Kirche

Am Grab der Priener Persönlichkeit Ignaz Maier

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine große Trauergemeinde nahm in der Priener Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ und auf dem Friedhof von Prien Abschied von Ignaz Maier, der im Alter von 92 Jahren verstarb und der in Prien eine angesehene Persönlichkeit war. Ignaz Maier begann 1946 seine Ausbildung bei der Bayerischen Polizei und war viele Jahre in Prien, zuletzt als Dienststellenleiter tätig.

In der mit Orgelmusik und Volksgesang ausgestalteten Trauerfeier in der Priener Pfarrkirche erinnerte Kaplan Joshy daran, dass Ignaz Maier in Endorf mit drei Geschwistern aufwuchs und schon früh den Wunsch hatte, Lehrer zu werden. Doch der Zweite Weltkrieg brachte ein Ende der Berufsabsichten, mit 18 Jahren wurde Ignaz Maier als Flakhelfer eingesetzt und danach wurde er zur Panzerausbildung in die Lüneburger Heide beordert. Kurz vor Kriegsende kam er an die Front in Ungarn an den Plattensee, von dort gelang ihm die Flucht vor der herannahenden Sowjetarmee, bei der anschließenden amerikanischen Kriegsgefangenschaft wurde er aufgrund seiner guten Englisch-Kenntnisse als Dolmetscher eingesetzt. Wieder zu Hause angekommen, gab es keine Möglichkeit, seine Lehrer-Ausbildung fortzusetzen.  Bei seinem ersten Dienstort als junger Polizist lernte er in Ingolstadt  seine Frau Gusti kennen, die er 1953 in Bad Endorf heiratete und mit der er 55 Jahre verheiratet war; leider blieb die Ehe kinderlos. „Wertschätzung und Respekt hatte sich Ignaz Maier bei seinem langen polizeilichen Dienst durch seine engagierte und gewissenhafte Dienstvorrichtung erworben“, mit diesen Worten dankte Dieter Bezold als Inspektionsleiter der Priener Polizei seinem Vorgänger. Maier begann seine lange Laufbahn bei der Bayerischen Polizei mit Ausbildungen in den Landespolizeischulen Sudelfeld und Walchensee und nach weiteren Fortbildungen führte der Weg nach Prien. „Bei der PI Prien verrichtete er fortan als Dienstgruppenleiter und ab 1974 als Leiter der Verfügungsgruppe äußerst engagiert seinen Dienst. Aufgrund seiner Qualifikation wurde er nach dem frühen Tod des damaligen Dienststellenleiters Werner Blauhorn am 1. April 1978 zunächst mit der Übernahme der Dienstgeschäfte beauftragt und schließlich am 1. Februar 1979 zum Dienststellenleiter ernannt. Gewissenhaftigkeit zeichnete ihn bis zum Ruhestand (als Polizeihauptkommissar) im April 1986 aus. Bis zuletzt hielt er kameradschaftlichen und freundschaftlichen Kontakt mit seinen ehemaligen Kollegen, sein Ratschlag war immer gerne gehört“ – so Dieter Bezold in seiner Würdigung. Weitere Nachrufe kamen von Ehrenbürger Michael Anner, der namens vom ehemaligen Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen dem Ehrenvorsitzenden dieser Gemeinschaft dankte. „Ignaz Maier übernahm 1989 die Leitung des Priener Ortsverbandes und führte ihn über 20 Jahre lang mit großer Umsicht, in dieser Zeit hat er die Mitgliederzahl verdoppelt und zusammen mit seiner Frau Gusti zahlreiche Busausflüge organisiert“, so Michael Anner. Seit der Gründung des Vereins „Sicherheitsgemeinschaft Bürger und Polizei“ im Jahr 1993 war Maier auch dieser Gemeinschaft treu, die ersten zehn Jahre war er stellvertretender Vorsitzender  und hernach Beisitzer – dafür  dankte Klaus Daiber als Vorsitzender. Für die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Prien bedankte sich Vorstand Georg Fischer. Dieser erinnerte, dass Ignaz Maier 1969 der Kameradschaft beigetreten war, dass er fast zehn Jahre Zweiter Vorstand und 15 Jahre lang Beisitzer war.  Im Jahre 2000 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Letzte Grüße der Veteranen waren Weisen von Priener Blasmusikanten und ein dreifacher Ehrensalut auf dem Friedhof.

Sterbefoto: Ignaz Maier

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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