Kirche

Am Grab von Rupert Donauer aus Prien

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Viele Spuren im Leben hat der Priener Rupert Donauer in seinem 7ojährigen Leben hinterlassen“ – wie Kaplan Joshy bei der Trauerfeier des nach kurzer schwerer Krankheit Verstorbenen in der voll besetzten Pfarrkirche von Wildenwart weiter erinnerte, wuchs Rupert Donauer mit seinen Geschwistern in Wildenwart auf. Sein Vater betrieb eine Schuster-Werkstätte und seine Mutter einen Lebensmittelladen. Die Lehre für das Kfz-Mechaniker-Handwerk erfolgte bei der Firma Hocheder in Bernau. Nach seinem Bundeswehrdienst erwarb sich Donauer in Regensburg bei der dortigen Handwerkskammer den Meisterbrief und 1973 bis wenige Monate vor seinem Tod betrieb er als Pächter die Esso-Tankstelle in Prien mit Werkstattbetrieb.

Zwei Kinder gingen aus der 1970 geschlossenen Ehe mit seiner Frau Katharina hervor, nach der Trennung von seiner Frau im Jahr 1984 wurde er in seinem Leben von Frau Carola Zahler bis zuletzt begleitet und zu Hause gepflegt. Bereits 2013 musste sich Rupert Donauer einer Herz-Operation unterziehen, die jedoch erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Wenige Monate nach dem Beginn der Rentenphase und nach einer Hüftoperation kam die schreckliche Diagnose von Krebs. „Mit dem raschen Tod hat sich der Kreis geschlossen, der Kreis, der mit der Geburt im ehemaligen Kreiskrankenhaus (der heutigen Waldorfschule) begann, mit über 45 Jahren der Tätigkeit bei der benachbarten Tankstelle fortgesetzt und nunmehr gegenüber von dieser in der Privatwohung zu Ende geführt wurde“ – so Pater Joshy, der Rupert Donauer als lebensfrohen und geselligen Menschen bezeichnete, dem die Familie und die Heimat viel bedeuteten (unter anderem half er zusammen mit seinem Bruder Peter Donauer im Jahr 1982 mit, im Kampenwandgebiet auf der Bauernwand ein Gipfelkreuz zu erstellen).  Die Anwesenheit der Fahnenabordnungen vom Radfahrverein, von den Trachtenvereinen Prien und Wildenwart, des Schützenvereins Wildenwart und des Veteranen- und Kriegervereins Wildenwart zeugten ihrerseits von einer starken Verbundenheit des Verstorbenen mit den Ortsvereinen. Besonders aktiv war Rupert Donauer auf dem sportlichen Sektor. Josef Drexler vom Radfahrverein erinnerte daran, dass Donauer viel mit dem Mountainbike unterwegs war, seine Lieblingsstrecke war in den Loferer Steinbergen. Ebenso wie bei weiteren Vereinen machte er sich auch beim Radfahrverein als Versteigerer bei Vereinsveranstaltungen nützlich. Ehrenmitglied war Rupert Donauer beim Priener Ski-Club, dem er seit 1960 angehörte und bei dem er von 1991 bis 1994 das Amt des Zweiten Vorstandes und von 1994 bis 2000 das Amt des Ersten Vorstandes ausübte. „Ob alpin, im Langlauf, auf Touren, beim Marktfest oder bei Veranstaltungen, Rupert Donauer war immer dabei und unterstützte uns immer tatkräftig“, so Christian Wöhrer als Vorstand des SC Prien in seinem Nachruf am offenen Grab. Dem Sport war Rupert Donauer auch durch den Besuch verschiedener Olympischer Winterspiele sowie 1972 verbunden als er in München olympischer Fackelträger war. Wichtig war ihm auch die Heimatverbundenheit. Dies zeigte sich in den Nachrufen von Lenz Obermüller vom Trachtenverein Prien und von Peter Voggenauer vom Trachtenverein Wildenwart, denen er jahrzehntelang als förderndes Mitglied angehörte. Vorstand Andreas Freund junior von den Schützen „Die Elfer“ Wildenwart erinnerte daran, dass Rupert Donauer 48 Jahre dem Verein angehörte und einige Jahre als aktiver Schütze tätig war. Florian Bauer, neuer Vorsitzender der Wildenwarter Veteranen sagte bei seinen Dankesworten: „Vor kurzem wäre Rupert Donauer für 50jährige Mitgliedschaft geehrt worden, doch die schwere Krankheit ließ dies nicht mehr zu, seinen Wehrdienst leistete er 1967 und 1968 in Füssen und beim Hochgebirgszug in Berchtesgaden ab“. Die Weise vom guten Kameraden durch Wildenwarter Blasmusikanten sowie ein dreifacher Kanonen-Salut ehrten Rupert Donauer zum Abschluss seines irdischen Weges. Die musikalische Gestaltung der Trauerfeier in der Kirche übernahm der Wildenwarter Kirchenchor mit Kirchenmusiker Rainer Schütz aus Prien.

Sterbefoto: Rupert Donauer

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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