Kirche

Am Grab der Friseuermeisterin Andrea Pallauf vom Samerberg

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Alter von nur 59 Jahren verstarb Andrea Pallauf von Törwang auf dem Samerberg. Bei der coronabedingt im kleinen Kreise der Familie abgehaltenen Trauerfeier auf dem Friedhof der Törwanger Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ erinnerte Pfarrerin Jessica Huber von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde an ein bemerkenswertes Leben, dabei sagte sie: „Andrea Pallauf hat sich Zeit ihres Lebens gerne um ein selbstbestimmtes Leben bemüht. Sie hat es gestaltet, indem sie für sich gut begründete Entscheidungen getroffen hat. In einem Buch hat sie die wichtigsten Augenblicke und Eindrücke für sich festgehalten. Dazu zählen zunächst ihre beruflichen Entscheidungen. Als junge Frau entscheidet sie sich für den Beruf der Friseurin. Zielstrebig widmet sie sich der Berufsausbildung, der sie mit ihrem Auszug von zu Hause folgt. Dieser Lebensentscheidung bleibt sie ihr Leben lang treu und geht auf in der Ausübung ihrer Profession. Nach ihrer Ausbildung bildet sie sich weiter und wird Meisterin. Diesen Augenblick fasst sie als einen der glücklichsten Momente ihres Lebens auf. Er ermöglicht ihr im Jahr darauf die berufliche Selbständigkeit mit einem eigenen Geschäft. Hier gibt sie ihre Leidenschaft für das gelernte Handwerk weiter an ihre Angestellten und Kunden. Hier findet sie die Erfüllung, die nicht nur ihre Lebensgrundlage bildet, sondern auch einen Schlüssel zum Glücklichsein“.

Weiters gewährte die Pfarrerin einen Einblick in das Privat- und Familienleben mit den Worten: „Vielleicht ist es übertrieben zu sagen: die berufliche Profession war die erste große Liebe von Andrea Pallauf. Aber ihr privates Glück mit Ihnen, Herr Pallauf, das begegnet ihr tatsächlich erst später. Da ist sie schon längst das was man im Allgemeinen eine `gestandene Geschäftsfrau` nennt. Aber ihre Liebe zueinander komplettiert das Lebensglück. Es gesellt sich zum beruflichen Erfolg und vor allem überdauert und trägt es auch in der Zeit, nachdem sie das Geschäft wegen der eigenen Erkrankung aufgegeben hat. Gemeinsam können Sie sich in schweren Zeiten unterstützen, in den leichten Zeiten davor aber war es auch möglich, das Leben gemeinsam zu genießen.  Das Leben von Frau Pallauf ist nicht nur geprägt von Arbeit, Fleiß und von Selbstverwirklichung, es findet sich darin auch immer wieder Platz für die schönen Dinge. Auf diese Weise hat Andrea Pallauf es zu verstehen gewusst, wie man seine Chancen nutzt, wie man den Tag pflückt“ – so wie das lateinische Lebensmotto `Carpe diem´  es ausdrückt“:

Den Abschluss der Trauerfeierlichkeiten bildete das von der Verstorbenen für den Moment des Abschiednehmens ausgesuchte Lied „Weus´d a Herz hast wia a Bergwerk“ von Rainhard Fendrich.

Sterbefoto: Andrea Pallauf

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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