Brauchtum

Alphornklänge bei Einheitsfeier in Rüdersdorf bei Berlin

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit fanden in diesem Jahr im Land Brandenburg statt. 

Es war ein runder „Geburtstag“ nach 30 Jahren Wiedervereinigung, der ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand. An dem Festakt in der Landeshauptstadt Potsdam durften wegen der Hygiene- und Abstandsregeln nur wenige Gäste teilnehmen. Auch alle weiteren Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit konnten nicht wie gewohnt stattfinden, bzw. wurden sogar abgesagt. Dennoch hat der Museumspark Rüdersdorf bei Berlin unternehmerischen Mut bewiesen, an diesem Nationalfeiertag für seine Gäste aus Brandenburg und Berlin ein Familienfest zu veranstalten, selbstverständlich mit einem vorschriftsmäßigen Sicherheits- und Hygienekonzept. Der Museumspark Rüdersdorf ist weltweit das einzige erhaltene ­historische Kalk- und Bergwerk. Es ist ein Industriedenkmal mit zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten, nicht nur für die Bewohner der Region Berlin-Brandenburg, sondern auch für Touristen aus der Ferne.

Der Geschäftsführer der Museumsparks, Prof. Dr. Frank Schaal, wollte gerade in der aktuell schwierigen Zeit den Besuchern wieder ein bisschen Normalität bieten. Wir versuchen, alles umzusetzen was machbar ist, so Frank Schaal bei der Eröffnung des Familienfestes. Er wünschte den Gästen viel Spaß und Unterhaltung und empfahl, sich alles anzusehen, was Park und Museum zu bieten haben. Gedanken zur Deutschen Einheit gab es von der Bürgermeisterin von Rüdersdorf, Sabine Löser. In ihrer Begrüßungsrede erinnerte sie, dass der 3. Oktober 1990 ein Tag war, wo sich vieles in Deutschland veränderte. Auch wenn in den letzten 30 Jahren weder alles gut noch schlecht gelaufen ist, so hat sich sehr viel positiv entwickelt. Darauf können wir alle stolz sein, so die Bürgermeisterin. Im Hinblick auf die Corona-Beschränkungen merkte sie an, dass ausgerechnet im 30. Jahr der deutschen Einheit die Grenzen wieder geschlossen werden mussten, ähnlich wie es zu DDR-Zeiten der Fall war. So erlebt aktuell auch die junge Generation, wie es sich anfühlt, wenn Grenzen geschlossen sind und die Reisefreiheit eingeschränkt ist. Genießen Sie den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit hier im Museumspark und lassen Sie uns optimistisch in die Zukunft blicken, waren ihre abschließenden Worte.

Unterhaltung und Spaß gab es auf zwei Bühnen. Mit Swing und Big Band Sound startete „Jo´s Big Band“ aus Fürstenwalde auf der Festbühne. Mit Schlager unterhielt danach die Berliner Partyband „Music & Voice“. Zu später Stunde präsentierte dann die Band „Velvet Cats“ Berlin mit ihrer Frontsängerin Melli Rock‘n Roll vom Feinsten. Dazwischen gab es ein Quiz und diverse Beiträge aus Rüdersdorf, moderiert von dem bekannten Hauptstadt-Moderator und Entertainer Michael Ehrenteit. Für die Kleinen gab es neben mehreren Spielgeräten Familienspaß auf einer eigens aufgebauten Kinderbühne mit dem berühmten Eckensteher Nante, Wolfgang Wündsch, einem Berliner Original, der es versteht, Kinder in seinen  Bann zu ziehen. Dazu ließen u.a. Beiträge von Clown Pipeline und dem Kinderzirkus „Die Samels“, sowie dem Zauberer Mister Grunzi, die Kinderherzen höher schlagen. Ein besonderes Highlight auf dem Familienfest waren die alpinen Klänge von „Alphorn Bavaria Berlin“, einem Bläsertrio vom Verein der Bayern in Berlin. So staunten die Besucher nicht schlecht, als von einem der Rumfordöfen Alphörner erklangen. Denn im norddeutschen Flachland ist das Musizieren auf solchen Instrumenten aus dem Alpenraum äußerst ungewöhnlich. Es war sicherlich eine Premiere der besonderen Art. Mit Einlagen traditioneller Alphornmusik ließ das Alphorn-Trio bei den Bühnen alpenländisches Flair aufkommen und brachte somit auch die Verbundenheit Bayerns mit Preußen zum Ausdruck, was ja in der früheren Geschichte nicht immer der Fall war.

Beiträge der regionalen Karnevalsgesellschaften rundeten das Bühnenprogramm ab. Nach der langen Pandemiepause nutzten sie die Gelegenheit, wieder einmal in der Öffentlichkeit aufzutreten. Mit akrobatischen Tanzeinlagen begeisterten die Rüdersdorfer Karnevalsgemeinschaft, sowie die Erkneraner-Woltersdorfer KarnevalGemeinschaft (EWG) das Publikum. Besonderer Beifall galt dabei der Kür des Funkenmariechen Ashley von der EWG. Verkaufsstände für Kunstgewerbeartikel und diversen Gebrauchsartikeln verliehen dem Fest zudem ein marktähnliches Flair. Für das leibliche Wohl sorgten mehrere Gastronomiestände der Veranstaltungsfirma Laubinger aus Fredersdorf auf dem Festplatz. Es war ein gelungenes Familienfest im Museumspark Rüdersdorf zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit bei schönstem Spätsommerwetter.

Nähere Informationen: https://www.ruedersdorf-kultur.de/museumspark

Bericht: Helmut Amberger, Vorsitzender vom Verein der Bayern in Berlin und freier Berichterstatter der Samerberger Nachrichten

Fotos: Nicole und Helmut Amberger, Wanja Borchert

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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