Kirche

Am Grab von Erika Breitrainer aus Prutdorf

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Überraschend im Alter von 83 Jahren verstarb Erika Breitrainer aus Prien-Prutdorf. Bei den Trauerfeierlichkeiten in der Pfarrkirche „Christkönig“ in Wildenwart erinnerte Pfarrer Peter Bergmaier an eine Frau, die das pfarrliche Leben in ihrer Heimatgemeinde mitgetragen hat und tröstete eingangs des Trauergottesdienstes: „Gerade in dieser so wunderschön zum Erntedank geschmückten Kirche von Wildenwart dürfen wir den Tod als den Erntedank des Lebens betrachten“.

Erika Breitrainer kam 1938 in schwierigen Zeiten in einem kleinen Bauernanwesen der Familie Noichl in Prutdorf zur Welt, sie ging ebenso wie ihr Bruder Josef in Wildenwart zur Schule und erlernte in Prien bei der Firma Weidacher den Beruf einer Verkäuferin. Mit 16 Jahren verlor sie durch Unfall ihren Vater und im September 1959, also vor nunmehr 62 Jahren heiratete sie den Maler Hubert Breitrainer aus Pfaffenbichl bei Söllhuben. Dieser ging ihr im Tod im Jahr 2012 voraus, aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Für deren 13 Enkelkinder und 2 Urenkelkinder war – so der Geistliche weiter – die „Momi“ immer da und sie war bis zuletzt der Mittelpunkt einer Großfamilie. Als ihre Kinder erwachsen waren, arbeitete Erika Breitrainer in der Staatlichen Verwaltung von Herrenchiemsee und 15 Jahre im Priener Krankenhaus als leidenschaftliche Köchin in der Küche. Vielfach diente die tief Gläubige der Kirche, so war sie mit Begeisterung und ganze 67 Jahre Mitglied im Wildenwarter Kirchenchor, der nunmehr ohne sie das Requiem feierlich mit Chorgesang gestaltete. Desweiteren war sie Lektorin bei Gottesdiensten, sie gehörte der Katholischen Frauengemeinschaft an und sie war langjährige und erfolgreiche Caritas-Sammlerin. Zu ihren Hobbies gehörten die Blumen in ihrem Garten sowie das wöchentliche Kartenspielen. Zusammen mit ihrem Mann Hubert war sie auch ein langjähriges Mitglied beim Trachtenverein „Die lustigen Wildenwarter“. Dessen Vorstand Peter Voggenauer erinnerte am offenen Grab im Beisein der Fahnenabordnung und vieler Röckefrauen, dass Erika Breitrainer 1982 zum Verein ging und in diesem auch zehn Jahre das Amt der Frauenvertreterin übernahm. Eine letzte Ehrerbietung erwiesen die Fahnenabordnungen des Trachtenvereins und der Frauengemeinschaft.

Foto: Heinrich Rehberg – Erika Breitrainer

Repro: Sterbebild Erika Breitrainer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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