Kirche

Am Grab vom Bagger-Sepp, einem Priener Original

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Marktgemeinde Prien ist wieder um ein Original und um einen hoch geschätzten Mitbürger ärmer geworden: Josef Mayer, allseits bekannt als Bagger-Bepp, verstarb nach einem arbeitsreichen Leben, überraschend und friedlich im Alter von 82 Jahren. Pfarrer Klaus Hofstetter hielt den Trauergottesdienst coronageschuldet im Friedhof von Prien und erinnerte daran, dass Josef Mayer als ganz kleines Kind dem Tod nahe war, doch – so der Pfarrer – man hat gemerkt, dass Gott mit  ihm noch was vorgehabt hat.

Gar viel hat Josef Mayer in seinem Leben vorgehabt, gemacht und erlebt. Er ist aufgewachsen mit fünf Geschwistern, er hat in seiner Priener Schulzeit Freunde fürs Leben gefunden, bei der ortsansässigen Firma Fichtl hat er Mechaniker gelernt und nach Zwischen-Aufgaben als Antänzer beim Tanz-Cafe Reiter und als Skispringer hat ihm sein Vater einen Bagger gekauft. „60 Jahre war er dann Baggerfahrer, er hat fast jedes Loch in Prien ausgegraben und er war sehr humorvoll, zum Beispiel erzählte er oft und gerne den Spruch: Angst und Geld hamma no nia g´habt!“. Aus der Ehe im Jahr 1965 mit seiner Frau Alma, die ihm im Tod zwei Jahre vorausgegangen war, gingen zwei Söhne und fünf Enkelkinder hervor. Wie sehr er mit dem Priener Gesellschafts- und Vereinsleben verbunden und involviert war, machten die Nachrufe am offenen Grab deutlich. Walter Jänicke als Vorsitzender vom Rauchclub Prien dankte für 53jährige Mitgliedschaft und bezeichnete den Verstorbenen als feinen Menschen und guten Kameraden. Klaus Kollmmannsberger, Erster Vorstand vom Trachtenverein Prien erinnerte daran, dass Josef Mayer 1972 dem Verein beitrat und dass er mit seinem Bagger und mit seiner Hebebühne viel beim Bau des Priener Trachtenheims geleistet hat. Auch die Fahnenabordnung der Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft von Prien nahm an der Trauerfeier teil und erbot einen Ehrengruß am Grab. Burgi Stadler, Erste Vorsitzende vom Surfclub Chiemsee in Prien sagte in ihrem Nachruf, dass Josef Mayer Mitglied bei der Gründung des Vereins war. „Respekt, was Du alles für uns geleistet hast und auch dafür, dass Du sozusagen als Spätberufener noch zum aktiven Surfer geworden bist und schön, dass Du bis zum Schluss gerne und oft bei uns am Stammtisch zu Gast war“ – so Burgi Stadler. Klaus Ritzinger als Betreiber vom benachbarten Panorma-Campingplatz in Prien-Harras dankte für die Mithilfe bei den gekonnten Uferverbauungen und für den versteckten, feinsinnigen Humor und er zitierte den Bagger-Sepp mit den Worten: „Mannerleut, denkt dran, es werden noch Zeiten kommen an denen ihr um Eure Weiber daheim froh sein werdet!“. Letzter Redner war Robert Lingauer als Schulkamerad, er wusste von einem pfundigen Mitschüler zu berichten und sagte: „Wegen seiner schweren Erkrankung wurde er ein Jahr später eingeschult, es war damals im Jahr 1945 eine schwierige, armselige Kriegszeit, bis zuletzt war der Bepp immer dabei, wenn wir uns alle fünf Jahre mit unserem Mitschüler und Pfarrer Hans Krämmer getroffen haben“. Die musikalische Gestaltung auf dem Friedhof übernahmen Wolfgang und Thaddäus Kink als Weisenbläser-Duo Kink.

Sterbefoto: Josef Mayer, Bagger-Bepp von Prien – Rückseite: Der Bagger-Bepp mit seinem Bagger.

Fotos: Hötzelsperger – Trauerfeier für Josef Mayer im Priener Friedhof

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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