Kirche

Am Grab von Gerda Franz – ehemalige Rosenheimer Stadträtin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 79 Jahren verstarb nach schwerer Krankheit Gerda Franz aus Rosenheim. Die ehemalige Stadträtin von Rosenheim und Ehrenvorsitzende der Frauen-Union Rosenheim-Stadt war nach den Worten von Dekan Daniel Reichel nicht nur der ruhende Mittelpunkt einer Familie sondern auch eine starke Persönlichkeit, die viel für die Gesellschaft geleistet hat. Nach dem Trauergottesdienst in der Klosterkirche St. Sebastian erinnerten auf dem Städtischen Friedhof Oberbürgermeister Andreas März, sein Stellvertreter Daniel Artmann für den CSU-Kreisverband Rosenheim Stadt sowie Alexandra Linordner für die Frauen-Union an das wertvolle Wirken der Verstorbenen.

„Das Lebensbuch von Gerda Franz ist voll von Erfahrungen und Bildern, manche Seiten durften wir mit ihr teilen und dafür wollen wir dankbar sein“ – mit diesen Worten begann Dekan Reichel seine Trauerpredigt und er erinnerte an den Lebenslauf von Frau Franz. Sie kam in Rosenheim zur Welt, verlor im ersten Lebensjahr bereits ihre Mutter und kam mit zwölf Jahren zur Familie Piedl, dort wurde sie als gleichberechtigtes Kind mit den sieben Kindern der Familie streng und katholisch erzogen. Nach Volks- und Städtische Mittelschule für Mädchen arbeitete sie als Sekretärin bei der Industriegewerkschaft Metall in Rosenheim und lernte dort ihren Mann Kurt kennen. Die Hochzeit war im Jahr 1961, so dass heuer das Fest der Diamantenen Hochzeit hätte gefeiert werden können.  Zwei Kinder und vier Enkelkinder waren ihr ganzer Stolz und diesen galt ihre ganze Fürsorge. Bedingt durch berufliche Aufgaben ihres Mannes wechselte die Familie Franz mehrmals ihren Wohnsitz. Zuerst 1964 nach Bietigheim und 1969 nach Nürtingen in Baden-Württemberg, dann nach Donauwörth und schließlich wieder zurück nach Rosenheim, da ihr Mann Kurt 1983 zum Direktor des Lehrinstituts für Holzwirtschaft und Kunststofftechnik nach Rosenheim berufen wurde. Mit seiner Aufgabe war es auch verbunden, dass Reisen in viele Länder und Kontinente möglich waren und das Weltbild der Verstorbenen prägten. Frau Franz fand gleich eine Anstellung bei der CSU-Stadtratsfraktion. Nach der Wahl von Stadtrat Adolf Dinglreiter in den Bayerischen Landtag war sie dessen Sekretärin und somit war sie bis zum Renteneintritt 25 Jahre für die CSU tätig. Die musikalische Gestaltung in der Kirche übernahmen an Orgel und Zither Hans Berger sowie Katharina Blassnigg aus Kufstein mit Gesang, unter anderem mit Weisen aus dem Notenschatz des Müllner-Peter und mit   Liedern zu Ehren der Gottesmutter Maria.

„Eine diplomatische und herzliche Stadträtin“

Oberbürgermeister Andreas März bezeichnete die verstorbene Stadträtin der Jahre 1991 bis 2002 als eine mutige, leidenschaftliche und verantwortungsbewusste Frau, die diplomatisch, streitbar und herzlich gleichermaßen war und die in ihrer Ehrenamts-Ausübung in vorbildlicher Weise ihrer Heimatstadt Rosenheim diente. Daniel Artmann dankte der verlässlichen Ratgeberin namens der CSU-Stadtratsfraktion, des CSU-Kreisverbandes Rosenheim-Stadt und des CSU-Ortsverbandes Aising, dem sie seit 1975 angehörte, und sagte: „Gerda war stets werteorientiert, sie war nicht laut, aber sie wurde immer gehört. Ihr Dienen galt stets dem Gemeinwesen sowie dem Frieden und der Freiheit“. Von 1987 bis 1997 war Gerda Franz Kreisvorsitzende der Frauen-Union Rosenheim Stadt, dazu sagte Alexandra Linordner als aktuelle Kreisvorsitzende: „Gerda trat 1984 in unsere Gemeinschaft ein, sie war absolut zuverlässig und bis zuletzt gehörte sie dem Vorstand an. Sie war eine charakterstarke Kämpferin und eine perfekte Organisatorin“. Ihre Würdigung beschloss Frau Linordner mit dem Albert Schweitzer-Zitat: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir gehen“. Welch große Wertschätzung Gerda Franz zeitlebens innerhalb ihrer Familie genoss, brachte Enkel Kilian in folgenden, sehr persönlichen Worten zum Ausdruck: „Unsere Oma war die Person in Liebenswürdigkeit, sie war wortgewandt und feinsinnig, sie war Stütze in jeder Lebenslage und sie war für uns ein moralischer Kompass“. An der Trauerfeier in der Kirche und an der Beerdigung auf dem Friedhof nahmen zahlreiche Verwandte, Freunde und Weggefährten teil, unter ihnen auch Alt-Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sowie die Standarte des Radfahrvereins Rosenheim, dem Gerda Franz ebenfalls angehörte.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trauerfeier für Gerda Franz

Sterbefoto: Gerda Franz und Fotos von der Trauerfinfer

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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