Landwirtschaft

Almgespräch auf dem Samerberg – vom Bauernherbst zum Wolf

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Schon Tradition hat das sommerliche Almgespräch auf der Feichteckalm im Samerberger Almengebiet, zu dem Bezirksrat Sebastian Friesinger  als Landesvorsitzender des Bayernbundes und als Vorsitzender des Vereins für regionale Vermarktung im Raum Rosenheim (RegRo) in diesem Jahr den Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl aus Wildsteig und den Ehrenvorsitzenden des Tourismusvereins Samerberg Hans Auer eingeladen hatte. Aktuelle Sorgen um die Alm- und Landwirtschaft in Corona- und Wolfs-Sichtungs-Zeiten waren ebenso Themen wie die  Förderung der Vermarktung regional erzeugter Produkte.

„Der Rosenheimer Bauernherbst wird heuer trotz Corona wieder stattfinden, natürlich mit weniger Veranstaltungen und unter Berücksichtigung der Vorschriften. Doch gerade in diesen Zeiten wo es mehr Nachfrage um unsere hervorragenden Regionalprodukte um Chiemsee, Inn und Mangfall gibt, wollen die Leute erfahren, wo diese erhältlich sind und genauso was unsere Region für den `Urlaub dahoam` bietet,  erste Märkte sind bereits in Vorbereitung“ – so Sebastian Friesinger, der zum auf dem Samerberg aktuellen Thema Wolf erklärt: „Der Wolf passt nicht in die Kultur- und Weide-Region, er braucht seine Ruhe und wir auch“. Max Bertl, selbst aktiver Jäger ergänzt dazu: „Eine besondere Gefahr entsteht in der Paarungszeit, da reagieren Wölfe genauso anders wie es bei Kühen mit Kälbern geschieht und da ist echte Vorsicht auch für die Menschen geboten.“ Zum Argument, dass bei Vieh-Schäden durch den Wolf ein Ausfall vom Staat übernommen wird, heißt es gemeinsam: „Eine Entschädigung gibt keinen Sinn, wenn das Leben von Tieren grausam beendet wird und der Almfrieden gestört ist“. Hans Auer  meinte zur Forderung, dass Wölfe aus Weideregionen entnommen werden dürfen: „Eine Duldung und das Warten auf den nächsten Schrecken sind nicht angebracht, dem Wolf muss man bei uns den Garaus machen, halb-Wolf gibt es ebensowenig wie halb-schwanger oder halb-verheiratet“. Bei der von der Sennerin Franziska zubereiteten Brotzeit vor der Feichteckalm gab Almbäuerin Irmi Mayer noch den Hinweis, dass heuer wegen Corona der ansonsten Anfang August stattgefundene Alm-Gottesdienst entfällt.

Foto/s: Hötzelsperger – Beim Almgespräch vor der Feichteckalm von links: Landesvorsitzender Max Bertl vom Bayerischen Trachtenverband, Hans Auer, Ehrenvorsitzender vom Tourismusverein Samerberg und Bayernbund-Landesvorsitzender Sebastian Friesinger.

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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