Kultur

Aktuelles vom Mittelschulverband aus Prien

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Als Erstes informierte der Kämmerer Georg Schmid, dass die Jahresrechnung 2018 geprüft worden sei. Die Haushaltsrechnung betrage im Gesamthaushalt rund 2,2 Mio. Euro, davon würden auf den Verwaltungshaushalt 1,5 Mio. Euro und auf den Vermögenshaushalt rund 681.000 Euro fallen. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschuss, Bernaus Erster Bürgermeister Philipp Bernhofer, sagte, es gebe kaum Abweichungen von den Ansätzen. Er habe gemeinsam mit Bernhard Hainz, Erster Bürgermeister von Gstadt, keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Der Haushalt sei hervorragend aufgearbeitet, so sein Fazit. Das Gremium beschloss einstimmig die Entlastung für das Jahr 2018. Den Haushalt für der 2019 nahm es zur Kenntnis; die Jahresrechnung müsse zunächst noch an die Rechnungsprüfung gehen, so Schmid. Sie weise einen Gesamthaushalt von 2,2 Mio. Euro auf, von dem auf den Verwaltungshaushalt 1,5 Mio. Euro und auf den Vermögenshaushalt rund 700.000 Euro fallen.

Haushalt 2020

Anschließend informierte Schmid über die Zahlen des Haushalts 2020, der einen Verwaltungshaushalt von 1,6 Mio. Euro und einen Vermögenshaushalt von rund 1 Mio. Euro aufweise, insgesamt 2,6 Mio. Euro. Der nicht durch sonstige Einnahmen gedeckte Schulbedarf betrage 802.000 Euro für einen allgemeinen Sachaufwand, 120.000 Euro für die Schülerbeförderung und rund 380.000 Euro für Investitionen und Schuldendienst. Der Umlagebedarf steige damit gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Die Schülerzahl an der Franziska-Hager-Mittelschule sei mit 418 zum Stichtag 1. Oktober 2019 um 5,3 Prozent, d. h. um 21 Schüler angewachsen. Die Bedarfsanmeldungen der Mittelschule mit höchster Priorität betrage 138.00 Euro. Dazu gehörten auch Investitionen für den „Digitalpakt Bayern“, einer neu in Kraft getretenen bayerischen Förderrichtlinie, mit der die vollständige Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden soll. Dafür stünden PCs, interaktive Screens, iPads, Beamer und Notebooks sowie die Neuausstattung des CAD-Raums auf der Agenda. Zu den Bedarfsanmeldungen für Baumaßnahmen gehörten u. a. ein schlüsselloses Schließsystem sowie eine Videoüberwachung. Für die Investitionen in die Digitalisierung sind Fördermittel von 90 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt.

Digitalpakt Bayern im Diskurs

Wie Marcus Hübl, Rektor der Franziska-Hager-Mittelschule, sagte, stehe er dem Investitions-Programm des „Digitalpakts Bayern“ kritisch gegenüber. Sie hätten erst mit der Sanierung neue Kreidetafeln angebracht, die man dann durch digitale Screens ersetzen würde. In einem Testlauf habe man festgestellt, dass diese stark reflektierten, so dass die Schüler zum Teil nichts erkennen könnten – außer, man würde den Raum abdunkeln. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Schüler, wenn sie stundenlang auf die Screens schauen müssten, schnell ermüdeten. Auch solle man die Folgekosten beachten. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren und Kosten von rund 10.000 Euro pro Tafel ständen bei 28 Klassenräumen Investitionen in Höhe von rund 200.000 Euro an. Zudem sei man damit sehr von der Technik abhängig. Sollte der Strom ausfallen oder keine Internetverbindung bestehen, könne man nicht unterrichten. Er sei nicht gegen die geförderte Digital-Offensive, finde aber, man solle sie behutsam umsetzen.

Schlüsselloses Schließsystem

Eine neues Schließsystem für seine Schule indes sei nötig, man sei im vergangenen Jahr bestohlen worden. Der Dieb müsse einen Schlüssel besessen haben. Ein schlüsselloses System sei also dringend nötig. Auch eine Videoüberwachung sei sinnvoll, um dem wiederholten Vandalismus am Schulhof zu begegnen. Bernhard Hainz schloss sich dieser Haltung an, man solle die neuen digitalen Tafeln schrittweise einführen und so Investitionen sparen.

Sinnhaftigkeit der neuen Medien

Erster Bürgermeister Jürgen Seifert sagte, es gehe nicht darum, Geld zu sparen, sondern die Sinnhaftigkeit der neuen Medien einzuschätzen. Er sei zweigeteilt. Deutschland rangiere bei der Digitalisierung auf den hinteren Plätzen. Man müsse aufpassen, dass die hiesigen Schüler im internationalen Vergleich nicht abgehängt würden. Philipp Bernhofer erklärte, man müsse schauen, was die neuen Medien für die Lernleistung brächten. Er sei auch dafür, diese mit Vorsicht einzuführen und dann die Reaktion der Schüler zu beobachten. Dem schloss sich Marianne Steindlmüller, Erste Bürgermeisterin von Frasdorf, an. Julian Richter, Verbandsrat aus Frasdorf, sagte, ihre Aufgabe sei es, aus Kindern sozial kompetente Menschen mit Erfahrungen aus erster Hand zu machen, und dies gehe nicht digital. Viele Jugendliche hätten den Bezug zur Realität verloren und könnten kaum noch frei mit der Hand etwas wie einen Stuhl skizzieren.

Soziale Kompetenz wichtig

Erster Bürgermeister Jürgen Seifert sagte, er finde den Einwand bemerkenswert. Ein Kind müsse lernen, wie sich Gegenstände anfühlten und wie man sie gebrauche. Es müsse auch negative Erfahrungen machen. Die Entwicklung der Sozialkompetenz sei eminent wichtig. Damit würden Jugendliche miteinander ins Gespräch kommen – über alle Grenzen hinweg. Marcus Hübl verwies auf seine Praxisklasse, die beste Ergebnisse liefere. Dies gelinge nur über die besonders gute Beziehung zueinander. Erster Bürgermeister Jürgen Seifert begegnete dem, praktische Erfahrungen seien immens wichtig. Zudem freue er sich, dass die Schülerzahl der Mittelschule angewachsen sei. „Die Mittelschule ist bei uns kein Auslaufmodell“, so das Gemeindeoberhaupt. Anschließend beschloss die Versammlung die Haushaltssatzung 2020 einstimmig.

Grundsatzbeschlüsse

Es folgten die Grundsatzbeschlüsse für eine sozialpädagogische Betreuung der Praxisklasse der Franziska-Hager-Mittelschule für fünf Jahre sowie zur Vergabe von freiberuflichen Dienstleistungen, die einstimmig erfolgten. Der letzte Tagungspunkt betraf den Ermächtigungsbeschluss zur Erweiterung des Schulbistrots der Franziska-Hager-Schule. Wie Erster Bürgermeister Jürgen Seifert ausführte, würden durch den Neubau des Horts mehr Kinder im Schulbistrot essen, so dass die Küche erweitert werden müsse. Um die Formalitäten leichter handeln zu können, solle der Schulverband den Markt Prien ermächtigen, die diesbezüglichen Auftragsvergaben in eigener Zuständigkeit durchführen zu können, so dass nicht bei jeder einzelnen Entscheidung der Schulverband tagen müsse. Die gesamten Kosten für die Erweiterung in Höhe von 240.000 Euro trage der Markt Prien, da sie dem Neubau des gemeindlichen Horts geschuldet sind. Das Gremium tat dies einstimmig.

Bericht: Petra Wagner

Foto: Hötzelsperger – Erinnerungen an das Schulfest bei der FHS-Prien im Jahr 2007

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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