Leitartikel

Am Grab des Priener Alt-Musikanten Florian Künzner

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von 86 Jahren verstarb nach kurzem Krankenhaus-Aufenthalt Florian Künzner aus Eschenau bei Pittenhart Mit seinem Tod hat die Priener Blaskapelle einen Alt-Musikanten verloren, der über 40 Jahre die Musik und die Auftritte zu Hause und sogar weltweit prägte. Daran erinnerten in ihren Nachrufen bei der Trauerfeier in Pittenhart Musikvorstand Stefan Hackenberg und der ehemalige Dirigent Sebastian Weyerer. Den Gottesdienst in der Pittenharter Pfarrkiche hielt Pfarrer i. R. Konrad Kronast, für die musikalische Gestaltung sorgte der örtliche Kirchenchor.

Pfarrer Kronast würdigte in seiner Trauerrede den Fleiß und die Fürsorge des Verstorbenen als Ehemann, zweifacher Vater und vierfacher Opa für seine Familie. Im Alter von 36 Jahren und als Posaunist kam er 1971 zur Priener Blaskapelle und war bei ihr 42 Jahre ohne Unterbrechung dabei. Als Posaunist, Baritonist, Alphornspieler und Ansager war er ein vielseitiges und wichtiges Mitglied der Kapelle. „Ob bei kleinen Ständchen, bei Heimatabenden, Markt- und Waldfesten oder in großen Festzelten, der Flori war die Stimme von der Priener Blaskapelle“, so Stefan Hackenberg, der weiters erinnerte, dass Florian Künzner ein Mensch mit festen Prinzipien war und auf den man sich verlassen konnte. Der Musikbund von Ober- und Niederbayern ehrte Florian Künzner im Jahr 2012 für seine insgesamt 60 Jahre als aktiver Blasmusikant.  Sebastian Weyerer zählte auch im Namen des langjährigen Musikmeisters Peter Huber und weiterer Alt-Musikanten auf, was er in den 16 Jahren seiner Dirigentenzeit blasmusikalisch mit dem Verstorbenen erlebt hat und sagte: „13 Jahre fuhren wir nach Bayrischzell zum Ski-Club-Ball, Auftrittsreisen führten unter anderem nach Amerika, China, an die Ostsee sowie zum Weltkongress der Herrenschneider oder zum Einzug der Wiesnwirte beim Oktoberfest in München. Lange Zeit waren in der Hauptsaison in Prien an allen Sonntagen Kurkonzerte und der Flori war auch dabei als es in Prien das erste Kirchenkonzert einer Blasmusik gab. Unvergessen bleiben für mich die Bilder, als die vier Posaunisten mit Flori in der ersten Reihe flankiert mit den Lyraspielerinnen bei der Priener Musik voranschritten“. Sebastian Weyerer dankte Florian Künzner auch für dessen Alphornspiel mit den Worten: „Das bewährte Alphorn-Quartett mit Peter Huber, Steffi Hofmann, Sigi Strasser und ihm war oft gemeinsam unterwegs, der Flori transportierte dabei die Alphörner gut verzurrt auf dem Dachträger seines immer frisch polierten Mercedes“.  Vier Wochen vor dem Tod besuchte Sebastian Weyerer seinen Musikfreund in Pittenhart, dazu sagte er: „Dabei zeigte er mir an einem sonnigen Sonntag in seiner Werkstatt ein von ihm selbst geschaffenes Wegkreuz, es sollte seine letzte Arbeit in dieser Welt sein“. Zum Abschluss der Begräbnisfeier spielte die Priener Blasmusikanten eine Strophe „Ich hatt´ einen Kameraden“ und die Fahne der Feuerwehr Pittenhart senkte sich am offenen Grab.

Fotos: Hötzelsperger – Erinnerungen an den Priener Blasmusikanten Florian Künzner aus Pittenhart.

Sterbefoto: Florian Künzner

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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