Kirche

Am Grab von Apotheker Dr. Fritz Reuther

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit Dr. Fritz Reuther ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch ein hoch angesehener Mitbürger von Prien verstorben. Im Alter von 97 Jahren wurde für den langjährigen Apotheker in der Pfarrkirche das Requiem mit Gemeindereferent Werner Hofmann und mit Schwester Juliane gefeiert, für die musikalische Gestaltung sorgten die Priener Liedertafel, Kirchenmusiker Bartholomäus Prankl an der Orgel sowie Enkel und Urenkel des Verstorbenen.

Zur Welt kam Fritz Reuther in Greifenberg am Ammersee, schon bald kam er zur Volksschulzeit an den Tegernsee und als 10-jähriger Bub musste er dann ins Internat nach Passau. Das Gymnasium verließ er nach einem Notabitur und alsdann übernahm er als 17-Jähriger Soldat im Kriegsdienst hohe Verantwortung. Aufgrund einer Verletzung kam er als Kriegsversehrter in das Lazarett nach Innsbruck, dort lernte er die Krankenschwester Hilde kennen, die sich liebevoll um ihn kümmerte, die er 1944 heiratete und mit der er eine Familie gründete. Mit ihr übernahm er 1961 in Prien die Marienapotheke von seiner Tante Anna Weinhart. Von da an entfaltete Dr. Fritz Reuther ein überaus reges und reiches Familien- und Vereinsleben. Da er bereits als Kind in den Bergen mit unterwegs war, wurde er als ganz junges Mitglied aufgenommen. „Fritz Reuther ist mit insgesamt 90 Jahren wohl das Mitglied in Deutschland, das am längsten beim Deutschen Alpenverein dabei ist. Zudem war er auch viele Jahre als Vorsitzender und Funktionär dieser Gemeinschaft dienlich“ – so Gemeindereferent Hofmann in seiner Rückschau. Zahlreiche Mitgliedschaften wie bei Gebirgsschützen, Feuerwehr und Turnverein im Ort wurden noch ergänzt durch sein Engagement im Vorstand vom Kreisjugendring sowie seine Aktivitäten als CSU-Fraktionsführer im Priener Kommunalparlament. Für die Marktgemeinderats-Zeit von 1978 bis 1990 bedankte sich auf dem Priener Friedhof Erster Bürgermeister Jürgen Seifert mit den Worten: „Während seiner Zeit war Dr. Reuther in vielen Ausschüssen, er war Verbandsrat mit dem Ziel der Reinhaltung des Chiemsees, in seine Zeit fielen der Umbau des Haus des Gastes und die Aktivierung der Partnerschaften mit Graulhet und Valdagno“. Bekannt waren in Prien auch die Kräuterwanderungen, die der Verstorbene zuweilen mit bis zu 90 Interessierten für die damalige Kurverwaltung anführte. So sehr sich Dr. Reuther auch in Prien engagierte, so wichtig waren ihm auch die Entwicklungshilfe Afrika und auch der Lions-Club Prien. Für diesen sagte Dr. Peter Hattenkofer, dass Dr. Reuther für den Lions-Club ein wahrer Segen war. „Als Universalgelehrter, der sich für viele Fachgebiete interessierte, begeisterte er die Lions in seiner Zeit als Präsident, als Activity-Beauftragter und auch darüber hinaus“ – so Dr. Hattenkofer in seinem Nachruf. Ein weiterer Nachruf kam von Ehrenvorsitzenden Michael Anner senior von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Prien mit Weisen von Priener Blasmusikanten und mit den Worten: „Dr. Fritz Reuther war weit über seine 2004 offiziell begonnene Mitgliedschaft hinaus für unseren Verein ein Unterstützer in vielfältiger Weise“. Auch nach seinem beruflichen Ruhestand war Dr. Reuther noch vielfältig aktiv, vital gehalten haben ihn dabei auch die 10 Enkel- und 10 Urenkel-Kinder. Zusammen mit seiner geliebten Frau Hilde, mit der er 75 Jahre Seite an Seite durch das Leben ging erfreute er sich am reichen familiären Nachwuchs. Vom gescheiten Geist, von der Gabe, sein Können und Wissen weiter zu geben und vom steten Humor sprach Enkel Clemens, der hierzu sagte: „Unser Opa hat uns Skifahren und Klettern gelernt und uns die Pflanzenwelt näher gebracht. Mit seinem Tod ging er nicht von uns, er geht uns nur voraus“.

Fotos: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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