterfamilien individuell zugeschnittene Lösung zur Weiterentwicklung ihres Betriebs erarbeitet werden. Nach den ersten Monaten lässt sich bereits eine positive Zwischenbilanz ziehen. „Mein Ziel war ganz klar: Bayern lässt keinen Betrieb mit ganzjähriger Anbindehaltung allein, denn wir wollen keinen der Betriebe verlieren. Bei uns in Bayern ist die Milcherzeugung die Existenzgrundlage für viele bäuerlichen Familienbetriebe. Dass nach der kurzen Zeit die Beratungsinitiative mit unseren 32 Landwirtschaftsämtern erste Früchte trägt, freut mich daher umso mehr“, sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zu den aktuellen Zwischenergebnissen.

Nach aktuellen Zahlen gibt es in Bayern noch ca. 10.000 Milchviehbetriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung, davon wurden mit den ersten Gruppenberatungen und Informationsveranstaltungen bereits über 3.000 Betriebe erreicht. Somit konnten die Ämter 30 Prozent der betroffenen Bauernfamilien in Bayern mit ersten wichtigen Informationen erreichen. Über 560 dieser Milchviehhalter haben sich nun auch schon in einer gezielten Einzelberatung konkrete Ideen und Vorschläge zur Weiterentwicklung des eigenen Betriebs einholen können. Mit jedem dieser Betriebe wird in einem gemeinsamen Gespräch ein Plan für die zukünftige Betriebsentwicklung erarbeitet. Dabei gehen die Möglichkeiten vom Stallneu- bzw. umbau, über andere Tierhaltungsverfahren bis hin zum Auf- und Ausbau von Einkommensalternativen. „Die Corona-Pandemie hat die angelaufene Beratungsinitiative definitiv erschwert. Dennoch ist es ein wichtiger Schritt, dass wir bereits 30 Prozent der Betriebe erreichen konnten. Wir bieten jedem Betrieb Beratung und Förderung an. Ob er das Angebot annimmt und welchen Weg die Familie einschlägt, entscheidet der Betrieb selbst. Denn die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen uns, dass nicht nur die neue Bundesregierung, sondern auch der Lebensmitteleinzelhandel den Druck auf die Milchviehbetriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung erhöht. Bayern hält im Gegensatz zur neuen Bundesregierung nichts von Verboten, wir arbeiten mit Beratung und Förderung, um den Betrieben einen erfolgreichen und individuellen Weg in die Zukunft aufzuweisen. Dieser Weg scheint uns recht zu geben und nur so kann man einem möglichen Strukturbruch effektiv begegnen“, so die Ministerin weiter.

Bereits knapp 150 Betriebe haben nach der Einzelberatung nun eine Spezialberatung für Stallneu- oder Umbauten in Anspruch genommen. „Mir ist klar, dass nicht jeder Betrieb die Möglichkeit hat, direkt einen neuen Laufstall zu bauen. Daher bekennen wir uns in Bayern auch ganz klar zur Kombihaltung. Diese Form der Tierhaltung kann für manche Betriebe eine Alternative zur ganzjährigen Anbindehaltung sein. Hierzu muss sich auch die Bundesregierung klar bekennen“, so Kaniber.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium

Foto: Hötzelsperger

 

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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