Tourismus

Almführersymposium bei Chiemsee-Alpenland-Region

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Rahmen des Interreg Bayern – Österreich Projektes „Sensibilisierung und Networking für den bayerischen- Tiroler Alpenraum in Bezug auf die Almwirtschaft“- insbesondere für Bergwander- und NaturführerInnen – ein Almführersymposium in Oberaudorf statt.

Der Leadpartner Chiemsee-Alpenland Tourismus hatte sich gemeinsam mit den Projektpartnern Alpenregion Tegernsee Schliersee und Kufsteinerland in den letzten sechs Monaten viel vorgenommen und umgesetzt. In Gesprächen mit AlmbetreiberInnen, Behörden und TouristikerInnen wurde bei der Projektentwicklung das Ziel des Vorhabens klar definiert: Das Wissen über die soziale, wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Almen muss gefördert und weitergegeben werden. Gut ausgebildete und darauf sensibilisierte Berg-/Wander- und NaturführerInnen sind hierbei wichtige Multiplikatoren, die das Wissen an Einheimische, Schulklassen und auch Gäste vermitteln können.

Das Ländliche Fortbildungsinstitut Tirol unter der Leitung von Thomas Lorenz entwickelte hierfür eine Fortbildungskonzept und im Mai 2017 konnten bei zwei Pilotveranstaltungen 29 Berg-/Wander- und NaturführerInnen aus Tirol und Bayern zusätzliches Wissen über Almen und deren Bewirtschaftung in unsere gemeinsamen Grenzregion erlangen.

Der Abschluss der Weiterbildung bildete am 21. Juni das Almführersymposium. Euregio-Vizepräsident und Initiator des Projekts Hubert Wildgruber betonte im Rahmen dieser Veranstaltung die Wichtigkeit der Almen für die Lebensqualität aller. Kufsteinerland Obmann Johann Mauracher, erläuterte u.a. in seinem Vortrag, dass man den Menschen verständlich machen müsse, warum Almprodukte meist etwas mehr kosten. Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin vom Chiemsee-Alpenland Tourismus, setzt auf die Vermittlung eines realistischen Bildes der Almen im Tourismus. Die Gäste und Einheimischen sollen bei ihren geführten Wanderungen durch ein Almgebiet erfahren können, wieviel Arbeit hinter diesen wunderschönen Kulturlandschaften stecke.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die etwa 60 SymposiumsteilnehmerInnen aus Bayern und Tirol die Gelegenheit eine Almführung auf die nahegelegene Schoißer Alm zu begleiten.

Ende Juni wird der Leitfaden zu dieser Fortbildung u.a. auf der Internetseite von Chiemsee-Alpenland Tourismus (www.chiemsee-alpenland.de) unter der Stichwortsuche „Leitfaden Almführer“ veröffentlicht.

Weitere Fakten zum Projekt im Überblick:

Projektteilnehmer:

  • Euregio Inntal
  • Chiemsee – Alpenland Tourismus als Leadpartner
  • Alpenregion Tegernsee Schliersee als Projektpartner
  • Kufsteinerland als Projektpartner

Projektbeginn: 01. Januar 2017

Projektende: 30. Juni 2017

EU-Fördermittel: 11.400 €

Projektgesamtkosten: 15.200 €

Projektbeschreibung:

Die Almwirtschaft stellt in Bayern und Tirol nicht nur ein wichtiges Kulturerbe dar, sondern ist auch wichtiger Bestandteil zur Förderung der Lebensqualität. Die große Artenvielfalt von Flora und Fauna ist erst durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Almen möglich. Zusätzlich werden wertvolle, regionale Lebensmittel auf den Almen produziert. Das Wissen über die soziale, wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Almen muss gefördert und weitergegeben werden. Gut ausgebildete und darauf sensibilisierte Berg-/Wander- und NaturführerInnen sind hierbei wichtige Multiplikatoren, die das Wissen an Einheimische, Schulklassen und auch Gäste vermitteln können. Durch das bayerisch-tirolerische Projekt werden Synergieeffekte der ausgebildeten Berg-/Wander- und NaturführerInnen genutzt und der Austausch untereinander angeregt. Für die drei Tourismusverbände ist diese grenzüberschreitende, enge Zusammenarbeit nachhaltig und wird auch weiter bestehen. Im Jahr 2018 soll ein erneutes Treffen der FortbildungsteilnehmerInnen stattfinden, um Erfahrungswerte auszutauschen und den Leitfaden gegebenenfalls zu überarbeiten.

Projektinhalt:

  • Fortbildungswochenende für die Berg-/Wander-/NaturführerInnen (12. – 14. Mai & 25. – 28. Mai), durchgeführt vom Ländlichen Fortbildungsinstitut Tirol unter der Leitung von Thomas Lorenz unter dem Titel: Sensibilisierung für den bayerischen – Tiroler Alpenraum in Bezug auf die Almwirtschaft
    • Insgesamt 29 TeilnehmerInnen
    • Grenzüberschreitende Fortbildung auf bayerisch und tirolerischen Terrain sowie mit bayerischen und tirolerischen ReferentInnen
    • 20 Unterrichtseinheiten in drei Module (Almwirtschaft, Almvermittlung und begleitende Praxis)
  • Erstellung eines Leitfadens, der als Begleitpublikation der Fortbildung dient und der Öffentlichkeit Ende Juni zugänglich gemacht wird. Zu finden auf der Internetseite des Chiemsee-Alpenland Tourismus (www.chiemsee-alpenland.de) unter der Stichwortsuche „Leitfaden Almführer“.
  • Öffentliche Symposiumsveranstaltung am 21. Juni mit anschließender praktischer Führung auf die Schoißer Alm

Fotos:  Start der Wanderung am Feurigen Tatzlwurm  © Chiemsee-Alpenland Tourismus

Wanderung zur Schoißer-Alm © Chiemsee-Alpenland Tourismus

Diskussionsrunde auf der Schoißer-Alm © Chiemsee-Alpenland Tourismus

Weitere Informationen:
www.chiemsee-alpenland.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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