Landwirtschaft

Agrarbericht 2018: Bayerns Landwirtschaftsstrukturen bleiben stabil

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Trotz der zunehmenden Schwankungen der Erzeugerpreise und der Herausforderungen an die Landwirtschaft sind die bayerischen Agrarstrukturen in den vergangenen zwei Jahren weitgehend stabil geblieben. Wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der Vorstellung des Agrarberichts 2018 im Bayerischen Landtag sagte, liegt die Quote der alljährlichen Betriebsaufgaben bei lediglich 1,1 Prozent und damit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. „Das zeigt, dass unsere kleinen und mittleren Betriebe kreativer, zukunftssicherer und krisenfester sind als viele Großbetriebe“, sagte die Ministerin. Denn der vor zwei Jahren aufgrund der damals niedrigen Erzeugerpreise bei Milch und Schweinen befürchtete beschleunigte Strukturwandel ist nach den Worten Kanibers ausgeblieben. Auch wenn die Nutztierhaltung nach wie vor stark unter Druck steht, haben die Erlöse der Betriebe insgesamt wieder angezogen. Die durchschnittlichen Gewinne im Haupterwerb lagen laut Agrarbericht im vergangenen Jahr bei 52 600 Euro und damit 32 Prozent über dem Vorjahr.

Die Krisenfestigkeit der bayerischen Landwirtschaft auch unter schwierigen Bedingungen ist für die Ministerin ein Beleg, dass der eigenständige bayerische Weg der Agrarpolitik erfolgreich ist. Der Ansatz, Familienbetriebe durch passgenaue Förderprogramme, Investitionsanreize, Forschung, Bildung und Beratung gezielt zu stärken, habe sich einmal mehr als richtig erwiesen. „Wir wollen auch künftig allen unseren bäuerlichen Betrieben Zukunftsperspektiven eröffnen – und zwar unabhängig von Flächengröße und Bewirtschaftungsform“, sagte Kaniber. Vor allem die Nutzung moderner digitaler Technologien will sie den Familienbetrieben in Zukunft leichter zugänglich machen, um diese wettbewerbsfähig zu halten.

Nach dem neuesten Agrarbericht gab es 2017 im Freistaat insgesamt 106 700 Bauernhöfe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 30 Hektar. Darunter waren 9 200 Ökobetriebe, was Bayern bundesweit zum bedeutendsten Öko-Land macht. Zwei Drittel aller bayerischen Betriebe setzen mittlerweile auch auf ein zusätzliches Einkommens-Standbein, was den unternehmerischen Geist der Landwirte belegt und zur wirtschaftlichen Stabilität beiträgt. Die Land- und Forstwirtschaft ist insgesamt ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor im Freistaat: Die hier erzielten Umsätze von 158 Milliarden Euro machen rund 14 Prozent der Gesamtumsätze in der bayerischen Wirtschaft aus. Jeder siebte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt mit der Branche zusammen. Der Freistaat ist damit auch Agrar- und Forstland Nummer eins in Deutschland. Die Perspektiven für die bayerische Landwirtschaft sieht die Ministerin positiv: „Der Bedarf an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen steigt beständig und der Stellenwert der Land- und Forstwirtschaft bei der Bewältigung anstehender Herausforderungen durch Klimawandel, Biodiversität und Energiewende nimmt weltweit zu.“

Der in zweijährigem Turnus erstellte bayerische Agrarbericht ist das umfangreichste Informations- und Datenwerk zur Lage der bayerischen Landwirtschaft. Es dokumentiert mit ausführlichem Text-, Tabellen und Kartenmaterial den hohen Stellenwert und die Entwicklung dieser für Bayern so wichtigen Branche. Der Agrarbericht 2018 steht ausschließlich online zur Verfügung und kann unter www.agrarbericht.bayern.de heruntergeladen werden. Er betrachtet die Wirtschaftsjahre 2015/2016 und 2016/2017.

Foto: Hötzelsperger –  Blick über frisch gemähte Felder von Prien-Gaishacken nach Stetten

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Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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