Kirche

Am Grab von Helene Strein, ehemalige Badwirtin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 83 Jahren verstarb nach längerer Krankheit Helene Strein, ehemalige Badwirtin vom Samerberg. Bei der Trauerfeier in der Kirche St. Bartholomäus in Rossholzen erinnerte Diakon Günter Schmitzberger an das von Fleiß und Familiensinn geprägte Leben der Verstorbenen, dazu sagte der Geistliche: „Zusammen mit ihren zwei Geschwistern wuchs sie in Flintsbach auf. Da der Vater im Krieg gefallen war, musste die Familie sehr zusammenhalten und so lernte sie als Jugendliche schon das Mitanpacken.  Nach der Schule erlernte sie den Beruf der Köchin, welchen sie mit großer Leidenschaft ausübte“.

1963 heiratete Helene Huber den Elektrowerkmeister Georg Strein. In den Folgejahren bediente sie im Cafe Heuberg in Nußdorf, war beim „Greck“ in Essbaum und kochte im Kinderheim Friesing.   Ein Viertel Jahrhundert ihres arbeitsreichen Lebens war sie mit Leib und Seele Wirtin beim „Badwirt“ in Roßholzen. Hier wird erzählt, dass sie vor allem bei den Fußballern und den Stammgästen sehr beliebt war und sie in der Geselligkeit selbst aufblühte. Legendär sind auch die „Schafkopfrunden“, welche so manche Nacht zum Tag machten  – so Diakon Schmitzberger, der weiters sagte: „Für die armen Leute hatte die Werkin, wie sie von den Samerbergern gerne genannt wurde, ein großes Herz; wo immer sie spenden konnte, war sie dabei. So spendete, kochte und backte sie für die Tschernobyl-Kinder und zeitlebens für den ehemaligen Kirchwald-Eremit Marinus. Mit ihrer Freundin fuhr sie mit einem VW-Bus voller Lebensmittel, Kleidung und Geld nach Rumänien und auch für das Kloster in Rosenheim an der Loretowiese brachte sie allmonatlich Lebensmittel-Spenden. Über all diese Großzügigkeiten vergaß sie nie ihre Familie, mit Freuden verwöhnte sie ihre beiden Kinder sowie ihre Enkel und Urenkel, die ihr ihrerseits mit vielen Besuchen in der Zeit ihrer Krankheit dankten. Für die Fußball-Abteilung des WSV Samerberg dankte am offenen Grab Thomas Stuffer-Wimmer der langjährigen Badwirtin. „Es waren schöne, gemeinsame Zeiten im Sportheim, Helene hatte immer ein offenes Ohr für uns Sportler und verwöhnte uns besonders mit ihren Schnitzeln“. Für die musikalische Gestaltung der Trauerfeier sorgten Samerberger Bläser.

Sterbebild: Helene Strein, ehemalige Badwirtin vom Samerberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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