Brauchtum

An Kirchweih ist Hittenkirchen in Bewegung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Kirchenpatrozinium in Hittenkirchen ist ein hohes Gut, das zeigt sich alljährlich, wenn am Festtag des Heiligen Bartholomäus die Kirche, der Dorfwirt und das Trachtenheim geöffnet und die Betriebe geschlossen werden. Heuer fiel das Patroziniumsfest auf den Samstag, doch das Gleiche gilt auch für jeden Werktag. Die Kirchen-, Dorf- und Vereinegemeinschaft von Hittenkirchen feiert ihren Orts-Heiligen immer an seinem Namenstag mit morgendlichem Gottesdienst, anschließendem Felderumgang, mittäglicher Einkehr und abendlichem Kirtatanz.

 Heuer begann der Festtag mit dem Gottesdienst in der voll besetzten Kirche „St. Bartholomäus“ mit Kaplan Joshy und mit dem Kirchenchor von Hittenkirchen. Dabei bedankte sich der Geistliche für die große Anzahl an Gläubigen und für das Mitgestalten insbesondere bei der Prozession, die musikalisch neben dem Kirchenchor noch von Hittenkirchener Musikanten gestaltet wurde. Dabei waren zum Teil erstmals junge Musikanten im Einsatz, die von Fritz Lampersberger in der neuen Hittenkirchener Jugendkapelle ausgebildet werden. „Unser Dorf ist am Bartholomäus-Tag gänzlich in Bewegung“, so Vorstand Christoph Kaufmann vom örtlichen Trachtenverein „Almarausch“ Hittenkirchen, der im wahrsten Sinne des Wortes einer der tragenden Säulen des Patroziniums ist, denn die Trachtendirndl tragen zum Felderumgang zwei Figuren mit der Heiligen Maria und Mutter Gottes zu den vier Gebets-Stationen. Diese sind zweimal am Schulhaus, einmal nahe dem Raschl-Anwesen und einmal besonders aussichtsreich an der Kriegerkapelle. Zurück im Ort kehren die vielen Vereinsmitglieder sowie deren Fahnenabordnungen und der gesamte kirchliche Dienst beim Dorfwirt ein.

Am Abend ist dann traditioneller Kirtatanz. Heuer spielten hierzu erstmals die Ampertaler Musikanten aus der Hallertau auf. „Das ist heuer ein Novum, bisher hatten wir immer Musikgruppen aus dem Salzburger und Tiroler Land, unter anderem Franz Posch und seine Innbrüggler. Diese bekannte Kapelle versuchen wir in zwei Jahren zum 100jährigen Vereinsjubiläum wieder für Hittenkirchen gewinnen zu können“ – so Musikwart Michael Berneder, der sich freute, dass die Ampertaler Kirtamusi mit der Gesangsgruppe der Geschwister Laschinger für heuer zu gewinnen war. Mit viel Humor und Witz (unter anderem: „Bei manchen Leuten sind Handschellen immer noch das beste Abführmittel“) unterhielten sie und mit ihrer Musik (u.a. Schottisch, Boarisch, Walzer, Chiemgauer Dreher oder Zwiefach) lockten sie auf die am Anfang zu kleine Tanzfläche. Die Vergrößerung war notwendig, weil unter den vielen Tanzwilligen auch eine große Schar von Jugendlichen war, die heuer bei Tanzwart Florian Wörndl im Kurs die ersten Tanzschritte erlernten. Nicht zum ersten, sondern seit 20 Jahren mehrmals im Jahr kommt Hans Schäffler vom Trachtenverein Wallgau aus dem Werdenfelser Land zu den Hittenkirchener Tanzveranstaltungen. „In Hittenkirchen ist es immer schön, hier spürt man, dass der Trachtenverein wie eine Familie geführt wird und sie haben immer eine gute Musik“, so der Wallgauer, der bis 2008 selbst und 22 Jahre lang Vorstand seines Vereins war, der immer wieder in Begleitung von mehreren Leuten dem Chiemgau die Ehre gibt und der inzwischen mit Christoph Kaufmann eine persönliche Freundschaft pflegt – ganz im Sinne des ehrwürdigen Kirtatages von Hittenkirchen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke   vom Kirtatanz am Abend im Trachtenheim, u.a. Ampertaler Kirtamusi mit den Geschwistern Laschinger sowie Hans Schäffler vom Trachtenverein Wallgau (li.) mit Vorstand Christoph Kaufmann vom GTEV Hittenkirchen.

Nähere Informationen:  www.hittenkirchen.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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