Kirche

Am Grab von Georg Greilhuber in Übersee

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der im Alter von 76 Jahren am 24. April verstorbene Georg Greilhuber aus Übersee wurde aufgrund der Corona-Zeit erst jetzt auf dem Friedhof von Übersee zu Grabe getragen. Georg Greilhuber wünschte sich kurz vor seinem Tod, dass seine Beerdigung erst dann erfolgen soll, wenn die musikalische Gestaltung durch die groß besetzte Blaskapelle von Prien  möglich ist, dieser gehörte er über 60 Jahre als aktiver Musikant an.

 Dieser Wunsch konnte nunmehr erfüllt werden, denn in der Überseer Kirche waren 100 Trauergäste sowie auf der Empore 16 Mann als Teil der Blaskapelle zugelassen. Die musikalische Gestaltung in der Kirche übernahmen die Blasmusikanten zusammen mit Organisten Christian Dengler. Die Trauerfeier hielt Dekan Georg Lindl, er erinnerte in seiner Predigt daran, dass Georg Greilhuber viel für die Mitmenschen getan hat und deshalb auch verdient hat, in der Öffentlichkeit beerdigt zu werden. Weiters skizzierte Dekan Lindl den Lebensweg von Georg Greilhuber wie folgt: „Die Geburt erfolgte am Neujahrstag des Kriegsjahres 1944 in der ländlichen Idylle des elterlichen Bauernhofes in Gänsbach bei Greimharting, nach dem Volksschulbesuch und einer Maurerlehre waren die Bundeswehr sowie die Meister- und Technikerschule in München wichtige Stationen auf dem Weg zum Baustellenleiter und zum bis zuletzt ausgeübten Beruf als selbstständiger Bauingenieur“. Des öfteren musste Georg Greilhuber schwere Schicksalsschläge hinnehmen, so beim frühen Tod seines Vaters, beim Tod seiner Tochter Petra im Jahr 1995 im Alter von nur 20 Jahren und beim Tod seiner im Jahr 1971 geehelichten Ehefrau Anna, die mit nur 53 Jahren im Jahr 2001 verstarb. „Nach der Hochzeit bewirtschaftete er mit seiner Frau den Gießnerhof in Übersee und gemeinsam hatten sie viel Freude an der Ferienpension und mit den Haflinger-Pferden“ – so der Geistliche, der Georg Greilhuber als starken Charakter, mit eigenem Willen, direkt, fleißig, vielfältig interessiert und engagiert bezeichnete. „Familie, Beruf, Blasmusik, Pferde – all das waren seine Leidenschaften“ – gemäß diesen Worten von Dekan Lindl waren auch die Nachrufe auf dem Friedhof geprägt. Nach einem Trauermarsch zur Grabstätte dankte Christian Korner als Erster Vorstand vom Musikverein Übersee-Feldwies dafür, dass Georg Greilhuber seit seiner passiven Mitgliedschaft im Jahr 1977 durch viele Veranstaltungs- und Konzertbesuche der Gemeinschaft verbunden war. Für den Trachtenverein „D´Buchwäldler“ Übersee würdigte Werner Gnadl die 43jährige Vereinstreue mit Worten des Dankes und mit einem Fahnengruß. Seit 1967 gehörte der Verstorbene der Krieger- und Soldatenkameradschaft Prien an, deren Erster Vorsitzender Georg Fischer erinnerte daran, dass Georg Greilhuber vom 1. Juli 1964 bis 31. Dezember 1965 bei den Gebirgsjägern in Bischofswiesen Bundeswehr-Dienst leistete und dass er dem Verein seit 1967 mit seinen musikalischen Talenten bei vielen Versteigerungen, Veranstaltungen und Vereinsausflügen Freude bereitete. Eng verbunden war Georg Greilhuber auch mit dem Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing, dessen Erster Vorstand Michael Schlosser dankte vor allem für die große fachliche Unterstützung beim Bau des Vereinshauses und für die Mitgliedschaft seit 2007.  Vorstand Stefan Hackenberg von der Blaskapelle bezeichnete Georg Greilhuber, der 1959 zur Priener Blaskapelle kam, als dienstältesten Musikanten, der nicht nur Erster Trompeter, sondern vor allem Mensch und Vorbild war. „Sein letzter Auftritt war im Vorjahr beim Priener Marktfest, im Februar war er noch bei der Jahresversammlung und im März vor seiner Erkrankung wartete er schon ungeduldig auf den Wiederbeginn der Proben“ – so Stefan Hackenberg bei der Kranzniederlegung. Während sich die Fahnenabordnungen der Überseer und Atzinger Trachtler und der Priener Veteranen als letzten Gruß senkten, spielte die Priener Blaskapelle in großer Besetzung den „Bayerischen Defiliermarsch“, den Georg Greilhuber ungezählte, bestimmt über 1000 Male in seinem langen Musikantenleben spielte. Zu seinem 60. Jahr als aktiver Musikant wurde Georg Greilhuber im Vorjahr vom Musikbund Ober- und Niederbayern mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trauerfeier für Georg Greilhuber in Übersee

Sterbefoto: Georg Greilhuber

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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